Auktion: 512 / Klassische Moderne II am 12.12.2020 in München Lot 120002420

 
120002420
Hermann Max Pechstein
Badende I, 1911.
Holzschnitt, koloriert
Schätzpreis: € 30.000 - 40.000
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Objektbeschreibung
Badende I. 1911.
Holzschnitt, koloriert.
Krüger H 96. Signiert und datiert "1912". Einer der seltenen handkolorierten Abzüge außerhalb der 1911 bei Gurlitt erschienen Auflage von 23 Exemplaren (davon 8 handkoloriert auf Bütten) . Auf Simili-Japan. 40,2 x 32,1 cm (15,8 x 12,6 in). Papier: 61 x 50,5 cm (23,8 x 19,8 in).
Blatt 1 der Folge "Badende". Ein weiteres Exemplar befindet sich in der Graphischen Sammlung Albertina, Wien.
• Herausragendes graphisches Zeugnis der Brücke-Zeit, das durch seine expressionistische Motivik und expressive Farbigkeit überzeugt.
• Sehr selten. Auf dem internationalen Auktionsmarkt wurden seit den 1980er Jahren nur 2 weitere handkolorierte Exemplare angeboten. (Quelle: artprice.com).
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PROVENIENZ: Privatsammlung Norddeutschland (erworben Grisebach 1994-2013).
Privatsammlung Niederlande (seit 2013).

LITERATUR: Villa Grisebach Auktionen, Auktion 37, Ausgewählte Werke, 27. Mai 1994, Kat.-Nr. 15, mit Abb.

Essay
Als der Max Pechstein 1906 für die Dresdner Kunstgewerbeausstellung ein Deckenbild in so unkonventioneller Farbigkeit malt, dass es der Auftraggeber durch graue Spritzer dämpfen lässt, wird Erich Heckel auf den jungen, vielversprechenden Künstler aufmerksam und holt ihn schließlich in die ein Jahr zuvor gegründete expressionistische Künstlervereinigung "Brücke". Diese hatte sich zum Ziel gemacht, für eine dem herrschenden Impressionismus entgegengesetzte, aus der Kraft der Farbe kommende Malerei einzutreten und dafür "alle revolutionären und gärenden Kräfte an sich [zu] ziehen" (Schmidt-Rottluff). Im Umfeld der eine progresssive Kunstauffassung vertretenden "Brücke"-Mitglieder findet der expressionistische Stil Pechsteins seinen Höhepunkt. 1908 lässt sich Pechstein in Berlin nieder und wird dort zum Mitbegründer der Neuen Sezession. In den Jahren 1909 und 1910 verbringt Max Pechstein zusammen mit seinen Malerkollegen Heckel und Kirchner den Sommer an den Moritzburger Teichen. Sie malen in der freien Natur. In dieser für alle künstlerisch fruchtbaren Zeit entstehen die Badeszenen, die für Pechsteins "Brücke"-Jahre prägend sein werden und auf die er auch in unserem handkolorierten Holzschnitt zurückgreift. Wunderbar hat er die unterschiedlichen Bewegungsmomente der drei weiblichen Akte zwischen dem Blauen Waschzuber und der die Rolle des stillen Beobachters übernehmenden Katze ins Holz geschnitten und aufs Papier gebracht. Meisterhaft arbeitet er mit Fläche und Linie, mit dem starken Kontrast aus schwarzer Kontur und flächig stehen gebliebenem Binnenraum. Wunderbar ist auch die hoch gesetzte Horizontlinie und die der meisterlichen expressionistischen Komposition zusätzliche Schärfe verleihende Diagonale des Hintergrundes. Darüber hinaus macht die von Pechstein gesetzte Aquarellierung das Blatt zu einem herausragenden Zeugnis seines druckgraphischen Werkes. [JS]
 


Weitere Abbildungen
 
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