Auktion: 487 / Klassische Moderne II am 08.06.2019 in München Lot 826

 
826
Kurt Schwitters
Mann schaaft Lilablau, 1919.
Aquarell
Schätzung:
€ 25.000
Ergebnis:
€ 41.250

(inkl. 25% Käuferaufgeld)
Objektbeschreibung
Mann schaaft Lilablau. 1919.
Aquarell und Bleistift auf Papier.
Orchard/Schulz 529. Unten rechts auf dem Originalpassepartout signiert, datiert und bezeichnet "Aq. 7". Hier verso mit der Betitelung "Aq. 6. Mann schaaft lilabla" (sic). 33,5 x 26 cm (13,1 x 10,2 in) , Blattgröße.
Das Blatt ist vom Künstler mit alten Zeitungsausrissen umlaufend in das Passepartout montiert. Die eigenhändige Betitelung verso auf dem Passepartout wohl wegen der fälschlichen Bezeichnung "Aq. 6." statt "7" auf die Rückseite gedreht. [EH].
Außerordentlich frühes Aquarell
Im Originalpassepartout
.

PROVENIENZ: Galerie Der Sturm, Berlin (1922, wohl in Kommission).
Sammlung Hans Kleinschmidt, New York (bis 1972).
Carus Gallery, New York 1972-1974, Kat.-Nr 74 m. Abb.
Privatbesitz USA (vom Vorgenannten erworben).

AUSSTELLUNG: 108. Ausstellung. Kurt Schwitters. L. Kosinzova-Ehrenburg. Gesamtschau des Sturm, Galerie Der Sturm, Berlin 1922, Nr. 87 (hier wohl in Kommission; verso mit einem typografischen Etikett, handschriftlich bezeichnet).
Aller Anfang ist MERZ - von Kurt Schwitters bis heute, Sprengel-Museum, Hannover 20.8.-5.11.2000; Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf 25.11.2000-18.2.2001; Haus der Kunst, München 9.3.-20.5.2001, Farbabb. S. 33.

LITERATUR: Kornfeld und Klipstein, Bern, Auktion 145, Lot 1145, Abb. Taf. 79.
Dorothea Dietrich (1993) 1995, The Collages of Kurt Schwitters. Tradition and Innovation, Cambridge (MA), Abb 46.
Isabelle Ewig, Kurt Schwitters Oxymore ou l’art de la contradiction 2000, unveröffentl. Typoskript, Diss., Universität Sorbonne, Paris 2000, Kat.-Nr. 32, Farbabb. 382.
"Ich werte Sinn gegen Unsinn. Den Unsinn bevorzuge ich, aber das ist eine rein persönliche Angelegenheit."
Kurt Schwitters 1920 zit. n. Works and Documents, Spr.Mus.Han. 1998, S.92.

Essay
Das Werkverzeichnis von Karin Orchard und Isabel Schulz verzeichnet 24 erhaltene Arbeiten, die Kurt Schwitters mit der Bezeichnung "Aq" für Aquarell und fortlaufender Nummer betitelt hat. Hiervon befinden sich 13 im Sprengelmuseum, Hannover, und eine im Museum of Modern Art, New York. Aus dieser Serie ist das früheste Blatt auf das Jahr 1918 zu datieren, das letzte nachweisbare auf 1920. Die Arbeiten entstehen in dichter Folge und sind als eigener Werkblock im Œuvre Kurt Schwitters geradezu singulär. Er hat sich im Weiteren nicht noch einmal so ausführlich mit der Aquarelltechnik ausgedrückt. In der Folge entstehen vor allem Collagen und MERZ-Bilder. In den Aquarellen sind die einzelnen Darstellungsmomente spielerisch über die Fläche verteilt. Linien setzen die Gegenstände zueinander in Beziehung und unterteilen die Fläche; jeweils eine Kolorierung ist einer Fläche zuzuordnen. Diese frühen Aquarelle bestechen, wie auch das vorliegende Blatt, durch ihre poetische Leichtigkeit.
826
Kurt Schwitters
Mann schaaft Lilablau, 1919.
Aquarell
Schätzung:
€ 25.000
Ergebnis:
€ 41.250

(inkl. 25% Käuferaufgeld)
 


Weitere Abbildungen