Auktion: 496 / Evening Sale am 07.12.2019 in München Lot 119001213

 
119001213
Gabriele Münter
Tauwetter im Dorf, 1911.
Öl auf Malpappe
Schätzpreis: € 250.000 - 350.000
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Objektbeschreibung
Tauwetter im Dorf. 1911.
Öl auf Malpappe.
Links unten signiert und datiert. Verso signiert (von einem Ausstellungsetikett teils überdeckt) und betitelt sowie mit weiteren handschriftlichen Bezeichnungen u.a. "84". Verso mit dem Nachlassstempel, einem Aufkleber mit der gestempelten Nummer "754" und einem Aufkleber mit der teils gestempelten Nummer "L 193". 32,8 x 40,5 cm (12,9 x 15,9 in).

- Ausgestellt in den Galerien 'Emil Richter' und bei 'Der Sturm'
- Ortsansicht Seehausen am Staffelsee
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PROVENIENZ: Privatsammlung Dr. Gregor Winkelmeyer, Essen.
Privatsammlung Rheinland.

AUSSTELLUNG: 11. Ausstellung Der Sturm gezeigt bei: Eröffnungsausstellung Neuer Kunstsalon Max Dietzel, München, März-April 1913 Kat.Nr.7 (Titel 'Tauwetter')
Kunstsalon Emil Richter, Dresden (verso mit dem Etikett)
Gabriele Münter, 35. Ausstellung Der Sturm, Berlin, Eröffnung 24.10.1915, Kat.Nr. 9 (verso mit dem Etikett).

Essay
Oftmals wird vergessen mit welcher Intensität sich Gabriele Münter auch mit methodischen Fragen ihres Kunstschaffens beschäftigt hat. So ist in den Jahren 1910/11 eine entscheidende Frage für die Künstlerin die nach den Aufgaben und der Variabilität der "Form" im Bild. Dies führt zu einer radikalen, wegweisenden Strukturierung und Vereinfachung des Dargestellten in ihren Werken. In unserem Werk deutlich sichtbar in der rasterhaften Wiedergabe der Häuserfassaden sowie der Wahl des Motives überhaupt: eine sich gabelnde Straße im Nachbarort von Murnau Seehausen, die zwischen nahezu symmetrisch aufgefächerten Häusern hindurchführt. Das Jahr 1911 ist persönlich ein besonders wichtiges Jahr für Gabriele Münter und "Tauwetter im Dorf" kann in diesem Zusammenhang auch als programmatisches Statement von Gabriele Münter interpretiert werden. Zwei Jahre zuvor, 1909, war die "Neue Künstlervereinigung München" gegründet worden, bei der auch Gabriele Münter und ihre Weggefährten Mitglieder sind. Zunehmend treten Differenzen zwischen den traditioneller und den progressiver orientierten Mitgliedern auf. In der Folge legt Kandinsky am 10.1.1911 den Vorsitz nieder und im Laufe des Jahre 1911 nimmt die Idee einer eigenen Künstlergruppe Gestalt an: Kandinsky, Münter, Marc, Kubin gründen die Künstlergruppe "Blaue Reiter", die neben der "Brücke" die wegweisende Erneuerungsbewegung der deutschen Kunst des 20.Jahrhunderts ist. So hat sich am Anfang des Jahres 2011 ein Scheideweg im künstlerischer Hinsicht manifestiert, bei dem Gabriele Münter den Weg der Erneuerung gewählt hat. So kann die Weggabelung bei Tauwetter als Hinweis auf den persönlichen Scheideweg gesehen werden. [EH]
 


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Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Gabriele Münter "Tauwetter im Dorf"
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