Auktion: 520 / Evening Sale am 18.06.2021 in München Lot 390

 
390
Robert Longo
Nights Bright Days (Diptychon), 2008.
Kohle auf Papier
Nachverkaufspreis: € 170.000
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Objektbeschreibung
Nights Bright Days (Diptychon). 2008.
Kohle auf Papier.
Verso auf der Rahmenabdeckung des rechten Blattes monogrammiert und datiert. Gesamtmaß: 275 x 301 cm (108,2 x 118,5 in).

• Robert Longo fasziniert uns mit perfektionierter Technik.
• Sein Prinzip von Zeichnung ist die Wirkung von Fotografie.
• Unmittelbare Nähe im monumentalen Format
.

PROVENIENZ: - Galeria Soledad Lorenzo, Madrid.
- Margo Leavin Gallery, Los Angeles/Kalifornien (verso auf der Rahmenabdeckung mit einem Etikett).
- Privatsammlung Europa.

AUSSTELLUNG: 2008 EXHIBITION AT MARGO LEAVIN GALLERY, LOS ANGELES (https://www.robertlongo.com/series/perfectgods/ Abb.auf der Homepage).

Essay
Robert Longo spricht in seinen mit Kohle gezeichneten großformatigen Arbeiten das Auge des Betrachters so unmittelbar an, wie sonst nur wenige. Schwarz spielt die beherrschende Rolle in seinen Zeichnungen, allein das matte und dennoch vielfältige Schwarz der Kohle erzeugt die sogartige, unausweichliche Wirkung, wie sie in seinen Werken zu finden ist. Longo selbst erklärt, dass es allein dieses Medium ist, das seinem Ausdruckswillen gerecht wird: "Das Zeichnen war für mich etwas, dessen ich mich zu bedienen wusste, ein Mittel, mit dem ich eine Vision realisieren konnte. Die Reaktion auf die Kunstfertigkeit der Zeichnungen hatte ich nicht vorhergesehen. [..] Ich wollte nicht, dass man wegen der Perfektion der Zeichnungen auf die Arbeiten reagierte. Die Zeichnungen wirken gezeichneter, als sie es tatsächlich sind, für mich funktionieren sie wie große schwarzweiße Abstraktionen. [..] Ich wollte monumentale Zeichnungen schaffen, die so groß waren wie Action Paintings und sich wie Skulpturen anfühlten. [..] Meine Zeichnungen sind wie Skulpturen, wenn ich mit Graphit und Kohle arbeite, verschmiere ich sie mit den Fingern, bewege sie physisch, sie sind wie Ton. Ich hatte nie große Lust zur Malerei. Sie schien mir immer zu schmutzig, zu langsam, zu sehr ein Verdecken der Oberfläche zu sein. Beim Zeichnen arbeitet man das Bild in die Oberfläche ein wie eine Photographie", so Robert Longo in einem Interview mit dem US-amerikanischen Schriftsteller und Drehbuchautor Richard Price 1987 (zit. nach: Robert Longo, Men in The City, Photographs 1976-1982, München 2009, S. 126f.). Die in diesen Zeilen angesprochene Lust am schnellen Arbeiten bewahrheitet sich in den großformatigen Kohlezeichnungen Longos letztlich nur teilweise. Ihre Herstellung erfordert einen langwierigen Prozess des Zeichnens. Doch liegen den großformatig umgesetzten Motiven Fotos zu Grunde. Wie kaum ein anderes Medium birgt die Fotografie die Möglichkeit, schnell und unvermittelt entscheidende Momente zu bannen. Richard Longo wählt oft nur kleine Details aus einer gefundenen Abbildung; diese Ausschnitte werden dann mehrfach vergrößert herausgearbeitet. Mit sicherem Blick kann der Künstler so jene ergreifende Wirkung erzielen. Das Diptychon "Nights Bright Days" zeigt den kleinen Ausschnitt des Gesichtes einer Frau, die aus dem Bild herausschaut. Da die Augen von den in die Stirn fallenden Haaren verschattet sind, ist nicht feststellbar, ob sie aus dem Fenster blickt, ob sie ein Bild betrachtet oder ihr eine Person gegenübersteht. Das bleibt offen und unserer Imagination anheimgestellt. Doch es ist die extreme Anspannung zu spüren. Auf den beiden überdimensionalen Zeichnungen, die erst zusammengefügt ihre volle Wirkung entfalten, ergibt sich die knisternde Spannung durch die linke, scheinbar komplett dunkle Seite. In ihr manifestiert sich die für Richard Longo so charakteristische Reduktion auf das ganz Zentrale und Wesentliche einer Emotion: hier ist es das Schwarz der stillen Ruhe. [EH]
 


Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Robert Longo "Nights Bright Days (Diptychon)"
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Bei Objekten, deren Künstler nicht bereits vor mindestens 70 Jahren verstorben ist, fällt eine Folgerechtsumlage i.H. von 2,4% inklusive der gesetzlichen Umsatzsteuer an.