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Auktion: 489 / Kunst des 20./21. JH I am 07.06.2019 in München Lot 113000312

 
Objektbeschreibung
Pelargonientopf. 1951.
Öl auf Hartfaserplatte.
Nicht bei Grohmann. Rechts oben signiert. Verso signiert und betitelt sowie mit der Werknummer "5128". 74 x 66 cm (29,1 x 25,9 in).

Das vorliegende Gemälde ist im Archiv der Karl und Emy Schmidt-Rottluff Stiftung, Berlin, dokumentiert. Wir danken der Karl und Emy Schmidt-Rottluff Stiftung für die freundliche Auskunft.

PROVENIENZ: Neumeister, Kunst des 20. Jahrhunderts, München, 14. Mai 1997, Los 304, mit Abb. Farbt. 31.
Privatsammlung Süddeutschland (seit 1997).

Karl Schmidt-Rottluff, 1951, zit. n. C. Remm, "Immer wieder muss die Welt neu gesehen werden", in: Karl Schmidt-Rottluff. Die Berliner Jahre 1946-1976, hrsg. v. M. M. Moeller, Brücke-Museum Berlin, München 2005, S. 32.

Essay
1951, im Entstehungsjahr des vorliegenden Gemäldes, hat Karl Schmidt-Rottluff, der auch inmitten der beginnenden abstrakten Tendenzen der Nachkriegsjahre stets der gegenständlichen Malerei treu blieb, seinen stetigen künstlerischen Anspruch, wie im oberen Zitat des Künstlers erkennbar, formuliert. Und so liegt die besondere Progressivität unseres leuchtenden Stilllebens in der kaftvollen Farbigkeit und dem weitestgehenden Verzicht auf Binnenkonturen und damit auf eine dreidimensionale Wirkung des Dargestellten. So scheint Schmidt-Rottluffs Gemälde "Pelargonientopf" in der souveränen Verteilung der klar abgegrenzten Farbflächen geradezu Tendenzen der Pop-Art vorwegzunehmen.
In den fünfziger Jahren findet Karl Schmidt-Rottluff zu einer weiteren Verfestigung der Formen, die wichtigsten Bildelemente werden konturiert und bilden so isolierte Gestaltungselemente innerhalb der Komposition. Breit angelegte Farbflächen unterstützen diese Tendenz einer Farbflächenmalerei innerhalb einer Gegenständlichkeit, die Schmidt-Rottluff zugunsten einer reinen Abstraktion nie aufgegeben hat. Die farbliche Dynamisierung beschränkt sich allerdings auf das real Gesehene und wird nie zum Eigenleben erhoben. Eine starke optische Präsenz, die sich vor allem im kompakten Formengut der Stillleben manifestiert, ist die Quintessenz all dessen, was in der deutschen Malerei der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts geschaffen und erdacht wurde: "Malte der junge Künstler noch ungestüm, mit ungebändigter Kraft, mutig experimentierend, so manifestiert sich im reifen Werk Erfahrung, Souveränität, Konsequenz." (C. Remm, s. o., S. 18.) [KD/JS]
113000312
Karl Schmidt-Rottluff
Pelargonientopf, 1951.
Öl auf Hartfaserplatte
Schätzpreis: € 100.000 - 150.000
+
 


Weitere Abbildungen
Karl Schmidt-Rottluff - Pelargonientopf - Rahmenbild
Rahmenbild
 
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