Auktion: 496 / Evening Sale am 07.12.2019 in München Lot 119001726

 
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119001726
Alexej von Jawlensky
Bunte Blumen, 1915.
Öl
Schätzpreis: € 120.000 - 150.000
+
Objektbeschreibung
Bunte Blumen. 1915.
Öl auf strukturiertem Velin, auf Leinwand aufgezogen.
Jawlensky/Pieroni-Jawlensky 729. Links oben signiert und datiert. 52,6 x 49,4 cm (20,7 x 19,4 in).

Äußerst namhafte Provenienzen.
Frühes Stillleben aus Jawlenskys Zeit im schweizer Exil.
Leuchtend-farbkräftiges Dokument seiner Hinwendung zur Abstraktion
.

PROVENIENZ: Kunstsalon Wolfsberg, Zürich (ab 1916, auf dem Keilrahmen mit dem Etikett).
Paul Kantor Gallery, Beverly Hills (ab 1957, auf dem Keilrahmen mit dem Galerie-Etikett).
Sammlung Dr. Pedro Vallenilla, Caracas.
Privatsammlung Paris (1962-1967).
The New Gallery, New York (auf dem Keilrahmen mit dem Galerie-Etikett).
Sammlung Herbert Kende, Los Angeles (ab 1967).
Galerie Thomas, München.
Privatsammlung Köln.

AUSSTELLUNG: Cuno Amiet, H. Berger, E. Egger, Alexej Jawlensky, Arthur Segal, Kunstsalon Wolfsberg, Zürich, July bis August 1916, wohl Kat.-Nr. 69, betitel "Blumen, Fantasie" (ohne Abb.).

LITERATUR: Sotheby's, London, 5.7.1962, Lot-Nr. 312 (mit Abb. S. 167).
Sotheby's, London, 26.4.1967, Lot-Nr. 67 (mit Abb. S. 122).

Essay
Nach Jawlenskys Ausweisung aus Deutschland verschlägt es ihn zusammen mit seiner Lebensgefährtin Marianne von Werefkin in den kleinen Ort St. Prex am Genfer See. Hier durchläuft sein künstlerisches Schaffen wichtige Entwicklungen und Wandlungen. Er arbeitet unter anderem an imaginären Porträts, die der Künstler später zu seinen berühmten Meditationen weiterentwickelt. Ab 1914 entstehen zudem zahlreiche, dem Werkzyklus der Variationen zuzuodnende Arbeiten, Wiederholungen eines landschaftlichen Themas, die Jawlensky nun einem zunehmenden Grad der Abstraktion unterwirft. Auch an Obst- und Blumenstillleben arbeitet der Künstler zu dieser Zeit, an denen die zunehmende Abstrahierung seiner Formensprache ebenso gut zu beobachten ist. An diesen Wendepunkt von Jawlenskys künstlerischer Entwicklung ist auch das hier angebotene, farbkräftige Blumenstillleben kunsthistorisch einzuordnen, welches mit seinen kantigen Formen und singulär platzierten, dynamisch gestalteten Farbflächen und -linien Jawlenskys angestrebte formale Reduktion und Stilisierung der ihn umgebenden realen Flora beispielhaft vorzuführen weiß. Die Pflanzen und Blüten werden mehr und mehr ihrer Gegenständlichkeit enthoben und nun aus einzelnen Farbflecken zusammengefügt, die wiederum als unabhängige formale Elemente vermehrt an Eigenständigkeit gewinnen. In satten, leuchtenden Farben dokumentiert Jawlensky in diesem frühen Stillleben so seine damaligen Bestrebungen, die nur wenig später in einer ganz eigenen, für sein gesamtes künstlerisches Œuvre zutiefst charakteristischen Gleichzeitigkeit von Gegenständlichkeit und Abstraktion münden. [CH]
 


Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Alexej von Jawlensky "Bunte Blumen"
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Bei Objekten, deren Künstler nicht bereits vor mindestens 70 Jahren verstorben ist, fällt eine Folgerechtsumlage i.H. von 1,5% zuzüglich der gesetzlichen Umsatzsteuer an.