Auktion: 412 / Alte Meister am 22.11.2013 in München Lot 208

 

208
Gabriel Cornelius von Max
Geburtstagsblumen (Affe mit Anemonen), 1890.
Öl auf Holz
Schätzung:
€ 10.000
Ergebnis:
€ 40.260

(inkl. 22% Käuferaufgeld)
Geburtstagsblumen (Affe mit Anemonen). Ca. 1890er Jahre.
Öl auf Holz.
Rechts unten signiert. Rechts oben betitelt. 24,3 x 36 cm (9,5 x 14,1 in).
Verso Stempel Bundesdenkmalamt Wien.

PROVENIENZ: Galerie Odeon, München 1966 (verso handschriftlich bezeichnetes Etikett).
Seitdem in norddeutschem Privatbesitz.

Gabriel von Max wird 1840 in Prag geboren und stammt aus einer böhmischen Künstlerfamilie. Zunächst studiert er an der Prager Akademie und wechselt dann nach Wien. 1863 zieht Max nach München und wird zusammen mit Hans Makart und Franz von Defregger Schüler bei Carl Theodor von Piloty an der Münchner Akademie. Hier erhält seine künstlerische Entwicklung entscheidende Impulse. Max, der seit seiner Prager Akademiezeit großes Interesse an Parapsychologie, Darwinismus und asiatischer Philosopie zeigt, nutzt das bei Piloty Gelernte zur Formulierung von Motiven religiös-spiritistischen und phantastischen Inhalts. Sowohl bei den religiösen als auch den allegorisch-mystischen Bildmotiven bevorzugt Max einen melancholisch-verträumten Frauentypus, den er in einigen Fällen auch in ekstatischem Zustand zeigt. Den ersten großen Erfolg erzielt der Maler 1867 mit der "Märtyrerin am Kreuz". Er ruft vor allem mit der emotionalisierenden und detailreichen Schilderung religiöser, literarischer und mythologischer Stoffe große Bewunderung beim Münchner Kunstpublikum hervor. 1878 wird Gabriel von Max zum Professor für Historienmalerei an die Akademie der Bildenden Künste in München berufen, tritt jedoch 1883 von Amt und Titel wieder zurück. Gegen Ende des Jahrhunderts beginnt Max, der ab 1884 der Theosophischen Gesellschaft angehört, sich zunehmend mit naturwissenschaftlichen Fragestellungen und der darwinistischen Evolutionstheorie auseinanderzusetzen. Über die Jahre hinweg trägt er in seinem Haus am Starnberger See eine beeindruckende wissenschaftliche Sammlung mit über 60.000 Exponaten zur Vor- und Frühgeschichte, Zoologie, Ethnografie und Anthropologie zusammen. Seine Schädelsammlung gilt als eine der größten seiner Zeit. Auch in der Themenwahl seiner Gemälde spiegelt sich ab etwa 1900 jenes wissenschaftliche Interesse wider.

Berühmt sind vor allem die zahlreichen Affenbilder - das bekannteste dürfte das Gemälde "Affen als Kunstrichter" von 1889 sein, das sich heute in der Neuen Pinakothek in München befindet. Als Studienobjekte, deren Körper er nach dem Tod auch wissenschaftlich seziert, hält der Maler bereits ab den 1870er Jahren eine ganze Schar von Affen, später lediglich einzelne Tiere, die als seine ständigen Begleiter und enge Haustiere mit der Familie leben.

Der Maler Gabriel von Max, der 1900 geadelt wird, hat großen Einfluss auf die tschechische und die Münchner Kunstszene. Er stirbt 1915 im Alter von 75 Jahren in München. [CB].




208
Gabriel Cornelius von Max
Geburtstagsblumen (Affe mit Anemonen), 1890.
Öl auf Holz
Schätzung:
€ 10.000
Ergebnis:
€ 40.260

(inkl. 22% Käuferaufgeld)