Auktion: 496 / Evening Sale am 06.12.2019 in München Lot 119002196

 
119002196
Alexej von Jawlensky
Variation, Um 1916.
Öl auf Leinwand
Schätzpreis: € 90.000 - 120.000
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Objektbeschreibung
Variation. Um 1916.
Öl auf Leinwand auf Malpappe aufgezogen.
Jawlensky/Pieroni-Jawlensky 756. Verso auf der Malpappe von Marianne von Werefkin bezeichnet: "Variation sur une théme de la nature" und von Galka Scheyer bezeichnet "St. Prex Gr I v. 33". 34,9 x 27,5 cm (13,7 x 10,8 in).

- Vormals Sammlung Marianne von Werefkin.
- "Variation" auf Leinwand
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PROVENIENZ: Atelier des Künstlers.
Sammlung Marianne von Werefkin, Ascona (Geschenk des Künstlers).
Sammlung Natalia Werefkin (seit ca. 1935).

AUSSTELLUNG: Deutsche Kunst vom Impressionismus zum Expressionismus. Gemälde, Aquarelle, Graphik, Skulpturen, Galerie Sander Darmstadt, 19.11.2002-28.3.2003.

Essay
Als ehemaliger Offizier beginnt Alexej von Jawlensky erst 1889 in St. Petersburg mit seiner künstlerischen Ausbildung. Er studiert bei Ilja Repin und lernt über diesen Marianne von Werefkin und Helene Nesnakomoff, seine spätere Frau, kennen. 1896 siedelt Jawlensky nach München über, um eine private Kunstschule zu besuchen. Hier lernt er Kandinsky kennen und Jahre später, im Sommer 1908, arbeitet er mit Kandinsky, Marianne von Werefkin und Gabriele Münter erstmals zusammen in Murnau. Es folgt die Idee der vier Künstler*innen zur Gründung der "Neuen Künstlervereinigung München", zwei Jahre später wird der "Blaue Reiter" ins Leben gerufen und 1913 nimmt Alexej von Jawlensky am "Ersten Deutschen Herbstsalon" Herwarth Waldens in Berlin teil. Als 1914 der Erste Weltkrieg beginnt, müssen Jawlensky, Helene Nessnakomoff und Marianne von Werefkin als russische Staatsbürger überstürzt das Land verlassen. Ihre Odyssee endet in St. Prex am Genfersee wo Jawlensky mit seiner Lebensgefährtin und künstlerischen Weggefährtin Marianne von Werefkin und Helene in einer jahrzehntelangen Dreierbeziehung lebt. Ausgehend vom Blick aus einem Fenster des Schlafzimmers, das in der beengten neuen Wohnung zugleich sein Atelier ist, malt er Variationen des Ausblicks. In der ihm eigenen, nachdrücklichen und intensiven Art der Aufarbeitung eines malerischen Problems entwickelt Jawlensky dieses Motiv über Jahre hinweg höchst variantenreich weiter. Die "Variationen" sind ein außerordentlich wichtiger Bestandteil seines Schaffens. Sie sind vielfältiger Ausdruck seines inneren Empfindens. Anders als die meisten Werke dieser Gruppe ist unsere Arbeit nicht auf leinenstrukturiertem Papier, sondern auf Leinwand gearbeitet. Ein weiterer Aspekt macht unsere "Variation" außergewöhnlich. Sie ist verso von Marianne von Werefkin betitelt und war auch in ihrem Besitz. Zudem hat eine weitere wichtige Frau im Leben Jawlenskys das Bild in Händen gehalten: Es ist von Galka Scheyer auf einem kleinen Etikett verso "St Prex Gr I v 33" bezeichnet worden. Seit sie 1915 auf einer Ausstellung in Lausanne zwei Gemälde Jawlenskys gesehen hat, will sie den den Künstler kennenlernen. Galka Scheyer besucht den Künstler 1916, dem Jahr der Entstehung unserer Arbeit, erstmals in St. Prex. Sie wird die Managerin des Künstlers werden und maßgeblich zu seiner internationalen Bekanntheit beitragen. So ist diese Variation in den fein abgestuften Rosa- und Lila-Tönen ein Werk, das auf vielfache Weise Bezug auf das Leben des Künstlers nimmt. [EH]
 


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