Auktion: 528 / Klassische Moderne am 11.06.2022 in München Lot 457

 

457
Otto Dix
Elsa die Himmels-Braut vom Café Kasino (Studie zum Gemälde "Elsa, die Gräfin"), 1922.
Kohlezeichnung
Nachverkaufspreis: € 40.000
+
Elsa die Himmels-Braut vom Café Kasino (Studie zum Gemälde "Elsa, die Gräfin"). 1922.
Kohlezeichnung.
Lorenz 8.1.9. In der Visitenkarte in der linken Hand der Dargestellten signiert und im linken Blattrand betitelt. Verso handschriftlich bezeichnet "Februar 1922" und "# 47". Auf Velin. 43 x 35 cm (16,9 x 13,7 in), blattgroß.

• Vorarbeit zu dem Gemälde "Elsa, die Gräfin"
• "Desillusionierung des Eros" (Fritz Löffler)
• Wichtige Arbeit aus den gefragten 1920er Jahren
• Gezeigt auf wichtigen monografischen Ausstellungen
.

PROVENIENZ: Kunstarchiv Arntz, Haag/Obb. (1985).
Privatsammlung Süddeutschland.

AUSSTELLUNG: Berlin. A critical view. Ugly Realism, 20s-70s, Institute of Contemporary Arts, London 1978, Kat.-Nr. 16 m. Abb. und Textabb S. 184.
Otto Dix. Menschenbilder. Gemälde, Aquarelle Gouachen und Zeichnungen, Galerie der Stadt Stuttgart, 3.12.1981-31.1.1982, Kat.-Nr. 96 m. Abb.
Otto Dix 1891-1969, Palais des Beaux Arts, Brüssel, 14.6.-28.7.1985.
Otto Dix 1891-1969, Museum Villa Stuck, München, 23.8.-27.10.1985, Kat.-Nr. 334 m. Abb. S. 176.

LITERATUR: Brigid S. Barton, Otto Dix and Die neue Sachlichkeit: 1918-1925, 1981, S. 33.
Hans Kinkel (Hrsg.), Otto Dix, Protokolle der Hölle. Zeichnungen, Frankfurt a. M. 1968, Abb. 78.
Fritz Löffler, Otto Dix 1891-1969. Œuvre der Gemälde, Recklinghausen 1981, S. 305 (irrtümlich unter 1922/18).

"Mein Wahlspruch ist: 'Trau deinen Augen'"
Otto Dix, Gedanken zum Porträtmalen 1955, zit. nach: Kat. Villa Stuck, 1985, S. 276.

Otto Dix besucht die Bars, Kneipen und Etablissements in den Bordellvierteln zunächst von Dresden und später in Düsseldorf. Hier entsteht das Herzstück seines Œuvres. In seiner Darstellung von Elsa, die er als Himmelsbraut vom Café Kasino benennt, gelingt es ihm, die Huren-Thematik unretuschiert und mit potenzierter Direktheit darzustellen. Der erste Biograf des Künstlers, der Dresdner Kunsthistoriker Fritz Löffler, prägte dafür äußerst passend die Formel von der „Desillusionierung des Eros“. Lebensidentität und visuelle Erscheinung sind so in der Figur der Elsa zu einer totalen Einheit verschmolzen. Es ist kein voyeuristischer Blick, sondern ein mitleidender. Otto Dix modelliert diesen Frauenkörper mit der gleichen achtungsvollen zeichnerischen Geste wie zuvor die toten Soldaten im Schützengraben. Und so ist es ganz selbstverständlich, dass Elsa auf einem monumentalen Sessel oder Sofa thront und die Vielschichtigkeit der Person in ihrem nackten Körper freigelegt ist. Denn sie ist viel zarter als das große, etwas grobe Gesicht vermuten lässt. Sie sitzt ruhig, erschöpft und überaus präsent in einem wilden Chaos aus umgeworfenen Flaschen, zerschlagenen Gläsern und einem benutzten Präservativ zu ihren Füßen. Otto Dix zeigt das Leben der Dirne wie es ist. [EH]



457
Otto Dix
Elsa die Himmels-Braut vom Café Kasino (Studie zum Gemälde "Elsa, die Gräfin"), 1922.
Kohlezeichnung
Nachverkaufspreis: € 40.000
+

 

Aufgeld und Steuern zu Otto Dix "Elsa die Himmels-Braut vom Café Kasino (Studie zum Gemälde "Elsa, die Gräfin")"
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