50
Steven Parrino
Blunt Barnby's Hole, 1997/98.
Emaille auf Leinwand
Schätzpreis: € 120.000 - 150.000
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50
Steven Parrino
Blunt Barnby's Hole, 1997/98.
Emaille auf Leinwand
Schätzpreis: € 120.000 - 150.000
+

Steven Parrino
1958 - 2005

Blunt Barnby's Hole. 1997/98.
Emaille auf Leinwand.
Verso auf der Leinwand signiert, datiert und betitelt sowie auf der umgeschlagenen Leinwand und dem Keilrahmen mit Richtungspfeilen bezeichnet. Auf der linken Innenseite des "Holes" erneut betitelt. 152,5 x 152,5 cm (60 x 60 in).

• Eindringlich, kompromisslos, provokant: Steven Parrino sprengt die Grenzen traditioneller Malerei.
• Skulpturale Radikalisierung der Leinwand: Durch Aufschlitzen und Entfernen von Bildpartien transformiert Parrino die Malerei in ein Objekt.
• Bereits kurz nach seinem Tod wurden Steven Parrino zwei umfassende Museumsretrospektiven gewidmet: 2006 im Musée d'art moderne et contemporain in Genf sowie 2007 im Palais de Tokyo in Paris.
• Weitere Gemälde Steven Parrinos befinden sich in bedeutenden internationalen Museumssammlungen, u. a. im Whitney Museum of American Art, New York, im Musée d'art moderne et contemporain, Genf, und im Museum für Moderne Kunst, Frankfurt am Main
.

PROVENIENZ: Galerie Rolf Ricke, Köln.
Sammlung Wolkenlos, München (vom Vorgenannten erworben).

AUSSTELLUNG: Clear Cuts, Sammlung "Wolkenlos", Schloss Raabs, Raabs an der Thaya, Österreich, 23.7.-3.9.2006.

"The artist is a mirror to the world.
The world is falling apart."

Steven Parrino, zit. nach: Steven Parrino, Nihilism is Love, Ausst.-Kat. Kunstmuseum Lichtenstein, Vaduz, 2020, S. 1.

Aufrufzeit: ca. 18.38 h +/- 20 Min.

Ob durch die rücksichtslose Deformierung, das Aufschlitzen oder die radikale Zerstörung seiner Leinwände, in Auftritten mit seiner Noise-Band oder in spontanen Aktionen wie "Disruption" (1981), bei der er ein Fernsehgerät mit einem Vorschlaghammer zertrümmert, verschiebt Steven Parrino konsequent die Grenzen radikalen künstlerischen Ausdrucks.
Aus der New Yorker Avantgarde der 1970er und 1980er Jahre hervorgegangen, ist sein Werk von den Energien des Punk, der No-Wave-Bewegung und der Biker-Subkulturen durchdrungen, deren rohe akustische Intensität und visuelle Codes seine Praxis prägen und in den aufgeschlitzten, verbogenen und gebrochenen Oberflächen seiner Arbeiten materielle Gestalt annehmen. Nach seinem Bachelor of Fine Arts an der New School in New York im Jahr 1982 etabliert sich Parrino rasch als zentrale Figur der postkonzeptuellen Malerei. Seine konsequente Auseinandersetzung mit den materiellen und strukturellen Bedingungen des Mediums führt zu einer grundlegenden Neubewertung der Malerei. Subkulturelle Einflüsse verbindet er mit kunsthistorischer Präzision zu einem vielschichtigen Dialog mit der Nachkriegsmalerei, der sich eindeutigen Kategorisierungen entzieht. Nach seiner ersten Einzelausstellung in der Nature Morte Gallery, New York, im Jahr 1984, wird er zeitweise der "Neo-Geo"-Bewegung zugerechnet, deren kritische Reflexion von Kommerzialisierung und Mechanisierung der Spätmoderne er jedoch mit Skepsis begegnet. Stattdessen entwickelt er eine eigenständige Praxis, die Minimalismus und Pop-Art von Frank Stella über Barnett Newman bis Andy Warhol mit der anarchischen Energie des Punk verschränkt. Parrino arbeitet medienübergreifend in Malerei, Video, Zeichnung, Installation und Performance. Seine Werke dekonstruieren die Malerei im wörtlichen Sinn: Leinwände werden verdreht, zerrissen oder vom Keilrahmen gelöst und in instabile Objekte überführt, die die Konventionen des Mediums herausfordern und erweitern. Das hier angebotene Werk von 1998 führt diesen Ansatz exemplarisch vor. Sein Titel ist ebenso nihilistisch wie provokant, seine Bearbeitung der Leinwand radikal. Durch das gezielte Entfernen von Partien der monochromen Oberfläche destabilisiert Parrino die Bildfläche und transformiert das Gemälde in einen Ort, an dem Abwesenheit und Präsenz gleichermaßen wirksam werden.
Parrino stirbt 2005 infolge eines Motorradunfalls. Bereits ein Jahr später wird sein Werk in die Whitney Biennial aufgenommen und erfährt damit posthume Anerkennung. Internationale Ausstellungen, unter anderem im Kunstmuseum St. Gallen (1998), im Museum of Contemporary Art in Tokio (2003), im Whitney Museum of American Art, New York (2015), sowie in der Fondation Louis Vuitton, Paris (2022), belegen die anhaltende Relevanz seines Schaffens. Parrinos Œuvre gilt heute als singulärer, kompromissloser Beitrag zur Malerei, der das Medium bis in die Gegenwart hinein herausfordert und neu bestimmt. [KA]




Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung zu Steven Parrino "Blunt Barnby's Hole"
Dieses Objekt wird regel- oder differenzbesteuert angeboten, Folgerechtsvergütung fällt an.

Berechnung bei Differenzbesteuerung:
Zuschlagspreis bis 2.000.000 Euro: hieraus Aufgeld 34 %.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.000.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 29 % berechnet und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.000.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 4.000.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 22 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 4.000.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Das Aufgeld enthält die Umsatzsteuer, diese wird jedoch nicht ausgewiesen.

Berechnung bei Regelbesteuerung:
Zuschlagspreis bis 2.000.000 Euro: hieraus Aufgeld 29 %.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.000.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 23 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.000.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 4.000.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 4.000.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf die Summe von Zuschlag und Aufgeld wird die gesetzliche Umsatzsteuer von 7 % erhoben.

Wir bitten um schriftliche Mitteilung vor Rechnungsstellung, sollten Sie Regelbesteuerung wünschen.

Berechnung der Folgerechtsvergütung:
Für Werke lebender Künstler oder von Künstlern, die vor weniger als 70 Jahren verstorben sind, fällt gemäß § 26 UrhG eine Folgerechtsvergütung in folgender Höhe an:
4% des Zuschlags ab 400,00 Euro bis zu 50.000 Euro,
weitere 3 % Prozent für den Teil des Zuschlags von 50.000,01 bis 200.000 Euro,
weitere 1 % für den Teil des Zuschlags von 200.000,01 bis 350.000 Euro,
weitere 0,5 Prozent für den Teil des Zuschlags von 350.000,01 bis 500.000 Euro und
weitere 0,25 Prozent für den Teil Zuschlags über 500.000 Euro.
Der Gesamtbetrag der Folgerechtsvergütung aus einer Weiterveräußerung beträgt höchstens 12.500 Euro.

Die Folgerechtsvergütung ist umsatzsteuerfrei.


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