Auktion: 522 / Klassische Moderne Teil II am 10.12.2021 in München Lot 121001755

 
121001755
Alexej von Jawlensky
Grosses Stilleben: Chrysanthemen, Um 1937.
Öl auf Malkarton
Schätzpreis: € 80.000 - 120.000
+
Objektbeschreibung
Grosses Stilleben: Chrysanthemen. Um 1937.
Öl auf Malkarton.
Jawlensky Bianconi Nachtrag Band 2 (2363). Links unten monogrammiert, rechts unten schwer leserlich datiert. Verso wohl von fremder Hand bezeichnet. 39,5 x 30,2 cm (15,5 x 11,8 in). [EH].

• Eines der letzten in Öl ausgeführten Werke des Künstlers.
• Die größte Arbeit dieses Schaffensjahres.
• Aus der vergleichsweise kleinen Gruppe der Blumenstillleben
.

PROVENIENZ: Alexej von Jawlensky, Wiesbaden.
Lisa Kümmel, Wiesbaden.
Dr. Gerda Braun Wiesbaden/Frankfurt a. Main. ( 1942/43 durch Vermittlung von Otto Ritschl von der Vorgenannten)
Frankfurter Kunstkabinett Hanna Bekker vom Rath, Frankfurt a. Main (2004).
Privatsammlung Deutschland.

LITERATUR: Alexej von Jawlensky-Archiv AG (Hrsg.), Forschungsbeiträge zu Leben und Werk Alexej von Jawlenskys, Band 2, 2005, S. 30.



Essay
Seinen Themen nähert sich Alexej von Jawlensky über sorgfältig angelegte Werkserien. Zu den bekanntesten dieser Serien gehören die Heiligengesichter und die Meditationen. Einen vergleichsweise kleinen Raum nimmt das Genre des Stilllebens in seinem Oeuvre ein. Und vor allem im Blumenstillleben widmet er sich immer wieder der ihm so wichtigen Behandlung von Farbe und Licht. Alexej von Jawlensky schreibt in seinen Lebenserinnerungen: "Denn in ihnen konnte ich leichter mich selbst finden. Ich suchte intensiv in diesen Stilleben nicht den stofflichen Gegenstand, sondern wollte durch Farbe und Form das ausdrücken, was in mir vibrierte" (zit. nach: Gottlieb Leinz (Hrsg.), Alexej Jawlensky, vom Abbild zum Urbild, Wasserburg a. I., 1979, S. 55). Zunächst orientiert er sich noch an dem Vorbild Cézannes und wählt einen konventionellen Bildaufbau, in dem z. B. ein Tisch den festen Bezug im Raum herstellt. Doch schon bald löst sich der Raum auf und die Wirkung der Farbe tritt in den Vordergrund.

Unser "Grosses Stilleben: Crysanthemen" steht am Ende seines Oeuvres. Zwar kann seine fortschreitende Erkrankung, in deren Folge Hände und Arme versteifen, Jawlensky nicht daran hindern weiter zu malen. Doch zwingen die extremen Schmerzen und die Einschränkung der Beweglichkeit den Künstler zum Arbeiten im kleinen Format. Unsere Arbeit gehört zu den letzten in Öl gemalten Werken. "Die Datierung dieses Stillebens kann aufgrund des Malstils, der Farbigkeiten und der Art der dargestellten Blumen auf November oder Dezember 1937 festgelegt werden [..]. Diese Werke gehören zu den letzten in Ölmalerei gemalten Werken, ab Januar 1938 sind keine weiteren Ölgemälde Jawlenskys bekannt, lediglich wenige Bleistiftzeichnungen" (Alexej von Jawlensky-Archiv AG (Hrsg.), Forschungsbeiträge zu Leben und Werk Alexej von Jawlenskys, Band 2, 2005, S. 30). Beachtenswert ist auch, dass dieses Werk mit den Maßen 39,7 x 30,2 cm das größte der im Werkverzeichnis für das Jahr 1937 gelisteten Ölgemälde ist. In diesen Blumenstillleben des ausgehenden Jahres 1937 tritt vor seinem künstlerischen Auge nochmals die Bandbreite der Blumenwelt auf: Tulpen, Dahlien, Rosen, Wicken und Chrysanthemen. Diese wenigen letzten Blumenstillleben sind die Kristallisation seiner Empfindung.
 


Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Alexej von Jawlensky "Grosses Stilleben: Chrysanthemen"
Dieses Objekt wird regel- oder differenzbesteuert angeboten.

Berechnung bei Differenzbesteuerung:
Zuschlagspreis bis 500.000 Euro: hieraus Aufgeld 32 %.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 27 % berechnet und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Das Aufgeld enthält die Umsatzsteuer, diese wird jedoch nicht ausgewiesen.

Berechnung bei Regelbesteuerung:
Zuschlagspreis bis 500.000 Euro: hieraus Aufgeld 25 %.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 20 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf die Summe von Zuschlag und Aufgeld wird die gesetzliche Umsatzsteuer, derzeit 19 %, erhoben. Als Ausnahme hiervon wird bei gedruckten Büchern der ermäßigte Umsatzsteuersatz von derzeit 7 % hinzugerechnet.

Wir bitten um schriftliche Mitteilung vor Rechnungsstellung, sollten Sie Regelbesteuerung wünschen.

Berechnung bei Folgerechtsabgabe:
Für Originalkunstwerke und Fotographien wird zur Abgeltung des gemäß §26 UrhG anfallenden Folgerechts eine Umlage i.H. von 2,4 % inklusive der gesetzlichen Umsatzsteuer erhoben.