Auktion: 416 / Kunst nach 45 / Zeitgenössische Kunst am 07.06.2014 in München Lot 757

 

757
Francis Bacon
Triptyque Août 1972, 1979.
Farblithografie
Schätzung:
€ 20.000
Ergebnis:
€ 28.750

(inkl. 25% Käuferaufgeld)
Triptyque Août 1972. 1979.
3 Farblithografien auf separaten Blättern.
Sabatier 23. Jeweils signiert und nummeriert. Aus einer Auflage von 180 Exemplaren. Auf Velin von Arches (ohne Wasserzeichen). Jeweils 65,6 x 48,5 cm (25,8 x 19 in). Papier: jeweils ca. 89,5 x 62,5 cm (35,2 x 24,6 in).
Farblithografien nach dem gleichnamigen, 1972 entstandenen Gemälde. Herausgegeben von der Galerie Lelong, Paris. [KP].

Francis Bacon gehört zu den bedeutendsten Künstlern des 20. Jahrhunderts. 1909 in Dublin geboren, beginnt er autodidaktisch zu zeichnen und zu aquarellieren und verdient sich seinen Lebensunterhalt als Innenarchitekt. 1928 lässt sich Bacon in London nieder, zieht in eine zum Atelier umgebaute Garage und beginnt zu malen. Es entstehen autodidaktisch erste Ölbilder, in denen er sich mit dem Kubismus und dem Surrealismus auseinandersetzt. Nachdem frühe Ausstellungen ohne Resonanz bleiben, nimmt Bacon seine Tätigkeit als Möbeldesigner wieder auf und gibt sich seiner Spielleidenschaft hin. 1941 wird der Künstler zum Zivilschutz einberufen. Als er Ende 1942 nach London zurückkehrt, vernichtet er seine bisher entstandenen Werke fast vollständig. Erst im Jahre 1944 wendet sich Bacon wieder bewusst der Malerei zu. Es entsteht das Triptychon "Drei Studien zu Figuren am Fuße einer Kreuzigung" (1944), das der Künstler selbst an den Beginn seiner künstlerischen Entwicklung stellt. Mit dem durch Eric Hall angekauften Bild stellt sich Francis Bacons erster Erfolg ein. 2 Jahre später, der Künstler lebt mittlerweile in Monte Carlo, entsteht "Painting 1946", ein Schlüsselbild im Œuvre Bacons. Ab 1950 ist er wieder dauerhaft in London und unterrichtet für kurze Zeit am Londoner Royal College of Art. Von 1951 bis 1965 entsteht die Serie der Papstbilder nach einem Motiv des Papstes Innozenz X. Mit Lucian Freud und Ben Nicholson gestaltet er 1954 den Britischen Pavillon der 27. Biennale in Venedig. 1955 ist die erste Retrospektive Bacons in London zu sehen, viele weitere folgen. In den nächsten Jahren finden zahlreiche wichtige Einzelausstellungen seiner Werke in Italien, England, Frankreich und den USA statt.

Von Bacons selbst definiertem Beginn seiner künstlerischen Entwicklung an ist das Triptychon die bestimmende Bildform im Œuvre des Künstlers. Einen der vielen Höhepunkte im Werk markiert das hier vorliegende "Triptychon, August 1972", das einmal mehr Bacons gleichermaßen brutale und doch hoch ästhetische Bildsprache vor Augen führt und zugleich ein kunsttheoretisches Konzept der Formerfindung Bacons thematisiert: "Als Bacon Ende der sechziger Jahre daran dachte, Plastiken zu schaffen, stellte er sich vor, daß sie aus einem Fluß aus Fleisch entstünden. Die Figuren sollten aussehen, als ob sie der Masse des Fleisches entstiegen [..]. Bacon hat den Gedanken an Plastiken dann aufgegeben. Er meinte, die Figuren, die er sich alle auf einem Stahlgerüst stehend vorgestellt hatte, doch besser malen zu können. Seither zieht sich dieser Strom von Fleisch deutlicher denn je durch seine Bilder. Aus ihm stammen alle Figuren, die er geschaffen hat, und dorthin kehren sie zurück. Sein Triptychon vom August 1972 erinnert an eine solche Rückkehr. Fleisch zu Fleisch, und die Schatten wachsen." (zit. nach: Wieland Schmied, Francis Bacon. Das Bewußtsein der Gewalt, München 1996, S. 82).

In den Jahren 1959, 1964, 1977 und 1992 beteiligt sich der Künstler an der Documenta in Kassel. Nach dem Tod seines Lebensgefährten Peter Lacy 1962 geht er mit George Dyer eine Beziehung ein, der 1971 stirbt. 1992 verstirbt Bacon nach einem Herzinfarkt in Madrid, wo er sich wegen einer Velazques-Ausstellung aufhält. [KP]




757
Francis Bacon
Triptyque Août 1972, 1979.
Farblithografie
Schätzung:
€ 20.000
Ergebnis:
€ 28.750

(inkl. 25% Käuferaufgeld)