Auktion: 522 / Klassische Moderne Teil II am 11.12.2021 in München Lot 458

 

458
Johannes Molzahn
Portrait "11.6.1935", 1935.
Öl auf Jute
Schätzpreis: € 60.000 - 80.000
+
Portrait "11.6.1935". 1935.
Öl auf Jute.
Wohl Gries 211 A. Verso auf der Leinwand typografisch, teils handschriftlich, datiert, betitelt sowie mit dem Künstlernamen und der Nummerierung "0113" versehen. 98 x 68 cm (38,5 x 26,7 in).
Der Hintergrund wurde vor 1963 vom Künstler überabeitet. [AM].
• Seit zwei Generationen in Familienbesitz.
• Spannungsreiche Porträtdarstellung von besonderer Dynamik.
• Erstmals auf dem internationalen Auktionsmarkt angeboten (Quelle: artprice.com)
.

PROVENIENZ: Privatsammlung Eva C. Joel, USA (direkt vom Künstler erworben).
Privatsammlung Dr. Susan J. Lewis, Denver, Colorado (durch Erbschaft von der Vorgenannten).

AUSSTELLUNG: Johannes Molzahn. Aus der Zeit vor der Emigration 1916/35, Kunstkabinett Klihm, München, 3.-30.4.1963, Kat.-Nr. 17 (hier fälschlich betitelt "Porträt 11.6.36").
Johannes Molzahn, Kunstverein Bamberg, 1964, Kat.-Nr. 23 (hier fälschlich betitelt "Portrait 11.6.36").

„… ich liebe die Kunst, weil ich den Menschen liebe, dem sie zu dienen hat.“
(Johannes Molzahn, zit. n. Johannes Molzahn. Das malerische Werk, Ausst. Kat., Wilhelm-Lehmbruck-Museum Duisburg, 7.7.-18.9.1988, S. 5)

Aufrufzeit: 11.12.2021 - ca. 18.20 h +/- 20 Min.

„Das eigentliche Ausdrucksmedium für die Gestaltung der Beziehung zwischen Mensch und Kosmos, Seele und Welt [ist] der Raum“ (zit. n. Herbert Schade, Johannes Molzahn, Einführung in das Werk und die Kunsttheorie des Malers, München/Zürich 1972, S. 157), charakterisiert der Kunstkritiker Paul Fechter im Jahr 1952 die grundlegenden Schwerpunkte in der künstlerischen Auseinandersetzung Johannes Molzahns. Die Gattung des Porträts nimmt dabei eine besondere Stellung im malerischen Oeuvre des Künstlers ein, denn gerade dieser Bereich bietet ihm die Möglichkeit, wichtige Ausdrucksprinzipien, die aus seiner Auseinandersetzung resultieren, weiter zu steigern. Ab 1930 führt er in diesem Zusammenhang eine Reihe an „kosmogonischen Monumentalportäts“ aus, in denen er die eigentliche Porträtdarstellung in höhere, kosmologische Strukturen einbindet: „Nicht mehr aus dem Mikrokosmos in den Makrokosmus, – aus dem Makrokosmos wieder projiziert in den Mikrokosmos. Das ist die Linie des beginnenden Umbruchs. Das ist die Linie, die diese Wende einzeichnet. Nicht mehr das Komplizierte im Kleinen, sondern das Einfache im Großen.“ (Johannes Molzahn, zit. n. Schade, S. 65). Auf dieser Basis entstehen einige in seinem Gesamtwerk sehr bedeutende Arbeiten wie das Porträt „Gedächtnis Otto Mueller“ (1930).

Das hier angebotene Gemälde gliedert sich in die Reihe der kompositorisch so aufwendig gestalteten Porträtarbeiten Molzahns ein. Im Jahr 1935 entstanden, befindet es sich lange Zeit im Besitz einer mit dem Künstler eng verbundenen Familie, aus deren unmittelbarem Umfeld auch die Porträtierte stammt. Charakteristisch besonders für die späteren Arbeiten Molzahns ist die Staffelung der Darstellung in überwiegend geometrisch angelegte Strukturen. Es entsteht eine stark dynamisierte Bildkomposition mit technoider Wirkung, die das eigentliche Porträt, wie vom Künstler beachsichtigt, in eine höhere Dimension zu integrieren scheint. Die bis ins 19. Jahrhundert hinein so bedeutende Funktion des Porträts als Mittel, die Physiognomie einer Person mehr oder minder realitätsgetreu abzubilden, hat an dieser Stelle kaum mehr eine Bedeutung. Das bloße Konterfei wird Teil einer anderen Sphäre und Ausdrucksmedium für etwas Höheres. [AM]



 

Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Johannes Molzahn "Portrait "11.6.1935""
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