42
Keith Haring
Retrospect, 1989.
Farbserigrafie
Schätzpreis: € 120.000 - 180.000
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Keith Haring
Retrospect, 1989.
Farbserigrafie
Schätzpreis: € 120.000 - 180.000
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Keith Haring
1958 - 1990

Retrospect. 1989.
Farbserigrafie.
Signiert, datiert und nummeriert. Aus einer Auflage von 75 Exemplaren. Auf festem Velin. 103,5 x 195 cm (40,7 x 76,7 in). Papier: 116 x 207 cm (45,7 x 81,5 in).
Herausgegeben von Martin Lawrence Limited Editions, New York (mit dem Prägestempel).

• Das krabbelnde Baby, der bellende Hund und der Engel: In großem Format vereint "Retrospect" Harings berühmte Markenzeichen, seine "Icons".
• Von Harings bunten Piktogrammen zu Smileys und Emojis: Mit seiner visionären, unverwechselbaren Bildsprache nimmt er den Stil heutiger, moderner Kommunikation vorweg.
• Seine global verständlichen Zeichen und allegorischen Figuren kommentieren das Zeitgeschehen sowie existenzielle und brisante Themen des Lebens.
• Harings zeitlose Arbeiten etablieren ihn als einen der bis heute bedeutendsten amerikanischen Künstler des späten 20. Jahrhunderts
.

PROVENIENZ: Martin Lawrence Galleries, New York.
Privatsammlung Österreich (1997 vom Vorgenannten erworben).

LITERATUR: Klaus Littmann, Keith Haring. Editions on Paper 1982-1990. Das druckgraphische Werk, Stuttgart 1993, S. 120f. (m. Farbabb. eines anderen Ex.).

"I assumed, after all, that the point of making art was to communicate and contribute to culture."
Keith Haring, zit. nach: Webseite der Keith Haring Foundation, https://www.haring.com/!/pop-shop.

Aufrufzeit: ca. 18.22 h +/- 20 Min.

Mit seiner heute ikonischen figurativen Kunst entwirft Keith Haring in den 1980er Jahren eine allgemeingültige, für jedermann verständliche Bildsprache, eine eigene, unverwechselbare Ikonografie, die sich vom damals etablierten, elitären Kunstbegriff distanziert und letztendlich die kulturelle Identität eines ganzen Jahrzehnts definiert.

1978 zieht es den jungen Keith Haring nach New York, wo er zunächst an der School of Visual Arts studiert. Inspiriert von der Graffiti-Kunst entstehen seine Werke in den darauffolgenden Jahren oftmals auf unkonventionellen Bildträgern, an öffentlichen Plätzen, auf Mauern, Haus- und Galeriewänden oder auf überklebten Plakaten in den New Yorker U-Bahn-Stationen: dort, wo seine Kunst ohne institutionelle Schranken für die breite Bevölkerung zugänglich ist und betrachtet werden kann. Mit diesem Ziel eröffnet Haring 1986 den "Pop Shop" im New Yorker Stadtteil SoHo, in dem u. a. T-Shirts, Buttons und originelle Merchandise-Artikel mit Harings bekannten Bildmotiven verkauft und so für jedermann verfügbar gemacht werden: "The Pop Shop makes my work accessible. It’s about participation on a big level." (Keith Haring, zit. nach: Webseite der Keith Haring Foundation, https://www.haring.com/!/pop-shop)
Wie sein 30 Jahre älterer Künstlerkollege Andy Warhol erkennt Haring in diesem Zusammenhang auch das große Potenzial der Druckgrafik, durch die seine Kunst ebenfalls einem größeren Publikum zugänglich gemacht werden kann. Ab 1982 beschäftigt sich der junge Künstler intensiv mit den unterschiedlichsten Drucktechniken: "Keiths Energien waren unerschöpflich und seine Neugier unersättlich. Die anscheinend grenzenlose Vielfalt seiner Ausdrucksmittel ist Beweis für diese Eigenschaften. Keith war fasziniert von allen Druckverfahren. Im Laufe seiner zehnjährigen Karriere machte er Lithografien, Siebdrucke, Prägedrucke und Radierungen." (Julia Gruen, zit. nach: Klaus Littmann, Keith Haring. Editions on Paper 1982-1990. Das druckgraphische Werk, Stuttgart 1993, S. 7)

"Retrospect" entsteht 1989, nur ein Jahr vor Harings viel zu frühem Tod im Alter von 31 Jahren. Auf großem Format vereint die Serigrafie den konzentrierten Kosmos seiner ikonischen Motive, seiner sog. Icons. Sie fungiert als visuelle Autobiografie und als eindrucksvolles Vermächtnis seiner unverwechselbaren Zeichenwelt.

Jede der vierundzwanzig einzelnen, schwarz umrandeten quadratischen Bildtafeln zeigt eine in sich geschlossene Szene, bestehend aus den bekanntesten Figuren und Motiven aus Harings unverwechselbarer Zeichenwelt, darunter das krabbelnde Baby, der bellende Hund, der Delphin, der Engel, tanzende Figuren und pulsierende, aktivierende Linien. Die bunten Piktogramme erweisen sich als zeitlos und letztendlich auch als absolut visionär, denn seit der Jahrtausendwende besteht ein großer Teil der alltäglichen, modernen Kommunikation – anders als in den 1980er Jahren – aus Bildern und Symbolen wie Smileys, Emojis und GIFs.
Mit diesem sich wiederholenden Vokabular aus linearen, allegorischen Figuren in der so charakteristischen, einfachen und leicht verständlichen Bildsprache setzt sich Harings künstlerisches Schaffen mit komplexen, existenziellen Themen wie Leben und Tod, Liebe, Politik und Wirtschaft, Gemeinschaftsgefühl und kollektiver Menschlichkeit auseinander. Harings Bildwelten haben wie die darin behandelten Themen nichts an Aktualität verloren. [CH]




Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung zu Keith Haring "Retrospect"
Dieses Objekt wird regel- oder differenzbesteuert angeboten, Folgerechtsvergütung fällt an.

Berechnung bei Differenzbesteuerung:
Zuschlagspreis bis 1.000.000 Euro: hieraus Aufgeld 34 %.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 1.000.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 29 % berechnet und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 1.000.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 4.000.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 22 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 4.000.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Das Aufgeld enthält die Umsatzsteuer, diese wird jedoch nicht ausgewiesen.

Berechnung bei Regelbesteuerung:
Zuschlagspreis bis 1.000.000 Euro: hieraus Aufgeld 29 %.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 1.000.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 23 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 1.000.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 4.000.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 4.000.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf die Summe von Zuschlag und Aufgeld wird die gesetzliche Umsatzsteuer von 19 % erhoben.

Wir bitten um schriftliche Mitteilung vor Rechnungsstellung, sollten Sie Regelbesteuerung wünschen.

Berechnung der Folgerechtsvergütung:
Für Werke lebender Künstler oder von Künstlern, die vor weniger als 70 Jahren verstorben sind, fällt gemäß § 26 UrhG eine Folgerechtsvergütung in folgender Höhe an:
4% des Zuschlags ab 400,00 Euro bis zu 50.000 Euro,
weitere 3 % Prozent für den Teil des Zuschlags von 50.000,01 bis 200.000 Euro,
weitere 1 % für den Teil des Zuschlags von 200.000,01 bis 350.000 Euro,
weitere 0,5 Prozent für den Teil des Zuschlags von 350.000,01 bis 500.000 Euro und
weitere 0,25 Prozent für den Teil Zuschlags über 500.000 Euro.
Der Gesamtbetrag der Folgerechtsvergütung aus einer Weiterveräußerung beträgt höchstens 12.500 Euro.

Die Folgerechtsvergütung ist umsatzsteuerfrei.


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