Auktion: 495 / Kunst nach 1945 / Zeitgenössische Kunst am 07.12.2019 in München Lot 239

 
239
Bernard Schultze
wösteltarr, 1957/58.
Mischtechnik
Schätzpreis: € 15.000 - 20.000
+
Objektbeschreibung
wösteltarr. 1957/58.
Mischtechnik . Öl auf Holz, plastische Einklebungen.
Herrmann 57/58 13. Rechts unten signiert und datiert. Verso signiert, datiert und betitelt. 102 x 143 cm (40,1 x 56,2 in).

PROVENIENZ: Privatsammlung Hessen (direkt vom Künstler erworben).

Aufrufzeit: 07.12.2019 - ca. 14.39 h +/- 20 Min.

Essay
Auf der Suche nach einem neuen künstlerischen und existenziellen Verständnis beginnt Schultze in den 1950er Jahren "im Bild zu handeln". Papier, Leinwand oder Karton liegen auf dem Boden und verschiedene Materialien geben den Oberflächen eine bucklige Gestalt. Mit plastischen Einklebungen verleiht er der Bildfläche Bewegung und verlässt damit zugleich die räumliche Begrenzung des Malgrundes. Die Farbe folgt diesen Bewegungen, legt sich wie eine Haut darüber und entwickelt damit ein entscheidendes Eigenleben, das für die Arbeiten Schultzes so typisch ist. Sie treibt in seinen Bildern ihre eigene Natur hervor und wird damit zum Sinnbild seines künstlerischen Interesses, das er mit folgenden Worten beschreibt: "Alles sind Über- und Weitergänge, auch der Zerfall, der in gräßliche vor der Gesellschaft verborgen gehaltene Erscheinungen mutiert. Nicht der Mensch als homo faber oder in seinem humanen Sein und seiner Aufgabe interessiert mich, sondern allein als ein Stück des Übergangs im organischen Bereich des Irdischen." (Bernard Schultze, in: Künstler. Kritisches Lexikon der Gegenwartskunst, München 1988, S. 2). [SM]
 


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