Auktion: 508 / Kunst des 19. Jahrhunderts am 12.12.2020 in München Lot 120002148

 
120002148
Friedrich August von Kaulbach
Cécile von Munkácsy, Um 1883.
Pastell, teils gewischt, auf chamoisfarbener Ma...
Schätzpreis: € 2.000 - 3.000
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Objektbeschreibung
Cécile von Munkácsy. Um 1883.
Pastell, teils gewischt, auf chamoisfarbener Malpappe.
Vgl. Zimmermanns 360 u. 364. Rechts mittig signiert. Verso handschriftlich mit Bleistift mit Namen und Adresse einer Vorbesitzerin bezeichnet. 97,7 x 73 cm (38,4 x 28,7 in).

Wir danken Herrn Dr. Klaus Zimmermanns, München, für die freundliche Auskunft.

PROVENIENZ: Privatsammlung Nordrhein-Westfalen (aus Familienbesitz erhalten).

Essay
Cécile von Munkácsy (1845-1915), geb. Cécile Papier, stammt aus Luxemburg und lebt nach ihrer Heirat mit Henri Edouard Baron de Marches wechselnd auf dessen luxemburgischem Schloss Colpach sowie in einem luxuriösen Palais in Paris und unternimmt zahlreiche Reisen zu mondänen Orten der besseren Gesellschaft Europas. Mit ihrem Mann fördert sie junge aufstrebende Künstler, wie unter anderem Mihály von Munkácsy, der als angesehener Historien- und Genremaler in München Erfolge feiert. Von dem Ehepaar nach Paris eingeladen, bekommt er dort ein Atelier zur Verfügung gestellt und zeigt seine Bilder im Salon. Nach dem frühen Tod des Barons heiratet Cécile 1874 den Künstler. In ihrem eleganten Salon versammelt sie tout Paris, darunter bekannte Persönlichkeiten der Kunst, Literatur und Musik wie Charles Gounod, Camille Saint-Saëns, Richard Wagner, Alexandre Dumas und Emile Zola. Eine besondere Freundschaft und Bewunderung kommt dabei Franz Liszt zu, den sie zu zahlreichen Konzerten einlädt und der auf ihre Veranlassung während seines Aufenthaltes auf Schloss Colpach im Luxemburger Bürgerkasino seinen letzten öffentlichen Auftritt gibt, bei dem sie dem kranken Musiker der Überlieferung nach ihr parfümgetränktes Taschentuch vor den Mund hält, um seine Atembeschwerden zu bekämpfen. In München ist das Ehepaar Munkácsy mit der angesehenen naturalistischen Künstlerriege um Fritz von Uhde, Hans Makart, Wilhelm Leibl und natürlich Friedrich August von Kaulbach befreundet, der hier ihr Porträt angefertigt hat. Ab 1876 ist Kaulbach einer der beliebtesten Porträtisten der Frauen der besseren Gesellschaft, des Geldadels und des Theaters, die Munkácsys hat er vermutlich schon in Paris kennengelernt. Er zeigt die für ihre weiblichen Formen berühmte Cécile im eleganten schwarzen Abendkleid, in dem ihre vornehme Blässe, wiedergegeben in meisterhafter Pastelltechnik, wunderbar zur Geltung kommt. [KT]
 


Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Friedrich August von Kaulbach "Cécile von Munkácsy"
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