Auktion: 533 / Modern Art Day Sale und Sammlung Hermann Gerlinger am 10.12.2022 in München Lot 461

 

461
Karl Schmidt-Rottluff
Häuser an der kurischen Nehrung, 1913.
Aquarell über Graphit
Schätzpreis: € 20.000 - 30.000
+
Häuser an der kurischen Nehrung. 1913.
Aquarell über Graphit.
Rechts unten signiert und datiert. Auf bräunlichem Velin. 32,9 x 42,7 cm (12,9 x 16,8 in), blattgroß.
[KT].
• 1913 erprobt Schmidt-Rottluff neue Wege in der Landschaft: zwischen Zeichnung, Grafik und Malerei entstehen höchst individuelle Ansichten.
• Künstlerische Inspiration findet er beim Aufenthalt in Nidden auf der Kurischen Nehrung: Hier entsteht eine stilistisch und motivisch geschlossene Werkgruppe.
• Einzigartige Interpretation und experimentierfreudige Handhabung der für den Künstler bedeutsamen Aquarelltechnik
.

Das Werk ist im Archiv der Karl und Emy Schmidt-Rottluff Stiftung, Berlin, dokumentiert.

PROVENIENZ: Sammlung Hermann Gerlinger, Würzburg (mit dem Sammlerstempel Lugt 6032).

AUSSTELLUNG: Das Aquarell der Brücke, Brücke-Museum, Berlin, 5.9.-16.11.1975, Nr. 125 (m. Abb. Taf. 41).
Norddeutsche Künstlerkolonien: Nidden und die Kurische Nehrung, Altonaer Museum, Hamburg, 3.12.1976-6.2.1977; Ostdeutsche Galerie, Regensburg, 20.3.-15.5.1977, Nr. 117.
Karl Schmidt-Rottluff, Retrospektive, Kunsthalle Bremen, 16.6.-10.9.1989; Städtische Galerie im Lenbachhaus, München, 27.9.-3.12.1989, Kat.-Nr. 132 (m. SW-Abb.).
Schleswig-Holsteinisches Landesmuseum, Schloss Gottorf, Schleswig (Dauerleihgabe aus der Sammlung Hermann Gerlinger, 1995-2001).
Kunstmuseum Moritzburg, Halle an der Saale (Dauerleihgabe aus der Sammlung Hermann Gerlinger, 2001-2017).
Im Rhythmus der Natur: Landschaftsmalerei der "Brücke". Meisterwerke der Sammlung Hermann Gerlinger, Städtische Galerie, Ravensburg, 28.10.2006-28.1.2007, S. 105 (m. Abb.).
Expressiv! Die Künstler der Brücke. Die Sammlung Hermann Gerlinger, Albertina Wien, 1.6.-26.8.2007, Kat.-Nr. 27 (m. Abb.).
Buchheim Museum, Bernried (Dauerleihgabe aus der Sammlung Hermann Gerlinger, 2017-2022).
Schmidt-Rottluff. Form, Farbe, Ausdruck!, Buchheim Museum, Bernried, 29.9.2018-3.2.2019, S. 187 (m. Abb.).

LITERATUR: Heinz Spielmann (Hrsg.), Die Maler der Brücke. Sammlung Hermann Gerlinger, Stuttgart 1995, S. 362f., SHG-Nr. 602 (m. Abb.).
Hermann Gerlinger, Katja Schneider (Hrsg.), Die Maler der Brücke. Bestandskatalog Sammlung Hermann Gerlinger, Halle (Saale) 2005, S. 63, SHG-Nr. 113 (m. Abb.).

Aufrufzeit: 10.12.2022 - ca. 17.51 h +/- 20 Min.

Für die Entwicklung der Landschaftsmalerei Karl Schmidt-Rottluffs ist der Sommer 1913 von großer Bedeutung. Nachdem die Mitglieder der "Brücke" am 27. Mai 1913 die Auflösung der Künstlergruppe beschließen, verbringt Schmidt-Rottluff den Sommer in Nidden auf der Kurischen Nehrung. Am 3. Juli schreibt er an den Sammler Theodor Francksen: "In diesem Jahr bin ich Dangast einmal untreu geworden und bin nach der Kurischen Nehrung gegangen. Diesen riesig interessanten Winkel unseres Landes wollte ich schon lange kennen lernen. Die Nehrung ist in der Tat seltsam und interessant" (Karl Schmidt-Rottluff, zit. nach: Gerhard Wietek, Schmidt-Rottluff. Oldenburger Jahre 1907-1912, Mainz 1995, S. 144f., Nr. 116). In dieser Umgebung findet der Künstler neue Anregungen, die für ihn besonders in Bezug auf seine Akt- und Landschaftsmalerei eine äußerst inspirierte und produktive Schaffensphase einleiten. Neben Gemälden und Zeichnungen entsteht eine Reihe ausdrucksstarker Aquarelle, zu denen auch das angebotene Blatt zählt. Mit sparsamem Einsatz der Aquarellfarben akzentuiert Schmidt-Rottluff ausgewählte Bereiche der gezeigten Gegend und erlaubt uns damit einen Blick auf die eindrucksvolle Landschaft dieser außergewöhnlichen Halbinsel. [AM]



 

Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung zu Karl Schmidt-Rottluff "Häuser an der kurischen Nehrung"
Dieses Objekt wird regel- oder differenzbesteuert angeboten, Folgerechtsvergütung fällt an.

Berechnung bei Differenzbesteuerung:
Zuschlagspreis bis 500.000 Euro: hieraus Aufgeld 32 %.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 27 % berechnet und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Das Aufgeld enthält die Umsatzsteuer, diese wird jedoch nicht ausgewiesen.

Berechnung bei Regelbesteuerung:
Zuschlagspreis bis 500.000 Euro: hieraus Aufgeld 25 %.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 20 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf die Summe von Zuschlag und Aufgeld wird die gesetzliche Umsatzsteuer, derzeit 19 %, erhoben. Als Ausnahme hiervon wird bei gedruckten Büchern der ermäßigte Umsatzsteuersatz von derzeit 7 % hinzugerechnet.

Wir bitten um schriftliche Mitteilung vor Rechnungsstellung, sollten Sie Regelbesteuerung wünschen.

Berechnung der Folgerechtsvergütung:
Für Werke lebender Künstler oder von Künstlern, die vor weniger als 70 Jahren verstorben sind, fällt gemäß § 26 UrhG eine Folgerechtsvergütung in folgender Höhe an:
4% des Zuschlags ab 400,00 Euro bis zu 50.000 Euro,
weitere 3 % Prozent für den Teil des Zuschlags von 50.000,01 bis 200.000 Euro,
weitere 1 % für den Teil des Zuschlags von 200.000,01 bis 350.000 Euro,
weitere 0,5 Prozent für den Teil des Zuschlags von 350.000,01 bis 500.000 Euro und
weitere 0,25 Prozent für den Teil Zuschlags über 500.000 Euro.
Der Gesamtbetrag der Folgerechtsvergütung aus einer Weiterveräußerung beträgt höchstens 12.500 Euro.

Die Folgerechtsvergütung ist umsatzsteuerfrei.