Auktion: 495 / Kunst nach 1945 / Zeitgenössische Kunst am 07.12.2019 in München Lot 221

 
221
Herbert Zangs
Faltungen, 1953.
Mischtechnik
Schätzung:
€ 10.000
Ergebnis:
€ 12.500

(inkl. 25% Käuferaufgeld)
Objektbeschreibung
Faltungen. 1953.
Mischtechnik. Dispersionsfarbe auf Karton, gefaltet. In Objektkasten.
De Martelaere I.2.77. Links unten in der Farbe signiert und datiert. 56 x 37 cm (22 x 14,5 in). Objektkasten: 79 x 59 x 5 cm (31,1 x 23,2 x 1,9 in).

Mit einer Fotoexpertise von Frau Emmy de Martelaere, Paris, vom 13. März 2019. Das Werk ist unter der Nummer 955 im Archiv Herbert Zangs registriert.

PROVENIENZ: Privatsammlung Süddeutschland.

AUSSTELLUNG: Herbert Zangs - Frühe Objektverweißungen 1952-1961, Westfälisches Landesmuseum für Kunst- und Kulturgeschichte, Münster 2004.

Essay
Unsere sehr frühe Arbeit stammt aus dem Jahr 1953, in dem Herbert Zangs die Werkreihe der Faltungen beginnt. Sie steht beispielhaft für die frühe Serie der Faltungen. Die Fläche ist durch die horizontale und vertikale Faltung mit einem annähernd quadratischen Netz überzogen. Zufälligkeiten, wie sie zwangsläufig beim Knicken von Karton entstehen, durchbrechen die Regelmäßigkeit der Formabfolge, hier sichtbar in einer Dissonanz entlang der mittleren Vertikalfaltung in der oberen Hälfte. Emmy de Martelaere schreibt zu diesem Phänomen: "Die Vielfalt und Variationsbreite dieser künstlerischen Suche wird bei den Faltungen in Pappe deutlicher, wo hin und wieder quer verlaufende Linien auftauchen, die durch vertikale bzw. horizontale Faltungen entstehen und die quadratische Rasterung somit aufheben" (in: Martelaere, Herbert Zangs - Catalogue Raisonné des Œuvres Abstraits, Tome I Fasc. 2, S. 28). Der Ausnahmekünstler Herbert Zangs leistet mit seinen Arbeiten das Infragestellen des tradierten Tafelbild-Begriffes. Unsere Faltung zeigt dies in vielfältiger Hinsicht. [EH]
221
Herbert Zangs
Faltungen, 1953.
Mischtechnik
Schätzung:
€ 10.000
Ergebnis:
€ 12.500

(inkl. 25% Käuferaufgeld)