Auktion: 489 / Evening Sale am 07.06.2019 in München Lot 124

 
124
Heinrich Maria Davringhausen
Porträt Dame mit Hut (Porträt der Mutter mit Hut), 1913/1914.
Öl auf Leinwand
Schätzung:
€ 60.000
Ergebnis:
€ 75.000

(inkl. 25% Käuferaufgeld)
Objektbeschreibung
Porträt Dame mit Hut (Porträt der Mutter mit Hut). 1913/1914.
Öl auf Leinwand.
Eimert 66. Heusinger von Waldegg 24. Rechts unten signiert "H. Davring". 78,5 x 58,3 cm (30,9 x 22,9 in).
Die Darstellung füllt nicht die gesamte Leinwand aus, teils bleibt ein kleiner, unbemalter Rand (vom Rahmen vollständig verdeckt). [CH].
• Seit über 40 Jahren in Privatbesitz.
• Eindrucksvolle Ausstellungshistorie, beginnend ab 1919
.

PROVENIENZ: Aus dem Nachlass des Künstlers.
Galerie Wilbrand, Köln (verso auf dem Keilrahmen mit dem Galerieetikett).
Privatsammlung Nordrhein-Westfalen (1978 vom Vorgenannten erworben).

AUSSTELLUNG: Heinrich Maria Davringhausen, Neue Kunst Hans Goltz, München, April 1919, Kat.-Nr. 1.
Heinrich Maria Davringhausen 1894-1970. Gemälde 1912-1960, Städtisches Suermondt-Museum, Aachen, Juni bis Juli 1972, Kat.-Nr. 5.
Heinrich Maria Davringhausen. Bilder 1912-1930, Galerie Brockstedt, Hamburg, Mai bis Juni 1973, Kat.-Nr. 3 (Abb.-Nr. 2), verso auf dem Keilrahmen mit dem typografisch bezeichneten Ausstellungsetikett.
Heinrich Maria Davringhausen. Seine Epoche der neuen Sachlichkeit, Städtisches Museum Simeonstift, Trier, und Pfalzgalerie des Bezirksverbandes Pfalz, Kaiserslautern, Januar bis April 1974, Kat.-Nr. 3.
Heinrich M. Davringhausen, Vom Expressionismus zur Neuen Sachlichkeit, August Macke Haus, Bonn, 6.2.-2-6-2013, S. 20 u. 88 (mit Abb.).

LITERATUR: Joachim Heusinger v. Waldegg, H. M. Davringhausen 1894-1970. Monographie mit Werkkatalog 1912-1932, Köln 1977, Kat.-Nr. 24 (dort betitelt "Porträt der Mutter mit Hut, mit sw-Abb.).
Galerie Wilbrand (Hrsg.), Angebotskatalog, Köln 1977/78, S. 4 (mit Abb. sowie auf dem farbigen Cover).

Essay
Das "Porträt Dame mit Hut", im ersten Werkverzeichnis von J. Heusinger v. Waldegg "Porträt der Mutter mit Hut" betitelt, entsteht noch während Davringhausens Zeit an der Düsseldorfer Kunstakademie. Dort studiert er ab Ende 1913, ist mit der dortigen Ausbildung jedoch schon bald sehr unzufrieden und verlässt die Akademie deshalb bereits im Sommer 1914, zusammen mit August Macke, Heinrich Nauen und einigen anderen Künstlern, die man heute - wie auch H. M. Davringhausen - zu den wichtigsten Vertretern des Rheinischen Expressionismus zählt. Neben Berlin und München ist das Rheinland zu dieser Zeit ein wichtiges kreatives Zentrum, ein Dreh- und Angelpunkt für neue Kunstströmungen und avantgardistische Tendenzen. Das Entstehungsjahr der hier vorliegenden Arbeit ist ein besonders wichtiges Jahr für den jungen Künstler: Im Mai ist er mit einigen Werken in der Düsseldorfer Galerie Alfred Flechtheims erstmals an einer Ausstellung vertreten. Flechtheim ist einer der frühesten und ersten kunsthändlerischen Beförderer des Rheinischen Expressionismus, dessen Einflüsse aus Kubismus, Futurismus und dem Expressionismus des ,,Blauen Reiters" auch in dem hier angebotenen, farbenfrohen Porträt so eindrücklich und deutlich zur Darstellung kommen. Die schwungvolle Form der eleganten Kopfbedeckung wird in der wie ein Puzzle zusammengefügten Darstellung immer wieder aufgegriffen. Die Konturen verschwimmen, Körper und Hintergrund zerfallen in einzelne Formengebilde, die sich in futuristischer Manier zu überlagern scheinen. Es entsteht eine äußerst bewegte, rhythmisierende Komposition in der für Davringhausen so typischen, sehr reizvollen, ganz individuellen Ästhetik. [CH]
124
Heinrich Maria Davringhausen
Porträt Dame mit Hut (Porträt der Mutter mit Hut), 1913/1914.
Öl auf Leinwand
Schätzung:
€ 60.000
Ergebnis:
€ 75.000

(inkl. 25% Käuferaufgeld)