Auktion: 429 / Kunst nach 1945 / Zeitgenössische Kunst am 04./05.12.2015 in München Lot 904

 
904
Joseph Beuys
Hirsch, 1956.
Aquarell
Schätzung:
€ 40.000
Ergebnis:
€ 168.750

(inkl. 25% Käuferaufgeld)
Objektbeschreibung
Hirsch. 1956.
Aquarell.
Rechts oben signiert und datiert. Auf festem Velin. 19 x 28 cm (7,4 x 11 in), Blattgröße.

Äußerst seltenes Hirschaquarell aus den 50er Jahren.
Wir danken Frau Eva Beuys für die freundliche Auskunft.

PROVENIENZ: Privatsammlung Süddeutschland.

Essay
Die frühe und seltene Wasserfarbenarbeit Beuys' zeigt das, neben der Biene, wichtigste emblematische Tier in Beuys' Oeuvre, den Hirsch. Die früheste dokumentierte Hirschdarstellung datiert in das Jahr 1948, Beuys wird das Thema bis zum Ende seines Schaffens weiter verfolgen. Der Hirsch besitzt bei ihm eine männliche Geschlechtsidentität und symbolisiert, wie sich in den 1950er Jahre immer stärker herausbildet, den Tod, darüber hinaus die Auferstehung nach dem Tod. Der Künstler erweitert die christliche Symbolik des Hirschen „Einsamkeit, Seele und Reinheit“ und Sinnbild Christi, der als Hirsch gegen das Böse kämpft, um keltische Bedeutungsinhalte, - der Hirsch als Heilkräfte besitzender Solar, der Fruchtbarkeit und Männlichkeit verheißt (zit. nach Ariane Grigoteit, Joseph Beuys, Wasserfarbe auf Papier, 1936-1984/85, Frankfurter Fundamente der Kunstgeschichte, Bd. X, Frankfurt a.M. 1993, S. 57, Anm. 154). Der Hirsch erhält in den Jahren 1956/57 inhaltlich eine weitere Bedeutung und wird zum Symbol eines durch menschliches Fehlverhalten gequälten Tieres :“Das hängt mit einer bestimmten Periode meines Lebens zusammen, als ich zu sterben wünschte“ (Joseph Beuys, op.cit, S. 54).
904
Joseph Beuys
Hirsch, 1956.
Aquarell
Schätzung:
€ 40.000
Ergebnis:
€ 168.750

(inkl. 25% Käuferaufgeld)