Auktion: 427 / Alte Meister & Kunst des 19. Jahrhunderts am 20.11.2015 in München Lot 238

 
238
Eduard von Grützner
Falstaff, 1913.
Öl auf Leinwand
Schätzung:
€ 12.000
Ergebnis:
€ 17.500

(inkl. 25% Käuferaufgeld)
Objektbeschreibung
Falstaff. 1913.
Öl auf Leinwand.
Links unten signiert und datiert. 66,5 x 51 cm (26,1 x 20 in). [CB].

PROVENIENZ: Sammlung Kommerzienrat Staudte, München.
Wolf Neumeister (1897-1984), Drehbuchautor, München (Erbschaft, Schwiegersohn von Staudte).
Galerie Josef Engel, München.
Privatsammlung Süddeutschland (erworben 1952 bei der Galerie Josef Engel, mit der Kaufquittung in Kopie).

Essay
"Falstaff war ein Thema, das dem Künstler in den späteren Jahren Freund und ständiger Begleiter wurde […]. [Grützner] schuf den denkbar besten, geradezu den klassischen Falstafftypus. Den alten Schlemmer, der allerhand Ungehöriges und Ungezogenes anstellte, sich ständig auf Sauftouren befand, weiberte, log und auch noch feige war, behandelte er mit Nachsicht. Sein Held war zwar kahl. Doch Grützner zeigte ihn mit netten weißen Locken um die Ohren. Aus dem rötlichen Gesicht ließ er lustige blinzelnde Augen herausblicken. Sein Mondgesicht versah er mit Schnurr- und Knebelbart, wodurch er echt schneidig aussah. Trotz des großen, dicken Bauches malte er ihn gut proportioniert. Also mit einem Wort, Falstaff sah recht wohlgefällig aus und hatte etwas Einnehmendes. Man konnte ihm nicht böse sein. Seit den [18]70-Jahren 'wimmelte' es in Grützners Oeuvre von Falstaffs Bildnissen. In seinem oft zerrissenen Wams steht er stramm vor uns oder sitzt am Tisch, mit oder ohne Schwert, mit Dolch und Barett. Häufig sieht man ihn 'in Großaufnahme', seitlich oder von vorne." (László Balogh, Eduard von Grützner. 1846-1925. Ein Münchner Genremaler der Gründerzeit, Mainburg 1991, S. 104f.).
238
Eduard von Grützner
Falstaff, 1913.
Öl auf Leinwand
Schätzung:
€ 12.000
Ergebnis:
€ 17.500

(inkl. 25% Käuferaufgeld)