Auktion: 500 / Evening Sale am 12.06.2020 in München Lot 119002712

 
119002712
Fritz Klimsch
Jugend, 1940/41.
Bronze
Schätzpreis: € 30.000 - 40.000
+
Objektbeschreibung
Jugend. 1940/41.
Bronze mit grau-grüner Patina.
Braun 207. Auf der Plinthe mit dem Namenszug des Künstlers. Hinten an der Plinthe die eingeritzte Gießermarke: "Guss H. Noack Berlin". Höhe: 158 cm (62,2 in).
Gegossen von der Bildgiesserei Noack, Berlin nach 1945.
Lebzeitguss
Aus dem Besitz des Modells
Eine der letzten fast lebensgroßen Figuren des Künstlers
Werke von Fritz Klimsch befinden sich u.a. in der Bayerischen Staatsgemäldesammlung in München
.

PROVENIENZ: Margit Schlömer (als Geschenk vom Künstler erhalten)
Privatsammlung Deutschland.
Galerie Thomas, München.
Privatsammlung Baden-Württemberg (direkt vom Vorgenannten erworben).

AUSSTELLUNG: Fritz Klimsch. Sonder-Ausstellung im Rahmen der 3. Frühjahrs-Ausstellung Mai-Juni 1942, Preußische Akademie der Künste, Kat.-Nr. 204, S. 14 (anderes Exemplar).

LITERATUR: Hermann Braun, Fritz Klimsch. Werke, Hannover 1980, S. 92f., mit Abb. (anderes Exemplar).
Margit Schlömer in einem Brief zur Entstehung:
Ich war vier Wochen in Berlin. Klimsch arbeitete in seinem Atelier in der Schillerstraße morgens zunächst an den Tonentwürfen. Da er wie ein Vater für mich war, hatte ich keine Hemmungen, wenn ich mich auf den Drehpodest stellte. In einem gewissen Moment sagte er zu mir: Bleiben Sie so stehen, genau das will ich machen.
zit. nach: Hermann Braun, Fritz Klimsch. Eine Dokumentation, 1991, S. 399

Essay
Margit Schlömer stand dem Künstler 1940 Modell für die Skulptur. Sie wurde von ihrem Freund dem kunstaffinen Juristen Dr. Hanswilly Bernatz dem Künstler anhand eines Aktfotos als Modell vorgeschlagen. Klimsch antwortete Bernatz in einem Brief vom 19.4.1940: " Ich danke Ihnen sehr für Ihren Brief und die Übersendung der Fotos! Das junge Mädchen scheint ja fabelhaft gewachsen zu sein und ich möchte gern nach ihr arbeiten. ich bitte Sie freundlichst, mir die näheren Bedingungen, unter welchen sich das bewerkstelligen ließe, mitzuteilen." (zit nach Hermann Braun, Fritz Klimsch. Eine Dokumentation, 1991, S. 399). Margit Schlömer blieb auch nach dem Krieg in Kontakt mit Klimsch und erhielt die Bronze als Geschenk. Das Modell schlägt auch den Namen für die Bronze vor. Klimsch folgt ihren Vorschlag und nennt sein Werk "Jugend". Der fast lebensgroße Frauenakt bildet den Abschluss einer Folge stehender Aktdarstellungen, beginnend mit dem "Frühling" (1925-1926), gefolgt von "Eva" (1932-1933) und "In Wind und Sonne" (1936). Die Jugend ist die letzte fast lebensgroße Figur im Werk Fritz Klimschs. Sie findet sofort Anklang und zwei Exemplare werden 1942 in Zink gegossen. Da die Skulptur in der Kriegszeit entsteht, ist eine Ausführung in Bronze nicht möglich. Eine der beiden Zinkgüsse erwirbt die Stadt Wels zur Ausstellung im öffentlichen Raum. In ihrer jungendlichen Schönheit verkörpert Margit alle klasssichen Ideale. Die ausgewogenen Proportionen verbinden sich mit einer frischen Unbekümmertheit, die Klimsch meisterhaft bildhauerisch einfängt. Trotz der statuarischen Haltung drückt die Figur Natürlichkeit und Leichtigkeit aus. Das Ideal der vollkommenen Frau, die Schönheit und Weiblichkeit in sich vereint, war Diktum und Sinnbild der Zeit. Klimsch hat auf unnachahmliche Weise dieses Ideal kultiviert und mit seinen Plastiken einen künstlerisch bemerkenswerten Beitrag zur Plastik der dreißiger Jahre geschaffen. Nach dem Krieg lässt sich Klimsch im Schwarzwald nieder. Dort lebt er zurück gezogen und arbeitet nur noch wenig an kleinformatigen Skulpturenn. [SM]
 


Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Fritz Klimsch "Jugend"
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