Auktion: 524 / Kunst nach 1945 / Zeitgenössische Kunst II am 10.12.2021 in München Lot 83

 

83
Markus Lüpertz
Das Auge Gottes, 1982.
Öl auf Leinwand
Schätzpreis: € 20.000 - 30.000
+
Das Auge Gottes. 1982.
Öl auf Leinwand.
Rechts unten monogrammiert. 103 x 55 cm (40,5 x 21,6 in). [EH].

• "Künstler sind die Augen Gottes in den Menschen." (M. Lüpertz 2017)
• Entstanden im Jahr der Teilnahme an der documenta 7 in Kassel
.

Die Authentizität der vorliegenden Arbeit wurde von Prof. Markus Lüpertz bestätigt, dem wir für die freundliche Unterstützung danken.

PROVENIENZ: Privatsammlung Hessen.

AUSSTELLUNG: Galerie Springer, Berlin, 3.12.1982-12.1.1983 (verso auf dem Keilrahmen mit einem Etikett).
Galerie Michael Werner (verso auf dem Keilrahmen mit einem Etikett).

LITERATUR: Lempertz, Köln, Auktion 717, 9.6.1995, Los 1048, Farbtafel 20.

Aufrufzeit: 10.12.2021 - ca. 16.19 h +/- 20 Min.

Markus Lüpertz durchdringt die Welt mit seinen gestalterischen Mitteln. Er findet zu eigenen, ganz persönlichen Lösungen, um das zu zeigen, worauf es ihm eigentlich ankommt. Sei es durch das dithyrambische Aufgliedern von Gegenständen oder das Aufgreifen kanonisch gewordener Vorbilder der Kunstgeschichte. So auch bei diesem Gemälde mit dem Titel "Das Auge Gottes".
Das Auge Gottes ist ein Symbol des dreieinigen Gottes. Es wird in der bildlichen Darstellung durch ein die Trinität verkörperndes Dreieck mit einem Auge im Mittelpunkt und von einer Gloriole umstrahlt gezeigt. Die Darstellung ist seit dem Barock bekannt und steht für die Allwissenheit und Allgegenwart Gottes und seiner Präsenz in der Dreifaltigkeit von Jesus, dem Heiligen Geist und Gottvater. Dergestalt findet es sich zum Beispiel in Altaraufbauten oder Heiligendarstellungen. Im Bereich der Volksfrömmigkeit wird es in Form von Amuletten auch zum mystisch-magischen Schutz gegen den bösen Blick verwendet. Eine Bezugnahme auf einen solchen kunsthistorischen Topos ist für Markus Lüpertz keineswegs überraschend. Die Auseinandersetzung mit wichtigen Motiven der Kunstgeschichte ist ihm ein beredtes Mittel. Immer wieder und so auch hier geht es ihm dabei um die Veranwortung, Bedeutung und Aufgabe des Künstlers in der Interpretation von Gegebenheiten. Welche Rolle er dem Künstler selbst in der Gesellschaft beimisst, formuliert Markus Lüpertz in einem Interview mit dem Bischof und promovierten Kunsthistoriker Friedhelm Hofmann mit der Aussage: "Künstler sind die Augen Gottes in den Menschen." (Christian Wölfel, Maler Lüpertz und Bischof Hofmann reden über Kunst und Kirche, domradio.de, 4.4.2017).Der Künstler ist also der, durch den die Menschen sehen und verstehen können. Worauf der Künstler, alias "Das Auge Gottes", hier blickt, ist jedoch schwer zu deuten.



 

Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Markus Lüpertz "Das Auge Gottes"
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