Auktion: 520 / Evening Sale am 18.06.2021 in München Lot 396

 
396
Tim Eitel
MUSEUMSLANDSCHAFT, 2001.
Öl auf Leinwand
Schätzung:
€ 70.000
Ergebnis:
€ 187.500

(inkl. 25% Käuferaufgeld)
Objektbeschreibung
MUSEUMSLANDSCHAFT. 2001.
Öl auf Leinwand.
Verso zweifach signiert, datiert und betitelt. 180 x 240 cm (70,8 x 94,4 in).

• Eitel gilt als Vertreter der Neuen Leipziger Schule, eine der prominentesten figurativen Strömungen der zeitgenössischen Kunst.
• Frühe großformatige Arbeit.
• Tim Eitel wird von den renommierten Galerien Eigen+Art in Deutschland sowie international von The Pace vertreten
.

PROVENIENZ: Galerie Eigen+Art, Berlin.
Privatsammlung Berlin.

AUSSTELLUNG: Tim Eitel. Terrain, Museum zu Allerheiligen / Kunstverein Schaffhausen, 6.6.-8.8.2004, u. a., Ausst.-Kat. mit Abb. S. 6.
tim eitel_untitled (2001-2020), Daegu Art Museum, Daegu (Südkorea), 7.7.-18.10.2020, Ausst.-Kat. mit Abb. S. 140/141.

LITERATUR: Künstlerhaus Bethanien (Hrsg.), Tim Eitel, 2003, S. 17.

Essay
Ab 1994 studiert Tim Eitel an der Burg Giebichenstein in Halle Freie Kunst und ab 1997 Malerei an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Diese ist Ausgangspunkt für eine Strömung der zeitgenössischen Malerei, die mit ihrer eigenen unverwechselbaren Bildsprache die "Leipziger Schule" begründet. Zu den Gründern gehören Bernhard Heisig, Wolfgang Mattheuer und Werner Tübke, die an der damaligen Leipziger Kunstakademie studieren und später lehren. Nach der politischen Wende und der Entstehung der Hochschule für Grafik und Buchkunst entwickelt sich die Begrifflichkeit der "Neuen Leipziger Schule", der ebenso Neo Rauch zugeordnet wird. Der Galerist Judy Lybke vertritt äußerst erfolgreich diese Schule auch auf internationaler Ebene. Tim Eitel gehört zu den namhaften Vertretern der gefragten "Neuen Leipziger Schule". Von 2001 bis 2003 ist er Meisterschüler bei Professor Arno Rink. In dieser Zeit entsteht die Werkfolge "Museumslandschaften". Hier beschäftigt sich Tim Eitel mit den Fragestellungen der Beziehung zwischen Figur und Umgebung, zwischen Betrachter und Werk, zwischen Fläche und Raum. Am Anfang steht immer eine Reihe von Fotos. Sie sind für Eitel wie ein klassisches Skizzenbuch. Er hält fest, was ihn instinktiv interessiert, dies kann ein Stück Architektur sein, eine Geste, eine Haltung. Aus diesen fotografisch eingefangenen Momenten baut er dann die Bildkomposition wie eine Collage zusammen. Dieser fotografische Ansatz setzt sich auch in der sehr präzisen realistischen Malweise Tim Eitels fort. Die Beziehung von Figur und Raum ist in der "Museumslandschaft" von 2001 raffiniert inszeniert. Erst auf den zweiten Blick bemerkt man, dass die junge Frau vor einem Gemälde in einem Museum steht und nicht die sie umgebende Landschaft im Freien fotografiert. Als Kunstrezipientin hält sie, wie der Künstler selbst, Gesehenes fest. Das Bild im Bild ist so groß in die Komposition gesetzt, dass es fast zur Kulisse wird. Die Bildbetrachterin taucht im Bild auf und verweist das eigentliche Bild eine Ebene nach hinten. Es entsteht ein Interieur, das wir als solches selbst kaum wahrnehmen. Das Landschaftsbild im Bild besticht durch seine fein abgestimmten, fast monochromen Farbflächen, von denen sich die modisch urban gekleidete Betrachterin kontrastreich absetzt. Die Komposition überzeugt durch wohltuende Reduzierung und Klarheit mit überraschenden Blickwinkeln und gewitzten Bildlösungen. [SM]
396
Tim Eitel
MUSEUMSLANDSCHAFT, 2001.
Öl auf Leinwand
Schätzung:
€ 70.000
Ergebnis:
€ 187.500

(inkl. 25% Käuferaufgeld)