Auktion: 496 / Evening Sale am 06.12.2019 in München Lot 175

 
175
Max Ernst
Le mont chauve, 1955.
Öl auf Holz
Schätzpreis: € 50.000 - 70.000
+
Objektbeschreibung
Le mont chauve. 1955.
Öl auf Holz.
Spies/Metken 3123. Rechts unten signiert (in die nasse Malschicht geritzt). Auf der Rückseite signiert, datiert und betitelt. 24 x 33 cm (9,4 x 12,9 in).
[CE].
• Reizvolle, mystische Darstellung in der von Ernst entwickelten, unverwechselbaren Technik.
• Starker literarischer Bezug.
• Entsteht im Jahr nach seiner internationalen Würdigung durch den
Erhalt des Großen Preises für Malerei der XXVII. Biennale von Venedig
.
Wir danken Herrn Dr. Jürgen Pech für die freundliche Auskunft.

PROVENIENZ: Sammlung Edouard Loeb, Paris.
Galerie Semiha Huber, Zürich.

LITERATUR: Das Kunstwerk, 10. Jahrgang, April 1956, Heft 4, S. 19.
Christie’s, London, 7022. Auktion, The art of the Surreal Evening Sale, 7.2.2005, Lot 99 (mit Abb.).

Aufrufzeit: 06.12.2019 - ca. 19.16 h +/- 20 Min.

Essay
Max Ernst ist 63 Jahre alt, als ihm auf der XXVII. Biennale von Venedig 1954 der Große Preis für Malerei zugesprochen wird. Während die Pariser Surrealisten ihn wegen dieses Verstoßes gegen den Antikonformismus aus ihren Reihen ausschließen, steigt der Marktwert seiner Werke nun beträchtlich an, und es ist dem Künstler erstmals vergönnt ein materiell sorgenfreies Leben zu führen. Gemeinsam mit Dorothea Tanning zieht er sich aus Paris in das Dorf Huismes in der Touraine zurück. Es entstehen fast ungegenständliche Gemälde, deren Bildflächen weitgehend monochrome Strukturen oder Texturen aufweisen, die harmonischer und ruhiger wirken. Die düsteren Dekalkomanien und geometrischen Figuren der Exilzeit machen neuen Inhalten Platz: Hommagen an Dichter und Künstler sowie zeithistorische und philosophische Themen. Der Titel des hier angebotenen Werkes verweist auf zweierlei Möglichkeiten: „Eine Nacht auf dem kahlen Berge“ ist eine sinfonische Dichtung von Modest Mussorgski und gilt als eines der bekanntesten Beispiele für russische Programmmusik des 19. Jahrhunderts. Darin wird der Tanz der Hexen in der Joahnnisnacht beschrieben. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass Max Ernst sich hiermit auf den in der Nähe von Nizza befindlichen Berg mit dem Namen „Mont Chauve“ bezieht, der unweit von Nizza gelegen ist. Er übersetzt das traditionelle Genre der Landschaftsmalerei in eine surreale Bildersprache und definiert damit seine eigene unbewusste Weise des Welterlebens, die über jede sinnliche Fassbarkeit und geistige Begreifbarkeit hinausgeht. An die Stelle der Nachahmung des Sichtbaren tritt die Vision als das Nicht-Sichtbare, Nicht-Offensichtliche. Was er in der äußeren Welt sieht lässt ihn Verborgenes in seinem Unterbewusstsein entdecken. In seinen Werken verschmelzen Wirklichkeit und Traum, Vergangenheit und Gegenwart zu einer übernatürlichen Realität. [CE]
 


Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Max Ernst "Le mont chauve"
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Bei Objekten, deren Künstler nicht bereits vor mindestens 70 Jahren verstorben ist, fällt eine Folgerechtsumlage i.H. von 1,5% zuzüglich der gesetzlichen Umsatzsteuer an.