Auktion: 494 / Klassische Moderne am 07.12.2019 in München Lot 504

 
504
Emil Nolde
Marschlandschaft (Schilf am See, zwei Bauernhöfe), Um 1920/1924.
Aquarell
Schätzung:
€ 70.000
Ergebnis:
€ 77.500

(inkl. 25% Käuferaufgeld)
Objektbeschreibung
Marschlandschaft (Schilf am See, zwei Bauernhöfe). Um 1920/1924.
Tusche und Aquarell.
Unten rechts signiert, unten links in Bleistift mit einer persönlichen Widmung versehen. Auf Japan. 35,5 x 49,8 cm (13,9 x 19,6 in), blattgroß.
Marschlandschaft um Ruttebüll.
• Stimmungsvolle Naturdarstellung von einem der größten Aquarellisten der Kunstgeschichte
• Sanftes Fließen kontrastierender Farbflächen
.

Mit einer Fotoexpertise von Prof. Martin Urban, Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde, vom 19. März 2001.

PROVENIENZ: Privatsammlung Hessen.

Essay
"Es gibt Menschen, die absolut nicht verstehen können, dass wir, die es wohl auch anders haben könnten, in dieser flachen, 'langweiligen' Gegend wohnen mochten, wo es keinen Wald gibt und keine Hügel oder Berge, und wo nicht einmal an den Ufern der kleinen Wasser Bäume sind. So denken wohl alle üblichen, schnell durchfahrenden Reisenden. - Unsere Landschaft ist bescheiden, allem Berauschenden, Üppigen fern, das wissen wir, aber sie gibt dem intimen Beobachter für seine Liebe zu ihr unendlich viel an stiller, inniger Schönheit, an herber Größe und auch an stürmisch wildem Leben." (Emil Nolde, Reisen, Ächtung, Befreiung: 1919-1946, Köln 1978, S. 9). In abgestufter Lilatönung schildert Emil Nolde hier den Himmel und seine Spiegelung im Wasser. Über einem leuchtend gelben Streifen Land schweben am Horizont zwei einzelne Gehöfte auf ihren Warften. Die Faszination und Ruhe, die die Landschaft auf Emil Nolde ausübt, wird in unserem Aquarell, das er im Jahr 1924 an einen heute Unbekannten widmet, greifbar. [EH]
504
Emil Nolde
Marschlandschaft (Schilf am See, zwei Bauernhöfe), Um 1920/1924.
Aquarell
Schätzung:
€ 70.000
Ergebnis:
€ 77.500

(inkl. 25% Käuferaufgeld)