Auktion: 496 / Evening Sale am 07.12.2019 in München Lot 119001297

 
119001297
Katharina Grosse
Ohne Titel, 2015.
Acryl auf Leinwand
Schätzpreis: € 140.000 - 180.000
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Objektbeschreibung
Ohne Titel. 2015.
Acryl auf Leinwand.
Verso signiert, datiert, bezeichnet und mit der Werknummer "2015/ 1004L" versehen. 201 x 135 cm (79,1 x 53,1 in).

- Charakteristisches Werk der Künstlerin
- Katharina Grosse gehört seit 2017 zum Künstlerkader der renommierten Gagosian Gallery.
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PROVENIENZ: Galeria Helga de Alvear, Madrid (verso mt dem Etikett)
Privatsammlung Spanien.

Essay
Katharina Grosse löst die Malerei von der dinglichen Realität in jeder Form. Ihre Malerei ist kompositionslos allein bestimmt von der Farbe. Sie geht sogar noch einen Schritt weiter und enthebt den Farbauftrag vom malerischen Handwerk. In der Sprühpistole findet Katharina Grosse seit 1998 ihr bevorzugtes Arbeitsmittel, mit dem der Weg zu neuen Ausdrucksmöglichkeiten geschaffen wird. „Das Sprayen lässt Zugriffe zu, die unmittelbar aus dem Sehen kommen, während das Malen von Linien mit dem Pinsel stark aus der Körperbewegung entwickelt wird. Die Bewegung mit dem Auge ist der Bewegung mit der Spraypistole viel verbundener.“ (Katharina Grosse, zit. nach Ausst.Kat. Inside the Speaker, Stiftung Museum Kunstpalast, Düsseldorf, 2015, S. 87) Die Farbe fließt, spritz, wabert, haucht und wird so zu einem pulsierenden lebendigem Gebilde.
Durch die unterschiedlich aufgetragenen sich überlagernden Farbschichten entsteht eine Form von Muster. Schicht für Schicht werden die Farben, die von Kanariengelb, Azurblau, Giftgrün und Orangerot reichen, aufgesprüht. Die Hinzunahme von Metallic-Farben erzeugt ein irisierender Effekt. Durch Schablonen werden Teile der bereits aufgetragenen Farbflächen vor dem nächsten Sprühvorgang geschützt und es entstehen klar abgrenzte Farbformen, die sich wiederum zu collageartige Farbflecken verbinden, deren Ränder sich krustig aufstülpen und eine haptische Wirkung erzielen. Die Loslösung der Malerei von den klassischen Bildträgern sowie die Eroberung des Raumes sind charakteristisch für viele Arbeiten der Künstlerin. Die Besonderheit der hier angebotenen Arbeit liegt in der bewussten Einbeziehung des weißen Untergrunds der Leinwand. Er unterstreicht das Schablonenhafte des Farbgebildes - zügelt die Farbfläche, rahmt sie ein und gibt ihr den Raum ihre ganze Wirkung zu entfalten. Die Farbstrukturen scheinen über die Leinwand zu wachsen, durch die Leinwand hindurch zu brechen und den Bildraum für sich zu erobern. Neben dem Raum macht die Künstlerin auch die Zeit zur Bildkategorie. Die weitläufigen Produktionsspannen, die durch das mehrschichtige aufwendige Schablonensystem entstehen und immer wieder Trocknungsphasen eingeplant werden müssen, dehnen und entschleunigen die Zeit. Katharina Grosse macht so die Zeit erfahrbar. Mit der Betrachtung treten die Farben in Aktion und eröffnen unendliche Zeiträume, in denen man sich verlieren kann und Stund um Stund damit verbringt neue Details in dem Farbengeflecht zu entdecken. Indem der Blick wandert erschließt der Rezipient sich sich den Bildraum und wird gefangen genommen von der Magie der oszillierenden Farbwelt der Katharina Grosse. [SM]
 


Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Katharina Grosse "Ohne Titel"
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