Auktion: 498 / Kunst des 19. Jahrhunderts am 18.07.2020 in München Lot 120000785

 
120000785
Edward Cucuel
Après le bain, Um 1911/12.
Öl auf Leinwand
Schätzpreis: € 20.000 - 30.000
+
Objektbeschreibung
Après le bain. Um 1911/12.
Öl auf Leinwand.
Links unten signiert. Verso auf der Leinwand mit altem, handschriftlich in Tusche auf französisch bezeichnetem Etikett, betitelt und mit der Pariser Adresse des Künstlers sowie handschriftlichen Maßangaben. 47 x 65 cm (18,5 x 25,5 in).

• Aus dem malerischen Frühwerk, entstanden bei Schloss Hartmannsberg im Chiemgau.

PROVENIENZ: Galerie Bernd Dürr, München.
Privatsammlung Süddeutschland (2003 vom Vorgenannten erworben).

„Die leicht oder nicht leicht bekleideten Frauen, die er malt, müssen Sonnenhitze und Mückenplage ebenso ertragen können, wie in unserm oft schon recht früh beginnenden Herbst eine rauhe und kalte Luft und müssen lange aushalten. Kennt er doch selbst im Schaffen keine Ermüdung, lässt sich nicht stören und malt am liebsten ein Stück in einem Zuge fertig.“
zit. nach Fritz von Ostini, Der Maler Edward Cucuel, Zürich 1924, S. 28.

Essay
Zwischen 1909 und 1914 verbringt Edward Cucuel den Sommer im Chiemgau zusammen mit Leo Putz, ebenfalls Mitglied der Münchner Künstlergruppe „Die Scholle“. Bis dahin war er hauptsächlich als Grafiker und Illustrator für die Presse tätig gewesen, unter anderem in den 1890er Jahren in New York, nachdem er in seiner Geburtsstadt San Francisco an der Kunstakademie und in Paris an der fortschrittlichen Académie Julian studiert hatte. Den Wendepunkt in seinem Schaffen bringt die Begegnung mit Leo Putz und die Zeit um 1911, als er sich unter dessen Einfluss gänzlich der impressionistischen Freiluftmalerei zuwendet. In lockerem, breiten Duktus entstehen zahlreiche Motive des sommerlichen Lebens. Die vielzähligen kleinen Seen mit lauschigen Badebuchten bei Schloss Hartmannsberg bieten die perfekte Kulisse für das Malen von Freilichtakten, wofür die beiden Maler oft mit bis zu drei Modellen unterwegs waren. Mit diesen zogen sie sich während des Aufenthaltes am Chiemsee gerne auf eine kleine verwachsene Insel zurück, um ungestört malen zu können, nur unterbrochen von kleinen Picknicken und Bädern. Spürbar verschmilzt in Cucuels Bildern auch die Grenze zwischen Pose und unbeobachteter Spontaneität, die malerische Arbeit gestaltet sich als angenehmer sommerlicher Zeitvertreib. Auch nach 1914 setzt er in den Sommermonaten diese Arbeitsweise fort und verlegt seinen Wohnsitz in Villen mit Seegrundstück am Ammersee und Starnberger See südlich von München, um immer neue Variationen seiner lichtvollen und ungezwungenen Szenen auf die Leinwand zu bringen. Häufig verwendet er dabei nicht nur den Pinsel, sondern trägt die Farbe in breiten Strichen mit dem Malmesser auf, wodurch seine Motive trotz der hellen, pastelligen Farben eine solide Körperlichkeit erlangen. Seine Gemälde atmen die Wärme des Sommers, den Duft der Vegetation und die Kühle des Wassers und verhelfen ihm aufgrund dieser Sinnlichkeit und der stets präsenten leicht voyeuristischen Erotik zu großem internationalen Erfolg, unter anderem im Pariser Salon. Noch zu Lebzeiten finden etliche Werke vor allem Eingang in amerikanische Privatsammlungen und Museen. [KT]
 


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