Auktion: 525 / Evening Sale am 10.12.2021 in München Lot 231

 

231
Karl Hofer
Lesende Frau, 1943.
Öl auf Leinwand
Schätzpreis: € 80.000 - 120.000
+
Lesende Frau. 1943.
Öl auf Leinwand.
Wohlert 1647. Links unten monogrammiert (in Ligatur) und datiert (in die nasse Farbschicht geritzt). 84 x 63 cm (33 x 24,8 in). [CH].

• Intime und persönliche Szene des im Œuvre Karl Hofers besonders seltenen Motivs einer weiblichen Briefleserin.
• Bereits zu Lebzeiten des Künstlers 1945 erstmals ausgestellt.
• Beeindruckende, 50 Jahre überspannende Ausstellungshistorie.
• Seit über 40 Jahren Teil einer deutschen Privatsammlung und erstmals auf dem Auktionsmarkt angeboten
.

PROVENIENZ: Aus dem Nachlass des Künstlers (Nachlass-Nr. 429 (auf dem Keilrahmen mit einem handschriftlich nummerierten Etikett), Wirnitzer-Liste Nr. 298).
Baukunst-Galerie, Köln (verso auf dem Rahmen mit dem typografisch und handschriftlich bezeichneten Galerieetikett).
Privatsammlung Nordrhein-Westfalen.
Seitdem in Familienbesitz.

AUSSTELLUNG: 1. Kunstausstellung der Kammer der Kunstschaffenden, Berlin-Charlottenburg, Juli bis August 1945, Kat.-Nr. 51.
Karl Hofer 1878-1955, Akademie der Künste, Berlin, 7.11.1965-2.1.1966; Kunstmuseum Winterthur, 23.1.-27.2.1966, Kat.-Nr. 59, S. 59.
Anlässlich der 90. Wiederkehr des Geburtstags von Karl Hofer (11.10.1878), Baukunst-Galerie, Köln, 11.10.-9.11.1968, Kat.-Nr. 28 (mit dem Titel "Brieflesende").
Karl Hofer. Retrospektiv-Ausstellung, Kunsthalle Wilhelmshaven, 20.4.-11.5.1969, Kat.-Nr. 28.
Retrospektiv-Ausstellung Karl Hofer. Ölbilder, Aquarelle, Handzeichnungen, Druckgraphik, Baukunst-Galerie, Köln, 20.1.-5.4.1975, Kat.-Nr. 32, o. S.
Karl Hofer. Ölbilder, Aquarelle, Zeichnungen, Galerie Bremer, Berlin (West), 4.10.-28.10.1976, o. S. (unter dem Titel "Lesendes Mädchen").
Karl Hofer 1878-1955, Staatliche Kunsthalle, Berlin (West), 16.4.-14.6.1978; Badischer Kunstverein e.V., Karlsruhe, 1.8.-17.9.1978, Kat.-Nr. 146, S. 173.
Karl Hofer. Malerei, Grafik, Zeichnung, Staatliche Galerie Moritzburg, Halle, 26.11.1978-25.2.1979, Kat.-Nr. 225, S. 154.
Die Figur im Werk von Karl Hofer, Baukunst-Galerie, Köln, 17.9.-13.11.1982, Faltblatt, Kat.-Nr. 18.

LITERATUR: John Laupitz, In Form und Farbe, Galerie Bremer. Hofer-Ausstellung zum Jubiläum, in: Der Abend (Berlin), Nr. 238, 19.10.1976, S. 5 (mit Abb. eines Ausschnitts).

Aufrufzeit: 10.12.2021 - ca. 18.32 h +/- 20 Min.

Das Entstehungsjahr unserer Arbeit gilt als Schicksalsjahr in der Biografie Karl Hofers. Bei dem ersten großen Bombenangriff auf Berlin am 1. März zerstört ein Feuer sein Atelier, der Großteil seiner dort gelagerten Werke wird in den Flammen vernichtet. In den darauffolgenden Monaten scheint der reife, erfahrene Künstler mit unglaublicher Energie und beeindruckendem Schaffensdrang gegen sein Schicksal anzumalen: gegen die ihm entgegengebrachten Ungerechtigkeiten, die Diffamierung und Ächtung durch die Nationalsozialisten, seine Suspendierung, und gegen die Hilflosigkeit nach der Vernichtung seiner Arbeiten.

Während sich das Motiv der vornehmlich weiblichen, meist ein Buch oder eine Zeitung lesenden Figur im Œuvre des Künstlers häufiger wiederfindet, handelt es sich bei der hier angebotenen Darstellung der in einen Brief versunkenen Lesenden um eine seltene Erscheinung. Im selben Jahr wird das Motiv in "Brieflesendes Mädchen" noch einmal aufgegriffen (Kunstmuseum Stuttgart), doch blickt die junge Frau dort nachdenklich ins Leere. Die in unserem Bild ernstere Konzentration auf das geschriebene Wort eines die damalige Feldpost evozierenden Briefes, der gerade erst geöffnete Umschlag und der schon bereitgelegte Bleistift eröffnen als Requisiten eine außergewöhnlich intime erzählerische Ebene mit spürbar emotionaler Bildwirkung. In anderen Bildnissen wird diese oftmals von der nachdenklichen Versunkenheit und Melancholie überschattet, hier jedoch visualisiert sie einmal mehr den Ideenreichtum und die außerordentlichen malerischen Fähigkeiten des Künstlers und Meisters des Figurenbildnisses. [CH]



 

Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Karl Hofer "Lesende Frau"
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Zuschlagspreis bis 500.000 Euro: hieraus Aufgeld 32 %.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 27 % berechnet und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Das Aufgeld enthält die Umsatzsteuer, diese wird jedoch nicht ausgewiesen.

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Zuschlagspreis bis 500.000 Euro: hieraus Aufgeld 25 %.
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Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf die Summe von Zuschlag und Aufgeld wird die gesetzliche Umsatzsteuer, derzeit 19 %, erhoben. Als Ausnahme hiervon wird bei gedruckten Büchern der ermäßigte Umsatzsteuersatz von derzeit 7 % hinzugerechnet.

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Für Originalkunstwerke und Fotographien wird zur Abgeltung des gemäß §26 UrhG anfallenden Folgerechts eine Umlage i.H. von 2,4 % inklusive der gesetzlichen Umsatzsteuer erhoben.