Auktion: 523 / Kunst des 19. Jahrhunderts am 11.12.2021 in München Lot 344

 

344
Oswald Achenbach
Straßenszene in einem italienischen Bergdorf, 1879.
Öl auf Leinwand
Schätzpreis: € 8.000 - 10.000
+
Straßenszene in einem italienischen Bergdorf. 1879.
Öl auf Leinwand.
Rechts unten signiert. 54 x 43 cm (21,2 x 16,9 in).

Wir danken der Galerie Paffrath, Düsseldorf, für die freundliche Auskunft.

PROVENIENZ: Privatsammlung Schleswig-Holstein.

Aufrufzeit: 11.12.2021 - ca. 15.58 h +/- 20 Min.

Als die ersten Sonnenstrahlen die höchsten Giebel des Bergdorfes erhellen, ist das Treiben in dem italienischen Dorf schon in vollem Gange: Fein gekleidet verlässt die Bevölkerung die schlichte, kleine Kirche, deren Glockenturm sich um die Wette mit einer Zypresse gen Himmel reckt. Die Kirche ist an einen Hang gebaut, auf dem in steiler Höhe weitere Steinhäuser thronen. Eingeklemmt in ein Häuserdickicht, führt auf der anderen Seite der Kirche eine dunkle Straßenschlucht in den Ort. Majestätisch überragt die hell erleuchtete Bergspitze die Szene und bildet zum bewölkten, blauen Himmel einen reizvollen Kontrast. Die Sonne taucht die oberen Häuserfassaden und einen Teil der Bewohner in warmes, goldenes Licht, wodurch ein starker Hell-Dunkel-Kontrast zu den Schattenpartien entsteht. Die Atmosphäre ist einzigartig und erinnert jeden Italienreisenden an die warmen Tagesanbrüche in den kleinen, verwinkelten Orten. Oswald Achenbach geht es vor allem um die Atmosphäre. Besonders die Begegnung mit Bildern von William Turner beeinflussen ihn diesbezüglich in seinem Spätwerk. Ein ziemlicher Schritt, bedenkt man, dass Achenbach an der Düsseldorfer Malerschule zunächst das genaue Zeichnen und Komponieren erlernt. Die genaue Ausformulierung jedes Details tritt hier nun zugunsten der Gesamtwirkung zurück. Wie bei einem impressionistischen Werk entsteht das Bild im Auge des Betrachters durch die Loslösung von Einzelheiten. In den 1870er Jahren beschäftigt sich Achenbach verstärkt mit belebten Straßenszenen, die seine motivische Neuausrichtung von Landschaftsdarstellungen zu Städtebildern markieren. Es ist die Zeit, in der er seine Professur an der Düsseldorfer Akademie niederlegt. In den folgenden Jahren reist Achenbach häufiger in den Süden, um sich vermehrt den Italienbildern zu widmen, die er in seinem Atelier nach seinen Reiseskizzen anfertigt. Seine Bilder sind nicht nur beim deutschsprachigen Gründerzeitpublikum beliebt, sondern werden bis nach Russland und in die USA verkauft. [HO]



 

Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Oswald Achenbach "Straßenszene in einem italienischen Bergdorf"
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Für Originalkunstwerke und Fotographien wird zur Abgeltung des gemäß §26 UrhG anfallenden Folgerechts eine Umlage i.H. von 2,4 % inklusive der gesetzlichen Umsatzsteuer erhoben.