Auktion: 401 / Post War/Zeitgenössische Kunst am 08.12.2012 in München Lot 243

 

243
Zao Wou-Ki
Ohne Titel, 1960.
Aquarell
Schätzung:
€ 30.000
Ergebnis:
€ 115.900

(inkl. 22% Käuferaufgeld)
Ohne Titel. 1960.
Aquarell und Tusche.
Rechts unten signiert und datiert. Auf Aquarellpapier von Arches (mit der Prägung). 76 x 56,7 cm (29,9 x 22,3 in), blattgroß.

Mit einem Echtheitszertifikat der Fondation Zao Wou-Ki, Genf, vom 09.11.2012.

PROVENIENZ: Galerie Heimeshoff, Essen.
Privatsammlung Nordrhein-Westfalen.

Bereits im Alter von vierzehn Jahren tritt Zao Wou-Ki sein Studium an der Kunstakademie von Hangtschou an und beginnt mit der Ölmalerei. 1941-47 ist er dort selbst als Professor tätig und zeigt seine Werke auf einer ersten Einzelausstellung. Der junge Künstler ist stark von Vertretern der europäischen Moderne beeindruckt. 1948 emigriert Wou-Ki nach Paris und macht dort die Bekanntschaft von Henri Michaux, Alberto Giacometti, Joan Miró und Maria Elena Vieira da Silva. In Paris belegt Wou-Ki Kurse an der Grande Chaumière und erlernt die Lithographie. Nur ein Jahr später findet seine erste Pariser Einzelausstellung in der Galerie Creuze statt, der viele weitere in ganz Europa folgen. Ausgehend von Paul Klees Vorbild entfernt Wou-Ki sich zunehmend von der gegenständlichen Malerei und wendet sich einer Synthese von östlicher Kalligrafie und dem europäischen Informel zu. Seine poetisch, abstrakten Bilder führen zu landschaftlich-kosmischen Assoziationen. 1953 entwirft Wou-Ki die Ausstattung für das Ballett "Die Perle" von R. Petit. 1955 folgt die Auszeichnung mit dem Carnegie-Preis in Pittsburgh. 1957/58 bereist Zao Wou-Ki die USA.

Das vorliegende Aquarell des französisch-chinesischen Künstlers Zao Wou-Ki besticht wie auch sein in dieser Auktion angebotenes Ölgemälde durch die dezente und zugleich ausdruckstarke Farbgebung und die Kombination von mit breitem Pinsel aufgetragenen Flächen und zarten, zeichenhaften Strichformationen. Einen besonderen Reiz verleiht Zao Wou-Ki unserem Aquarell durch die blauen und violetten Farbakzente, die aus der schwarz-braunen Schattierung der Kompsition hervorleuchten.

1964 erhält er die französische Staatsbürgerschaft und 1965 werden seine Werke in einer ersten großen Retrospektive im Museum Folkwang in Essen gezeigt. In den 1970er Jahren hält sich der Künstler mehrmals in China auf und es entsteht eine Serie von Tuschmalereien in chinesischer Tradition. Als Freund von H. Michaux und A. Malraux ist Wou-Ki auch an vielen Illustrationsprojekten beteiligt. 1980 folgt er dem Ruf als Professor an der Ecole Nationale supérieure des Arts décoratifs. In den neunziger Jahren werden Zao Wou-Ki mehrere Ehrendoktorate und der japanische Premium Imperial Award verliehen und er ist mit seinen Werken auf den großen internationalen Ausstellungen wie der Biennale in Venedig von 1996 vertreten.[KH].




243
Zao Wou-Ki
Ohne Titel, 1960.
Aquarell
Schätzung:
€ 30.000
Ergebnis:
€ 115.900

(inkl. 22% Käuferaufgeld)