Auktion: 442 / Klassische Moderne II am 09.06.2016 in München Lot 10

 
10
Max Liebermann
Bildnis Erich Hancke - Kopfstudie, 1929.
Öl auf Holz
Schätzung:
€ 20.000
Ergebnis:
€ 33.750

(inkl. 25% Käuferaufgeld)
Objektbeschreibung
Bildnis Erich Hancke - Kopfstudie. 1929.
Öl auf Holz.
Eberle 1929/2. Rechts oben signiert. Verso auf einem Aufkleber von fremder Hand bezeichnet: "Max Liebermann Porträt des Malers und Kunstschriftstellers Erich Hancke gemalt 1929". 50 x 39,5 cm (19,6 x 15,5 in).
Nach dem Tod von Max Liebermann hat Erich Hancke zusammen mit der Witwe den Nachlass geordnet.
Frische Bildnisstudie des Malerfreundes und Biographen Liebermanns.

PROVENIENZ: Eva Rademacher, geb. Hancke, Düsseldorf. (bis 1982, Tochter des Dargestellten)
Privatbesitz, Willich.
Armin Jockels, Düsseldorf.
Galerie von Vertes, Essen (bis 1992).
Privatbesitz, Berlin (1992-1993).
Kunstkreis Berlin GbR (erworben 1993).

AUSSTELLUNG: (in Auswahl)
Max Liebermann. Stationen eines Malerlebens. Opel-Villen, Rüsselsheim 1999, Kat. S. 66 mit Farbabb.
Licht, Phantasie und Charakter - Max Liebermann, Schloß Wernigerode, 11.4.-15.7.2001.
Max Liebermann 1847- 1935, "Ich bin doch nur ein Maler". Jüdisches Museum Rendsburg/ Schloß Gottdorf, 3.11.2002 - 3.2.2003, Kat. Nr. 29.
Max Liebermann. Poesie des einfachen Lebens. Kunsthalle Würth, Schwäbisch-Hall, 14. September 2003 - 29. Februar 2004, Kat. S. 145 mit Farbabb./ Von der Heydt-Museum, Wuppertal, 14.3.-23.5.2004, S. 145 mit Farbabb.

LITERATUR: Martin Faas. Die Idee vom Haus im Grünen. Max Liebermann am Wannsee, Berlin 2010, Abb. S. 68.



Essay
Unter den vielen Porträts, die Max Liebermann im Laufe seiner langen Schaffenszeit malte, stellen die eine Besonderheit dar, welche abweichend vom repräsentativen Bildnis, einen deutlich-persönlichen Bezug zur Person des Dargestellten aufweisen. Der Maler und Kunstschriftsteller Erich Hancke, der Max Liebermann besonders nahestand - allein schon durch seine Biographie mit einem ersten Werkverzeichnis der Gemälde des Künstlers - ist in diesem eher studienhaft angelegten Gemälde in nachdenklicher Verfassung gesehen. Das ist insofern etwas ungewöhnlich, als Max Liebermann seine Modelle gern in einer selbstgefälligen Pose malte, wohl auch um einem geheimen Wunsch der Dargestellten nach Repräsentation zu genügen. Die energische Malweise Hanckes Porträts lässt vermuten, dass das Werk in einem Zug gemalt wurde, also dem spontanen Charakter eines persönlichen Porträts folgend. Stark pastose Details wechseln mit fast lasurhaft aufgetragener Farbe, ein künstlerisch-technisches Mittel, um die Brillanz des augenblicklichen Sehens zu bannen und dem Gemälde jene Aura des Gegenwärtigen zu verleihen, die die repräsentativen Porträts gelegentlich vermissen lassen.
10
Max Liebermann
Bildnis Erich Hancke - Kopfstudie, 1929.
Öl auf Holz
Schätzung:
€ 20.000
Ergebnis:
€ 33.750

(inkl. 25% Käuferaufgeld)