Auktion: 508 / Kunst des 19. Jahrhunderts am 12.12.2020 in München Lot 318

 
318
Louis Gurlitt
Die Bucht von Palermo mit dem Monte Pellegrino, Um 1864.
Öl auf Leinwand
Schätzpreis: € 14.000 - 18.000
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Objektbeschreibung
Die Bucht von Palermo mit dem Monte Pellegrino. Um 1864.
Öl auf Leinwand.
Rechts unten signiert sowie ortsbezeichnet "Gotha". Verso auf dem Keilrahmen mit Etiketten sowie handschriftlich bezeichnet und nummeriert. 57 x 86 cm (22,4 x 33,8 in).

Wir danken Herrn Prof. Dr. Ulrich Schulte-Wülwer für die freundliche Auskunft.

PROVENIENZ: Bruun Rasmussen, Kopenhagen, Auktion 27.9.2010, Los 17 (mit Abb.).
Privatsammlung Norddeutschland (bei vorgenannter Auktion erworben).

Aufrufzeit: 12.12.2020 - ca. 15.48 h +/- 20 Min.

Essay
Der Monte Pellegrino bei Palermo wird bereits von Goethe in dessen "Italienischer Reise" beschrieben. Im April 1787 erreicht dieser mit dem Schiff den Hafen von Palermo, hinter dem malerisch der markante Berg aufragt: „Mit keinen Worten ist die dunstige Klarheit auszudrücken, die um die Küsten schwebte. […] Die Reinheit der Konturen, die Weichheit des Ganzen, das Auseinanderweichen der Töne, die Harmonie von Himmel, Meer und Erde. Wer es gesehen hat, der hat es auf sein ganzes Leben. […] Da erhebt sich nun, sämtliche Fahrzeuge zu schützen, in Westen der Monte Pellegrino in seinen schönen Formen, nachdem er ein liebliches, fruchtbares Tal, das sich bis zum jenseitigen Meer erstreckt, zwischen sich und dem eigentlichen festen Land gelassen.“ (Johann Wolfgang von Goethe, Italienische Reise, Leipzig 1913, S. 244f.). Sizilien, von Goethe die „Königin der Inseln“ genannt, wird zum Inbegriff Italiens für ihn: „Italien ohne Sizilien macht gar kein Bild in der Seele: hier ist erst der Schlüssel zu Allem.“ So begeben sich zahlreiche Künstler auf diese Insel, darunter auch Louis Gurlitt auf seiner Italienreise von Anfang 1844 bis Herbst 1846. Er erreicht sie am 9. August 1846 und es entstehen zahlreiche Studien der beeindruckenden Landschaft, vor allem vom erhöhten Standpunkt des Minoritenklosters St. Maria di Gesù aus, die Gurlitt später im Atelier ausführt. Am 22. August sitzt er, wie es sein Sohn beschreibt, „mit seinem großen Blatte ,al piede del monte Pellegrino‘ und zeichnet drei Streifen schönster Gebirgszüge mit formreichen Vorgebirgen der sizilianischen Nordküste“ (Ludwig Gurlitt, Louis Gurlitt. Ein Künstlerleben des XIX. Jahrhunderts, dargestellt von seinem Sohne, Berlin 1912, S. 206). Der Monte Pellegrino gilt Louis Gurlitt als „König der Berge“ und er fertigt aufgrund der Beliebtheit des Sujets mit dem Inbegriff der romantischen Italiensehnsucht des 19. Jahrhunderts mehrere Versionen der Darstellung an (im Museum für Kunst und Kulturgeschichte, Dortmund, sowie in den Städtischen Kunstsammlungen der Stadt Görlitz). Die unsrige entsteht während seines Aufenthaltes in Gotha, wo er sich auf Betreiben seines kunstsinnigen Bewunderers und Förderers Herzog Ernst von Coburg-Gotha für einige Zeit niederlässt. Nicht nur aufgrund des großen Erfolgs des Motivs, sondern auch aus eigenem Verlangen nach dem Sehnsuchtsort malt er Jahre später das Motiv, das ihm so sehr im Gedächtnis blieb, wie er 1864 an seinen Sohn Wilhelm schreibt: „Ich male seit meiner Rückkehr von Berlin wieder italienische Landschaften mit größtem Interesse.“ (Brief Louis Gurlitts, im Besitz der Familie; Hinweis von Prof. Ulrich Schulte-Wülwer). [KT]
 


Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Louis Gurlitt "Die Bucht von Palermo mit dem Monte Pellegrino"
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