Auktion: 494 / Klassische Moderne II am 07.12.2019 in München Lot 119001426

 
119001426
Karl Hofer
Liebespaar 2, 1950.
Öl auf Leinwand
Schätzpreis: € 60.000 - 80.000
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Objektbeschreibung
Liebespaar 2. 1950.
Öl auf Leinwand.
Wohlert 2331. Rechts unten monogrammiert und datiert. Auf dem Keilrahmen handschriftlich bezeichnet "Karl Hofer Liebespaar". 100 x 71 cm (39,3 x 27,9 in).

- Klassisches Motiv der Kunstgeschichte in Hofer’scher Manier interpretiert.

PROVENIENZ: Galerie Michael Haas, Berlin.
Privatsammlung Berlin.
Galerie Koch, Hannover (auf dem Rahmen mit dem Etikett).
Privatsammlung Niedersachsen.

AUSSTELLUNG: Carl Hofer, Museum Goslar, 4.10.-18.10.1953, Nr. 6 (?).
Carl Hofer, Märkisches Museum, Witten/Ruhr, 4.7.-25.7.1954, Nr. 10.
Carl Hofer, Osthaus Museum, Hagen, 12.12.1954-9.1.1955, Nr. 13.

"Je stärker das innere Gefühl ist, das zur Gestaltung drängt, je heißer die Empfindungen sind, die sichtbar werden wollen, desto unerbittlicher muß die Form sein, in der sie Gestalt annehmen … Nicht durch ein Ungefähr oder Übertreibung, sondern durch verstehende Vereinfachung, die alles erklärt.”
Karl Hofer, zit. nach: Janni Müller Hauck, Karl Hofer – Versuch einer Interpretation, entn. aus: Karl Hofer. Ausst.-Kat.: Staatliche Kunsthalle Berlin, 16.04.-14.06.1978. S. 31.

Essay
Seine Ikonografie ist weitgehend an das Menschenbild gebunden. Hier hat er seine starken Momente, seine ganz eigene Ausdrucksweise. Hofer sieht den Menschen als Individuum der modernen Gesellschaft, das ganz auf sich gestellt ist. Die klassische Einfachheit seiner Gestalten unterstreicht die zeitlose Stimmung, die von seinen Gemälden ausgeht. Dabei ist der einmal gefundene Formenkanon auch für die Alterswerke verbindlich. "Das Durchhalten des Begonnenen ist Hofers Stärke", schreibt Adolf Jannasch 1948 und weiter: "Er bleibt in der Tonart. In seinen starken Bildern glückt ihm die Einheit von Komposition und Farbwahl. Trotz aller Herbheit strebt er im tiefsten Grunde zur klassischen Form, zur Abrundung und Harmonie. Von Marées geht der Weg aus, bei dem ruhigen Körper wird er enden" (Adolf Jannasch, in: Carl Hofer, Kunst der Gegenwart I, Potsdam 1948, S.16). Paare gehören zum klassischen Sujet in Hofers Werk, das er immer wieder variiert und formatfüllend in Szene setzt. Es ist ein tradiertes Bildmotiv, das zu den Klassikern der Kunstgeschichte gehört. Allen voran steht die Darstellung von Adam und Eva im Paradies. Diese Assoziation ruft auch das Werk "Liebespaar 2" hervor, allein durch die Darreichung der Frucht von der Frau an den Mann. Hier ist es eine Orange, nicht ein Apfel, der als Verlockung dient. Der Mann scheint sich noch etwas zu zieren, ist doch die Frau ihm deutlich mehr zugewandt. Trotz aller Sachlichkeit im Ausdruck erreicht Hofer eine sich andeutende innige Vertrautheit des Paares einfach durch die verbindende Komposition der beiden Körper als geschlossene Silhouette. [SM]
 


Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Karl Hofer "Liebespaar 2"
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