Auktion: 500 / Evening Sale am 17.07.2020 in München Lot 120001549

 
120001549
Tony Cragg
Solo Diabas, 2007.
Stein
Schätzpreis: € 80.000 - 120.000
+
Objektbeschreibung
Solo Diabas. 2007.
Diabas-Stein.
Unikat. Ca. 122 x 63 x 60 cm (48 x 24,8 x 23,6 in).

• Eine der seltenen Steinskulpturen des Künstlers auf dem internationalen Auktionsmarkt
• Faszinierende hochglänzende Oberfläche des tief schwarzen Diabas-Gesteins
• Allansichtig spektakuläre Skulptur aus der berühmten Werkgruppe der "Points of View"
• Unikat
.
Mit einem Zertifikat des Künstlers vom 11. September 2016.

PROVENIENZ: Marian Goodman Gallery, New York.
Privatsammlung Italien (vom Vorgenannten erworben).
Privatsammlung Süddeutschland.

"Ich möchte Werke schaffen, die dieselbe intensive Wirkung ausstrahlen, die ich empfinde, wenn ich die Natur betrachte."
Tony Cragg, 2016, zit. nach: Tony Cragg. Unnatural Selection, Darmstadt 2016, S. 12.

Essay
Tony Cragg, der als einer der international bedeutendsten zeitgenössischen Bildhauer gilt, hat sich bereits als kleiner Junge für Mineralien und Fossilien interessiert und über die Jahre eine sehr umfangreiche Gesteinssammlung zusammengetragen, die ihm als stetige künstlerische Inspirationsquelle für seine einzigartige, auf dem organischen Formenpotenzial der Natur basierenden Ästhetik dient. Cragg hat dieser unverwechselbaren Formsprache über die Jahre in den unterschiedlichsten Materialien wie u. a. Bronze, Stahl, Holz und Glas Ausdruck verliehen und sich das natürliche Formenpotenzial über eine akribische Selektion, Variation und Neukombination künstlerisch zu eigen gemacht. So haben gerade auch die imposanten scheibenartigen Schichtungen, die Cragg in seiner berühmten Werkgruppe der "Points of View" entwickelt hat und zu der auch "Solo Diabas" zählt, ihren Ursprung in Craggs geologischen Betrachtungen: "Geologische Modelle mochte ich schon als Schuljunge. Wieder diese Idee, das alles, was man an der Oberfläche der Landschaft wahrnimmt, von tiefer liegenden Kräften geformt wird. Im Querschnitt sah man deutlich, wo die Verwerfungslinien liegen, wo sich Materialschichten ablagern und wo die einzelnen Erdzeitalter an die Oberfläche treten. Als ich mit Stapeln zu arbeiten begann, dachte ich an diese Modelle, denn was ich da konstruiert habe, war eine Art geologische Struktur." (zit. nach: Tony Cragg. Unnatural Selection, Darmstadt 2016, S. 92). In dem allansichtig faszinierenden Unikat "Solo Diabas", das nicht nur durch die hochglänzende, makellose Oberfläche, sondern zugleich durch seine faszinierend homogene Formgebung überzeugt, hat Cragg sein zentrales künstlerisches Bestreben, mithilfe seiner Skulpturen Wahrnehmungserlebnisse zu erzeugen, wie sie eigentlich nur Naturobjekte vermitteln können, auf äußerst eindrucksvolle Weise zur Vollendung gebracht. Gerade durch die Ausführung in Diabas-Gestein, das zur Gruppe der Paläobasalte gerechnet wird und im vorliegenden Block eine wundervoll sanfte Maserung aufweist, gelingt es Cragg, die Schönheit des Naturmaterials durch den Eingriff der künstlerischen Formgebung in entscheidender Weise zu potenzieren. In "Solo Diabas" zeigt sich einmal mehr, dass Cragg zugleich Meister des Naturstudiums wie der minutiösen Konstruktion ist, auch wenn das sanft schwingende und in scheinbar rotierenden Scheiben in den Raum ausgreifende skulpturale Meisterwerk kaum mehr erahnen lässt, wie viele Vorzeichnungen und Modellstudien der Entstehung dieser Perfektion der Form vorausgegangen sind.
Craggs Skulpturen, die den Betrachter durch ihre materielle Präsenz und formale Perfektion unweigerlich in ihren Bann ziehen, befinden sich heute in zahlreichen bedeutenden internationalen Museen, u. a. der Tate Gallery, London, dem Centre Pompidou, Paris, dem Stedelijk Museum, Amsterdam, dem Museum Ludwig, Köln, und dem Hirshhorn Museum, Washington. [JS]
 


Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Tony Cragg "Solo Diabas"
Dieses Objekt wird regel- oder differenzbesteuert angeboten.

Berechnung bei Differenzbesteuerung:
Zuschlag bis einschließlich € 500.000: 32 % Aufgeld
Zuschläge über € 500.000: Teilbeträge bis einschließlich € 500.000 32 %, Teilbeträge über € 500.000 27 % Aufgeld
Das Aufgeld enthält die Umsatzsteuer, diese wird jedoch nicht ausgewiesen.

Berechnung bei Regelbesteuerung:
Zuschlag bis einschließlich € 500.000: 25 % Aufgeld zuzügl. der gesetzlichen Umsatzsteuer
Zuschläge über € 500.000: Teilbeträge bis einschließlich € 500.000 25%, Teilbeträge über € 500.000 20% Aufgeld, jeweils zuzüglich der gesetzlichen Umsatzsteuer

Wir bitten um schriftliche Mitteilung vor Rechnungsstellung, sollten Sie Regelbesteuerung wünschen.

Berechnung bei Folgerechtsabgabe:
Bei Objekten, deren Künstler nicht bereits vor mindestens 70 Jahren verstorben ist, fällt eine Folgerechtsumlage i.H. von 1,5% zuzüglich der gesetzlichen Umsatzsteuer an.