Auktion: 420 / Kunst nach 45 / Zeitgenössische Kunst am 06.12.2014 in München Lot 808

 

808
Heinz Mack
Schlitz-Relief, 1960.
Relief
Schätzung:
€ 60.000
Ergebnis:
€ 137.500

(inkl. 25% Käuferaufgeld)
Schlitz-Relief. 1960.
Relief. Aluminium auf Holz.
Honisch 529. Verso signiert, datiert und bezeichnet "12" sowie mit Richtungspfeil. Unikat. 48 x 100 x 5,5 cm (18,8 x 39,3 x 2,1 in).
[JS].

PROVENIENZ: Galerie Ad Libitum, Antwerpen (verso mit dem Etikett).
Privatsammlung Frankfurt.
Privatsammlung Hessen.

AUSSTELLUNG: Goepfert und Zero: Zero und Goepfert, Frankfurter Kunstverein, Frankfurt am Main 29.4.-31.5.1987, Kat.-Nr. 77, S. 128 (mit Abb.).

Der am 8. März 1931 im hessischen Lollar geborene Heinz Mack besucht 1950-1953 die Staatliche Kunstakademie in Düsseldorf und macht sein Staatsexamen in Kunst- und Werkerziehung. Parallel dazu studiert er in Köln Philosophie. Zusammen mit Otto Piene gründet Mack 1957 die avantgardistische Künstlergruppe "ZERO", mit der sein Name seither untrennbar verbunden ist. Anstelle von "Klassischen Kompositionen" stellt sie den Betrachter vor völlig neue und provozierende Aspekte: Licht, Bewegung, Raum, Zeit, Dynamik, Vibration und serielle Strukturen treten in den Vordergrund. Licht und Bewegung sind auch die zentralen Themen der nun entstehenden Kunstwerke, wie das "Sahara-Projekt", das Mack 1958 konzipiert und 1968/69 teilweise realisiert.

Heinz Mack hat sich mit seinen Arbeiten einen eigenen Platz in der Kunst der Moderne gesichert, der zwischen skulpturalem Anspruch und architektonischem Raumelement liegt. Durch die Hereinnahme von Licht, sei es nun passiv oder aktiv, werden die Objekte von Mack aus ihrem rein skulpturalen Umfeld herausgehoben und bekommen eine eigenständige Komponente. Es ist nicht mehr nur die Materialität der Formen, die den Gesamteindruck bestimmt, sondern die Art des Lichteinfalls. Mack schafft auf diese Weise eine in Teilen entstofflichte Kunst, die auch stets die Interaktion mit dem Betrachter sucht. Die Materie seiner Werke ist statisch und doch, abhängig von Lichteinfall und Betrachterstandpunkt, optisch höchst unterschiedlich präsent.

Für die Documenta III in Kassel schafft er 1964 zusammen mit Piene und Uecker den "Licht-Raum", der sich heute im Kunstmuseum in Düsseldorf befindet. 1966 findet eine Einzelausstellung seiner Arbeiten in der New Yorker Howard Wise Gallery statt. Im selben Jahr findet die letzte "ZERO"-Ausstellung in Bonn statt. Neben den "Rotoren" bilden die "Lichtreliefs" eine weitere selbstständige Werkgruppe, die vor allem während der 1970er Jahre - nach Auflösung der "ZERO"-Bewegung - in Erscheinung tritt. Inspiriert durch die Sonnenfarben seines Ateliers auf Ibiza widmet sich Mack ab 1991 wieder intensiv der Malerei, nennt seine Werke "Chromatische Konstellationen". Heinz Mack gilt als unermüdlicher Experimentator im Spektrum des Farblichts. Als Maler, Zeichner, Skulpturenkünstler, Keramiker, aber auch als Gestalter von Plätzen und Interieurs stellt er die ästhetischen Gesetze von Licht und Farbe, Struktur und Form in immer neue Dialoge. Seine Werke befinden sich in rund einhundert öffentlichen Sammlungen in aller Welt.




808
Heinz Mack
Schlitz-Relief, 1960.
Relief
Schätzung:
€ 60.000
Ergebnis:
€ 137.500

(inkl. 25% Käuferaufgeld)