Auktion: 500 / Evening Sale am 17.07.2020 in München Lot 120000905

 
120000905
Max Liebermann
Kleinkinderschule, 1875.
Öl auf Leinwand
Schätzpreis: € 90.000 - 120.000
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Objektbeschreibung
Kleinkinderschule. 1875.
Öl auf Leinwand.
Eberle 1875/13. Links unten signiert. 59,3 x 80,5 cm (23,3 x 31,6 in).

• Entsteht unter den noch frischen Eindrücken der Frankreich-Reise und Liebermanns Beschäftigung mit der Schule von Barbizon.
• Zartfarbige, frühe Darstellung, die in Farbe und Lichtgebung bereits deutliche impressionistische Tendenzen aufweist.
• Beeindruckende, frühe Ausstellungshistorie.
• Bedeutende Provenienz: Paul Cassirer, Sammlung Leo Lewin, Sammlung Georg Schäfer u. a.
• Die spätere Version (1880) dieses anrührenden Motivs befindet sich in der Berliner Nationalgalerie
.

Wir danken Frau Drs. Margreet Nouwen, Berlin, für die freundliche wissenschaftliche Beratung.

PROVENIENZ: Paul Cassirer, Berlin (1914).
Galerie Ferdinand Möller, Breslau (1917).
Sammlung Leo Lewin, Breslau (1917-1927).
Galerie Matthiesen, Berlin (spätestens 1931, verso mit dem fragmentaischen Etikett).
Galerie Carl Nicolai, Berlin (spätestens 30.1.1933 [Verkaufsangebot Nicolais an Oskar Reinhart, Winterthur] - 1955).
Sammlung Dr. Georg Schäfer, Schweinfurt (1955 vom Vorgenannten erworben, verso mit dem typografisch bezeichneten und gestempelten Sammleretikett).
Privatsammlung Hessen.

AUSSTELLUNG: Ausstellung des Deutschen Künstlerbundes, Kunsthalle Mannheim, 4.5.-30.9.1913, Kat.-Nr. 221 (mit sw-Abb.).
Deutsche Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts, Zürich, 1917, Kat.-Nr. 51.
Ausstellung deutscher Malerei des 19. Jahrhunderts, Kunsthalle Basel, 7.10.-4.11.1917, Kat.-Nr. 50.
Max Liebermann, Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf, 1925, wohl Kat.-Nr. 8 (mit leicht abweichenden Maßangaben).
Kunstsalon Paul Cassirer und Hugo Helbing, Sammlung Leo Lewin, Breslau: Deutsche und französische Meister des XIX. Jahrhunderts, Ausstellung im Vorfeld der Versteigerung am 12. April 1927, Los 6 (mit Abb.).

LITERATUR: Willy F. Storck, Die Ausstellung des Deutschen Künstlerbundes in Mannheim, in: Kunst für Alle, Jahrgang XVIII, 1.8.1913, S. 481 (mit der Betitelung "Schulstundenbild").
Erich Hancke, Max Liebermann. Sein Leben und seine Werke, Berlin 1914, S. 98, mit Werkkatalog, Kat.-Nr. Nr. 528.
Kunstchronik, Jahrgang XXVIII, Nr. 39, 30.7.1917, S. 451.
Karl Scheffler, Breslauer Kunstleben, in: Kunst und Künstler, Jahrgang XXI, 1922/23, S. 111-133, S. 116 f.
Erich Hancke, Max Liebermann. Sein Leben und seine Werke, Berlin 1923, S. 98 (zweite, leicht veränderte Auflage, ohne Abb.).
Karl Scheffler, Kunstausstellungen - Düsseldorf (Kunstverein), in: Kunst und Künstler, Jahrgang XXIII, Heft 12, S. 497 (ohne Abb.).
Katrin Boskamp, Studien zum Frühwerk von Max Liebermann mit einem Verzeichnis der Gemälde und Ölstudien von 1866-1889, Hildesheim/Zürich/New York 1994, Kat.-Nr. 65.
Christie’s, Düsseldorf, Gemälde aus der Sammlung Dr. Georg Schäfer, 31.1.2000, Los 214 (mit Farbabb.).

Essay
Das reizende Werk ist ab 1917 Teil der viel gerühmten Sammlung des Breslauer Textilfabrikanten Leo Lewin, die in den Jahren des Ersten Weltkriegs entsteht. Bedeutende Arbeiten Liebermanns und Slevogts bilden das Herz einer Kollektion von bald internationalem Ruf. Beide Künstler sind auch persönlich mit dem Sammler bekannt und besuchen ihn in seiner herrschaftlichen Villa in der Breslauer Akazienallee, die mehr Privatmuseum als Wohnhaus ist. Die Wirtschaftskrise macht jedoch auch vor Leo Lewin nicht halt. Als seine noch junge Sammlung 1927 zur Versteigerung kommt, wird sie zuvor in einer umfassenden Ausstellung der Öffentlichkeit präsentiert. Der berühmte Kunstkritiker Karl Scheffler vermag im Vorwort des Kataloges seine Begeisterung kaum zu zügeln: "Die Bedeutung der Versteigerung aber besteht darin, daß in den letzten Jahren in Deutschland keine Sammlung moderner Kunst zum öffentlichen Verkauf gebracht worden ist, die mit dieser wetteifern könnte an Umfang und Bedeutung, trotz vieler Versteigerungen moderner Kunst, und obwohl in diesen oft auch dieselben Künstler vertreten waren, die der Sammlung Leo Lewin das Gesicht geben. Man muß schon weit zurückgehen, um einem Ereignis von gleicher Wichtigkeit auf dem Kunstmarkt zu begegnen". Es freut uns sehr, mit Liebermanns "Kleinkinderschule" in unserer kommenden Auktion nun eines der Hauptwerke der ehemaligen Sammlung Lewin anbieten zu können. [CH/AT]
 


Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Max Liebermann "Kleinkinderschule"
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Berechnung bei Differenzbesteuerung:
Zuschlag bis einschließlich € 500.000: 32 % Aufgeld
Zuschläge über € 500.000: Teilbeträge bis einschließlich € 500.000 32 %, Teilbeträge über € 500.000 27 % Aufgeld
Das Aufgeld enthält die Umsatzsteuer, diese wird jedoch nicht ausgewiesen.

Berechnung bei Regelbesteuerung:
Zuschlag bis einschließlich € 500.000: 25 % Aufgeld zuzügl. der gesetzlichen Umsatzsteuer
Zuschläge über € 500.000: Teilbeträge bis einschließlich € 500.000 25%, Teilbeträge über € 500.000 20% Aufgeld, jeweils zuzüglich der gesetzlichen Umsatzsteuer

Wir bitten um schriftliche Mitteilung vor Rechnungsstellung, sollten Sie Regelbesteuerung wünschen.

Berechnung bei Folgerechtsabgabe:
Bei Objekten, deren Künstler nicht bereits vor mindestens 70 Jahren verstorben ist, fällt eine Folgerechtsumlage i.H. von 1,5% zuzüglich der gesetzlichen Umsatzsteuer an.