Auktion: 524 / Kunst nach 1945 / Zeitgenössische Kunst II am 10.12.2021 in München Lot 1

 

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Paul Feiler
Cornish Landscape North, 1957.
Öl auf Leinwand
Schätzpreis: € 45.000 - 55.000
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Cornish Landscape North. 1957.
Öl auf Leinwand.
Links unten schwer leserlich signiert und datiert (in die nasse Farbe geritzt). Verso auf der umgeschlagenen Leinwand signiert und betitelt. 61 x 91 cm (24 x 35,8 in).

• Seit fast 40 Jahren in deutschem Familienbesitz.
• In den 1950er Jahren gehört Feiler zu den Hauptakteuren der St. Ives School, der bereits Barbara Hepworth und Ben Nicholson angehörten.
• Weitere Arbeiten aus den 1950er Jahren befinden sich u. a. in den Sammlungen der Tate Britain und des British Museum in London
.

PROVENIENZ: Privatsammlung Nordrhein-Westfalen (1983 erworben, Sotheby's, 5.7.1983, Los 272).
Privatsammlung Rheinland-Pfalz (durch Erbschaft vom Vorgenannten).

LITERATUR: Sotheby's, London, British Impressionist and Post-Impressionist and Modern Paintings, Drawings and Sculpture, 5.7.1983, Los 272.

Aufrufzeit: 10.12.2021 - ca. 14.30 h +/- 20 Min.

Paul Feiler wird in Deutschland geboren, doch nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 von seiner Familie in die Niederlande und später für seine weiterführende Schulbildung nach Großbritannien gesandt. Ende der 1930er Jahre studiert er an der Slade School of Art in London. 1940/41 lebt er für einige Zeit in Kriegsgefangenschaft auf der Isle of Man und in Kanada, bevor er Lehrtätigkeiten am Eastborne College und West of England College of Art in Bristol antritt. Während eines Aufenthalts in Cornwall 1949 entzündet die Schönheit der kornischen Landschaft eine ganz neue Ausrichtung seiner Malerei. Nach den gestischen Abstraktionen seines Frühwerks entstehen erstmals minimalistische, stark abstrahierte und gänzlich abstrakte Landschaften, pastose Farbflächen in reduzierten, von der ihn umgebenden Landschaft inspirierten Farben.
Anfang der 1950er Jahre folgt dann der Durchbruch seiner künstlerischen Karriere: 1953 beschert ihm seine erste Einzelausstellung in der Redfern Gallery in London einen so großen Erfolg, dass er noch im selben Jahr den Umzug nach Cornwall, in die Nähe von Penzance wagen kann. Das nahe gelegene St. Ives ist in den 1950er Jahren bereits ein bedeutendes Zentrum für moderne und insbesondere abstrakte Malerei, begründet in der Künstlergeneration um Barbara Hepworth und Ben Nicholson. Nur ein Jahr später folgt seine erste Einzelausstellung in den USA.

Das hier angebotene Werk zeugt von dem nur wenige Jahre zurückliegenden Schlüsselmoment an der englischen Westküste. Wie auch andere in St. Ives tätige Maler findet Feiler zu einer Bildsprache zwischen abstrakter Form und suggestiver Landschaftsdarstellung mit einer ganz besonderen Ästhetik einer haptisch reizvollen Materialität der pastosen Oberflächenbeschaffenheit. Der Künstler übersetzt die majestätische Umgebung in der südenglischen Landschaft mit reduzierter Farbpalette und Vereinfachung der Form in seine persönliche, malerische Sprache fein abgestufter, kantiger Farbflächen und malt die Welt dabei genau so wie er sie sieht und versteht – "what I felt the world around me looked like. [..] the sea and the rocks seen from a great height" (Paul Feiler, zit. nach: www.tate.org.uk/art/artworks/feiler-morvah-t14900).
Das Spätwerk Paul Feilers ab den 1970er Jahren zeugt dann von einer deutlich geometrischeren Abstraktion, insbesondere von quadratischen und rechteckigen Formen dominiert. Schon 1957 werden die Arbeiten des Künstlers in einer Wanderausstellung des British Council in Mailand, Melbourne, Montreal und Paris gezeigt. 1961 sind seine Arbeiten Teil der umfassenden Ausstellung "British Paintings in the 1960s" in der Tate Gallery. 2005 ehrt ihn die Tate St. Ives mit einer umfassenden Retrospektive. Feiler gilt heute als einer der Hauptakteure der sogenannten St. Ives School. [CH]



 

Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Paul Feiler "Cornish Landscape North"
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