Auktion: 350 / Moderne Kunst am 19.06.2009 in München Lot 222

 
Karl Schmidt-Rottluff - Schwertlilien


 
222
Karl Schmidt-Rottluff
Schwertlilien, 1958.
Aquarell
Schätzung:
€ 12.000
Ergebnis:
€ 39.650

(inkl. 22% Käuferaufgeld)
Objektbeschreibung
Lot: 222
Karl Schmidt-Rottluff
1884 Rottluff bei Chemnitz - 1976 Berlin
Schwertlilien. 1958.
Aquarell und Tuschpinselzeichnung.
Unten mittig signiert, links unten handschriftlich mit der Werknummer "586" (6. Aquarell 1958) bezeichnet. Verso von fremder Hand mit der Nummer "48/68" bezeichnet. Auf Aquarellbütten. 69,5 x 50 cm (27,3 x 19,6 in), blattgroß.

PROVENIENZ: Privatsammlung Süddeutschland.

Der Maler, Grafiker und Plastiker Karl Schmidt wird 1884 in Rottluff bei Chemnitz geboren.1905 beginnt Schmidt-Rottluff ein Architekturstudium an der Technischen Universität in Dresden. Im selben Jahr gründet er mit Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel und Fritz Bleyl die Künstlergemeinschaft "Brücke". In seinen expressionistischen Bildern verleiht der Maler der leidenschaftlich aufgetragenen und bildbestimmenden Farbe eine intensive Leuchtkraft und geht in der Verwendung der unvermischten Primärfarben im Vergleich zu seinen Künstlerkollegen am weitesten. Bis 1912 hält sich Schmidt-Rottluff immer wieder für längere Zeit in Dangast und Dangastermoor bei Varel in Oldenburg auf, wo er zahlreiche Motive für seine Landschaftsgemälde findet. Mit seiner Übersiedlung nach Berlin im Jahr 1911 wendet er sich verstärkt formalen Problemen zu und entwickelt eine zunehmend reduzierte, geometrische Formensprache. Der Ausbruch des Krieges unterbricht diese Entwicklung. Nach seinem Militärdienst kehrt er 1918 nach Berlin zurück. Seinen Arbeitsrhythmus mit Malreisen im Sommer und der Atelierarbeit im Winter behält er auch in den zwanziger Jahren bei. Aufenthalte in Pommern, am Lebasee, im Tessin, im Taunus und in Rom inspirieren Schmidt-Rottluff zu seinen reifen Stillleben und Landschaften. 1937 wird seine Kunst in der Münchner Ausstellung "Entartete Kunst" diffamiert, 1941 folgen das Malverbot und der Ausschluss aus dem Berufsverband. Nach dem Zweiten Weltkrieg nimmt Schmidt-Rottluff einen Lehrstuhl an der (West-) Berliner Hochschule für bildende Künste an.
Die Aquarelle von Schmidt-Rottluff werden von der Zeichnung bestimmt. Die Kompostion ist von daher festgelegt und in ihrer bildhaften Wirkung statisch gefestigt. Fast immer sind die Dinge groß gesehen und die Farbflächen, mit denen Schmidt-Rottluff das Bildgeschehen untermauert, stehen rein nebeneinander. Eine luzide Klarheit der Farben zeichnet die Aquarelle aus, die im malerischen ¼uvre des Künstlers bewusst eine eigenständige Komponente geblieben sind.
Zahlreiche Ausstellungen in der Bundesrepublik ehren Karl Schmidt-Rottluff, der von der Kunstgeschichte zu den wichtigsten Vertretern des deutschen Expressionismus gezählt wird. [KD].

In sehr guter, farbfrischer Erhaltung.

EUR: 12.000 - 15.000 DIFF.(19%)
US$: 16.368 - 20.460

222
Karl Schmidt-Rottluff
Schwertlilien, 1958.
Aquarell
Schätzung:
€ 12.000
Ergebnis:
€ 39.650

(inkl. 22% Käuferaufgeld)