Auktion: 524 / Kunst nach 1945 / Zeitgenössische Kunst II am 10.12.2021 in München Lot 36

 

36
Uwe Lausen
Weinender Marsianer, 1965.
Öl auf Leinwand
Schätzpreis: € 40.000 - 60.000
+
Weinender Marsianer. 1965.
Öl auf Leinwand.
Niggl 65/13. Links unten signiert, datiert "FEB. 65" und betitelt. 100 x 100 cm (39,3 x 39,3 in).

• "Uwe Lausens Werk zählt zu den stärksten Positionen der figurativen Malerei der 1960er-Jahre in Deutschland" (zit. nach: Pressetext Schirn Kunsthalle 2010).
• Seit über 35 Jahren in Privatbesitz
.

PROVENIENZ: Galerie Gunzenhauser, München.
Privatsammlung Baden-Württemberg (beim Vorgenannten 1984 erworben).

AUSSTELLUNG: Uwe Lausen. Ölbilder. Galerie Gunzenhauser, München, o. J., Kat.-Nr. 5.

Aufrufzeit: 10.12.2021 - ca. 15.16 h +/- 20 Min.

Marsianer stehen für den menschlichen (Alp-)Traum des außerirdischen Lebens. In den frühen 1960er Jahren richtet sich das öffentliche Interesse auf die Erkundung des Roten Planeten durch die Sowjetunion und die USA. Die Weltmächte des Kalten Krieges starten Erkundungsmissionen, um mehr über den Mars zu erfahren. 1964 gelingt es der UDSSR erstmals mit der Sonde Marsnik 2 sich dem Mars zu nähern. Die US-amerikanische Sonde Mariner 4 wird im Juni 1965, also gut drei Monate nach der Entstehung unseres Werkes, erste Bilder des roten Planeten Mars an die Erde senden. Es bewegt die Frage, ob Wasser als Grundlage des für uns vorstellbaren Lebens auf dem Mars existiert bzw. existierte. Uwe Lausen gibt keine ganz klare Positionierung dazu, doch lässt er den Marsianer, das "kleine grüne Männchen", weinen. Vielleicht ist der Titel allein schon Statement genug, dass hier der Verlust der Unberührtheit des fernen Planeten durch den Menschen betrauert wird. Uwe Lausen hadert und zerbricht letztendlich an der irdischen, menschengemachten Tragödie der Weltkriege und der daraus hervorgegangenen Gesellschaft, in die er hineingeboren wurde.

Formal verweist unsere Arbeit auf die für die Mitte der 1960er Jahre typische Beeinflussung Uwe Lausens durch das Werk von Friedensreich Hundertwasser, den Lausen sehr schätzte. So reduziert erzählerische Verspieltheit die brachialen Elemente der Darstellung. Über die wichtige Station der Auseinandersetzung mit Hundertwassers Werk wird Uwe Lausen zu der messerscharfen und brutalen Gestaltungsweise seiner späten Werke finden.

Schon zu Lebzeiten ist Uwe Lausen sehr erfolgreich. Neben mehreren Einzelausstellungen kann er auch Ankäufe von namhaften Museen verzeichnen. Er wird mit Ausstellungen u. a. in Stuttgart (1963), München (1964 u. 1965), Paris (1964) und Berlin (1966) bedacht. Doch dieser Erfolg kann seine innere Zerrissenheit nicht ausgleichen: Der Mensch Uwe Lausen zerbricht an der gesellschaftlich engen und erzkonservativen Nachkriegsgesellschaft Deutschlands. Mit nur 29 Jahren nimmt er sich das Leben. [EH]



 

Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Uwe Lausen "Weinender Marsianer"
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