Auktion: 508 / Kunst des 19. Jahrhunderts am 12.12.2020 in München Lot 333

 
333
Wilhelm Trübner
Blick in den Odenwald, Um 1900.
Öl auf Leinwand
Schätzpreis: € 7.000 - 9.000
+
Objektbeschreibung
Blick in den Odenwald. Um 1900.
Öl auf Leinwand.
Rohrandt 642b. Links unten signiert. Verso auf dem Keilrahmen handschriftlich nummeriert, betitelt und mit dem Künstlernamen bezeichnet sowie mit alten Etiketten. Verso auf der Leinwand mit Bleistift nummeriert. 62 x 76 cm (24,4 x 29,9 in).

Wir danken Herrn Dr. Klaus Rohrandt, Kiel, für die freundliche wissenschaftliche Beratung.

PROVENIENZ: Galerie Commeter, Hamburg (mit dem Etikett).
Sotheby's München, Auktion 12.9.1991, Los 140 (mit Abb.)
Galerie Wimmer, München.
Privatsammlung Norddeutschland (von vorgenannter Galerie erworben).

LITERATUR: Wilhelm Trübner. Die Frankfurter Jahre 1896-1903, Ausst.-Kat. Haus Giersch - Museum Regionaler Kunst, Frankfurt a. M. 2001, S. 42, Abb. 25.

Aufrufzeit: 12.12.2020 - ca. 16.03 h +/- 20 Min.

Essay
Am 24. Oktober 1900 heiratet Wilhelm Trübner seine Schülerin Alice Auerbach (1875-1916), mit der er in den Sommermonaten auf Schloss Lichtenberg gemalt hat. Trübner hat sich schon zuvor im Odenwald zum Malen aufgehalten, einer Region, die bereits unter den romantischen Künstlern erschlossen wurde. So verwundert hier auch nicht die an die weiblichen Rückenfiguren Caspar David Friedrichs erinnernde Frau, die an der Mauer der Aussichtsterrasse des Schlosses postiert ist. Ähnlich wie Friedrichs Gemälde „Frau vor der untergehenden Sonne“ dessen bevorstehende Heirat ankündigt, dürfte es sich auch bei Trübner um seine zukünftige Frau handeln, die über die warmen, sommerlichen Wiesen und Felder des vor dem Schloss Lichtenberg gelegenen Fischbachtals blickt. Trübner porträtiert im selben Jahr ebenso einige Male ihr ausdrucksstarkes Gesicht mit den großen dunklen Augen. Bedeutsam ist die Frauengestalt auch insofern, als Trübner sich in seinen Landschaften für gewöhnlich kaum der Staffage, geschweige denn einer solchen bedeutungsgeladenen Bildformel bedient. Die Odenwald-Landschaften machen in Trübners Werk ein Drittel seines Schaffens aus, darunter Ansichten des Klosters Amorbach, des Schlosses Lichtenberg und des Mausbachtals. Sie bedienen sich keinerlei Bildformeln und erzählerischer Elemente, sondern geben Trübner die Möglichkeit, mit der reinen Farbigkeit und dem malerischen Duktus sowie seiner Vorliebe für ein intensiv grünes Pigment, das nicht nachdunkelte und seine Palette nachhaltig bestimmte, zu experimentieren. In warmen Grün- und Brauntönen modelliert Trübner hier die Struktur der Landschaft in seinen charakteristischen breiten Pinselstrichen und lässt den Blick des Betrachters mit dem Blick der Frauengestalt in die Weite einer freudigen Zukunft schweifen. [KT]
 


Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Wilhelm Trübner "Blick in den Odenwald"
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