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Auktion: 406 / Moderne Kunst am 08.06.2013 in München Lot 61

 
Objektbeschreibung
Blumenstillleben mit Kanne. 1930/31.
Öl auf Leinwand.
Watenphul Pasqualucci/Pasqualucci G 157. Unten links signiert und "31" datiert, teils auf der umgeschlagenen Leinwand. 80,5 x 98 cm (31,6 x 38,5 in).

Wir danken Frau Alessandra Pasqualucci, Rom, für die freundliche Auskunft.

PROVENIENZ: Privatsammlung Rheinland.

AUSSTELLUNG: Max Peiffer Watenphul. Kollektivausstellung von Ölgemälden und Aquarellen. Kunstverein Haus Salve Hospes, Braunschweig, August 1948.

Max Peiffer Watenphul studiert zunächst Medizin, dann Jura und promoviert schließlich 1918 als Jurist über Kirchenrecht. In München lernt er Paul Klee kennen und begibt sich so ein Jahr später nach Weimar ans Bauhaus, wo er mit Gropius, Itten, Feininger und Kandinsky zusammentrifft. 1924 kommt Peiffer Watenphul zum ersten Mal nach Salzburg und arbeitet dort auf dem Gebiet der Emailmalerei in der Werkstatt von Maria Cyrenius. Von der Stadt ist er so begeistert, dass er bis Mitte der sechziger Jahre immer wieder dorthin zurückkehrt. Auf eine Berufung nach Essen übernimmt er dort 1927-1931 eine Lehrtätigkeit an der Folkwang-Schule. 1931 erhält er den Rom-Preis der Deutschen Akademie Villa Massimo und verbringt die Zeit bis 1932 in Italien.

In seinen Stillleben liebt Max Peiffer Watenphul das überreiche Arrangement. Kostbare Vasen und Blumen geben sich ein geselliges Stelldichein, das dem Maler Möglichkeiten eines Rückgriffs auf ältere Vorbilder bietet. So ist das niederländische Stillleben mit seiner ausufernden Üppigkeit der Dekoration zu benennen wie auch das der Impressionisten, die in ihrem malerischen Duktus hier vorbildhaft wirken. Doch Peiffer Watenphul verarbeitet seine Vorbilder nur ansatzweise, um ihnen in einer sehr eigenen Stilistik neue Ausdrucksformen zu verleihen. In fast allen Gemälden Peiffer Watenphuls lässt sich der elegische Ton einer Sehnsucht nach Harmonisierung der Welt erkennen. Die zarten, lockeren Formen scheinen sich aufzulösen, um in einem anderen Zusammenhang neue Verbindungen einzugehen. Diese gewollte und positiv verstandene Realitätsferne ist das eigentliche Geheimnis dieser Arbeiten.

1933 entscheidet sich Peiffer Watenphul dafür, ganz nach Italien zu ziehen, wo er auf Ischia mit deutschen Malern wie Gilles, Levy und Purrmann zusammentrifft. Acht Jahre später kehrt er zurück nach Krefeld, um an der Textilfachschule zu arbeiten. Diese Lehrtätigkeit setzt er ab 1943 an der Kunstgewerbeschule in Salzburg fort. 1946 flieht er nach Venedig, wo er bis 1956 bleibt und eine Reihe seiner bekannten Stadtbilder entstehen. 1956 siedelt Peiffer Watenphul nach Rom über. Seine Verbindung zu Salzburg besteht aber weiterhin. Die Stadt stellt dem Künstler schließlich ein Atelier zur Verfügung und Peiffer Watenphul wird der Nachfolger Kokoschkas an der Sommerakademie. Ab 1964 verbringt der Maler jeweils drei Monate auf der griechischen Insel Korfu. 1965/66 entstehen seine Farblithografien zu Goethes "Buch Suleika" (Edition de Beauclair), 1967 die Farblithografien für die Venedig- und die Griechenland-Mappe (Edition de Beauclair). Peiffer Watenphul erhält u.a. den Preis der Berliner Akademie der Künste (1932) sowie den Preis des Carnegie-Instituts, Pittsburgh (1933). 1965 wird er Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaft und Künste. Max Peiffer Watenphul stirbt kurz vor seinem 80. Geburtstag am 13. Juli 1976 in Rom, er wird auf dem Cimitero acattolico in Rom beigesetzt. [KD].

61
Max Peiffer Watenphul
Blumenstillleben mit Kanne, 1930.
Öl auf Leinwand
Schätzung:
€ 14.000
Ergebnis:
€ 15.000

(inkl. 25% Käuferaufgeld)
 


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