Auktion: 535 / Evening Sale mit Sammlung Hermann Gerlinger am 09.12.2022 in München Lot 4

 

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Karl Schmidt-Rottluff
Lesende (Else Lasker-Schüler), 1912.
Öl auf Leinwand
Schätzpreis: € 700.000 - 900.000
+
Lesende (Else Lasker-Schüler). 1912.
Öl auf Leinwand.
Grohmann S. 257/285. Rechts oben signiert und datiert. Verso auf dem Keilrahmen erneut signiert sowie betitelt „Lesende“. 102 x 76 cm (40,1 x 29,9 in).
[KT].
• In dem formalen Experiment seiner kristallinen Struktur ein einzigartiges, starkes Bildnis im Schaffen des Künstlers.
• Auf dem Höhepunkt seiner expressiven Ausdruckskraft fängt Schmidt-Rottluff die schillernde, avantgardistische Persönlichkeit Else Lasker-Schülers in besonders ausdrucksstarker Farbigkeit und beeindruckendem Format ein.
• Der in den avantgardistischen Strömungen beheimateten Else Lasker-Schüler wird Schmidt-Rottluff mit dieser kubistischen Hommage gerecht.
• Bildnisse von Schmidt-Rottluff in dieser Qualität gehören zu den begehrtesten Arbeiten des Künstlers.
• Nur aufgrund des besonderen Vertrauensverhältnisses übergibt Schmidt-Rottluff das kostbare Werk in die Hände seines langjährigen Freundes Hermann Gerlinger
.

Das Werk ist im Archiv der Karl und Emy Schmidt-Rottluff Stiftung, Berlin, dokumentiert.

PROVENIENZ: Sammlung Hermann Gerlinger, Würzburg (mit dem Sammlerstempel Lugt 6032, direkt vom Künstler erworben).

AUSSTELLUNG: Maler der Brücke in Dangast von 1907 bis 1912. Karl Schmidt-Rottluff, Erich Heckel, Max Pechstein, Emma Ritter, Oldenburger Kunstverein, Oldenburg, 2.6.-30.6.1957, Nr. 75 (m. Abb. S. 59).
Brücke 1905-1913, eine Künstlergemeinschaft des Expressionismus, Museum Folkwang, Essen, 12.10.-14.12.1958, Nr. 156.
Karl Schmidt-Rottluff zum 100. Geburtstag, Schleswig-Holsteinisches Landesmuseum, Schloss Gottorf, Schleswig, 3.6.-12.8.1984, Kat.-Nr. 14 (m. Abb.).
Karl Schmidt-Rottluff, Retrospektive, Kunsthalle Bremen, 16.6.-10.9.1989; Städtische Galerie im Lenbachhaus, München, 27.9.-3.12.1989, Kat.-Nr. 104 (m. SW-Abb., Farbtaf. 43).
Schleswig-Holsteinisches Landesmuseum, Schloss Gottorf, Schleswig (Dauerleihgabe aus der Sammlung Hermann Gerlinger, 1995-2001).
Frauen in Kunst und Leben der "Brücke", Schleswig-Holsteinisches Landesmuseum, Schloss Gottorf, Schleswig, 10.9.-5.11.2000, Kat.-Nr. 126 (m. Abb. S. 205).
Kunstmuseum Moritzburg, Halle an der Saale (Dauerleihgabe aus der Sammlung Hermann Gerlinger, 2001-2017).
Der Potsdamer Platz. Ernst Ludwig Kirchner und der Untergang Preußens, Neue Nationalgalerie, Berlin, 27.4.-12.8.2001, Kat.-Nr. 43 (m. Abb. S. 103).
Das andere Ich. Porträts 1900-1950, Staatliche Galerie Moritzburg, Landeskunstmuseum Sachsen-Anhalt, Halle (Saale), 6.4.-15.6.2003, Kat.-Nr. 258 (m. Abb.).
Die Brücke und die Moderne, 1904-1914, Bucerius Kunst Forum, Hamburg, 17.10.2004-23.1.2005, Kat.-Nr. 174 (m. Abb.).
Expressiv! Die Künstler der Brücke. Die Sammlung Hermann Gerlinger, Albertina Wien, 1.6.-26.8.2007, Kat.-Nr. 24 (m. Abb.).
Buchheim Museum, Bernried (Dauerleihgabe aus der Sammlung Hermann Gerlinger, 2017-2022).
Brückenschlag: Gerlinger – Buchheim!, Buchheim Museum, Bernried, 28.10.2017-25.2.2018, S. 242-245 (m. Abb.).
Schmidt-Rottluff. Form, Farbe, Ausdruck!, Buchheim Museum, Bernried, 29.9.2018-3.2.2019, S. 178f. (m. Abb.).
Else Lasker-Schüler. "Prinz Jussuf von Theben" und die Avantgarde, Von der Heydt-Museum, Wuppertal, 6.10.2019-16.2.2020, S. 141 (m. ganzs. Abb.).

LITERATUR: Else Lasker-Schüler, Briefe nach Norwegen, in: Der Sturm. Monatsschrift für Kultur und die Künste, Nr. 94, Januar 1912, S. 752.
Will Grohmann, Karl Schmidt-Rottluff, Stuttgart 1956, S. 257 (m. Abb.), 285.
Gerhard Wietek, Karl Schmidt-Rottluff in Hamburg und Schleswig-Holstein, Neumünster 1984, S. 135 (m. Abb.).
Hermann Gerlinger, Schmidt-Rottluff und "Der Prinz von Theben", in: Karl Schmidt-Rottluff, Retrospektive, hrsg. von Gunther Thiem und Armin Zweite, Ausst.-Kat. Kunsthalle Bremen/Städtische Galerie im Lenbachhaus München, München 1989, S. 49-52.
Gunther Thiem, Karl Schmidt-Rottluff: 1912 – Experiment Kubismus, in: Städel-Jahrbuch, Bd. 13, 1991, S. 245-256, hier S. 246f. (m. Abb.).
Heinz Spielmann (Hrsg.), Die Maler der Brücke. Sammlung Hermann Gerlinger, Stuttgart 1995, S. 227f., SHG-Nr. 312 (m. Abb.).
Magdalena M. Moeller, Karl Schmidt-Rottluff, Werke aus der Sammlung des Brücke-Museums Berlin, Ausst.-Kat. Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung München, München 1997, S. 26 (m. Abb.).
Hermann Gerlinger, Heinz Spielmann (Hrsg.), Brücke-Almanach 1998, Lyonel Feininger, Karl Schmidt-Rottluff, Erich Heckel. Künstlerfreundschaften, Schleswig Holsteinisches Landesmuseum, Schloss Gottorf, Schleswig 1998, Kat.-Nr. 113 (m. SW-Abb. S. 117, Farbabb. S. 225).
Magdalena M. Moeller u. Tayfun Belgin (Hrsg.), Ausst.-Kat. Karl Schmidt-Rottluff. Ein Maler des 20. Jahrhunderts (Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen von 1905 bis 1972), Museum am Ostwall, Dortmund; Kunsthalle zu Kiel; Museum der bildenden Künste, Leipzig, München 2001, S. 214 (m. Abb., Nr. 2).
Magdalena M. Moeller (Hrsg.), "Unmittelbar und unverfälscht", Aquarelle, Zeichnungen und Druckgraphik der "Brücke" aus dem Brücke-Museum Berlin, Ausst.-Kat. Stiftung Opelvillen Rüsselsheim, München 2003, S. 153 (m. Abb.).
Hermann Gerlinger, Katja Schneider (Hrsg.), Die Maler der Brücke. Bestandskatalog Sammlung Hermann Gerlinger, Halle (Saale) 2005, S. 58f., SHG-Nr. 93 (m. Abb.).
Katja Schneider (Hrsg.), Moderne und Gegenwart. Das Kunstmuseum in Halle, München 2008, S. 110f. (m. Abb.).
Hermann Gerlinger, Katja Schneider (Hrsg.), Gemeinsames Ziel und eigene Wege. Die "Brücke" und ihr Nachwirken, München 2009, S. 45, Abb. 25.
Magdalena M. Moeller, Karl Schmidt-Rottluff. Eine Monographie, München 2010, S. 46f. (m. Abb.).
Gerhard Wietek, Karl Schmidt-Rottluff: Zeichnungen auf Postkarten, Köln 2010, S. 230 (m. SW-Abb., hier als Rosa Schapire).
Else Lasker-Schüler, Mein Herz. Ein Liebesroman mit Bildern und wirklich lebenden Menschen, Frankfurt am Main 2003 (2. Aufl. 2018), S. 93 (Abb.).
Christiane Hoffmans, Sehnsucht nach dem reinen Ausdruck, in: Welt am Sonntag (online), 23.9.2001, www.welt.de/print-wams/article615418/Sehnsucht-nach-dem-reinen-Ausdruck.html.
Kia Vahland, Mythologie der Bohème: In Theben leben, in: Süddeutsche Zeitung (online), 18.11.2019, www.sueddeutsche.de/kultur/mythologie-der-boheme-in-theben-leben-1.4686523.
Uta Grossmann, Else Lasker-Schüler im Von der Heydt-Museum: Mittendrin in der "kreisenden Weltfabrik", in: Frankfurter Rundschau (online), 2.12.2019, www.fr.de/kultur/kunst/else-lasker-schueler-heydt-museum-mittendrin-kreisenden-weltfabrik-13264679.html.

„Schmidt-Rottluff hat mich im Zelt sitzend gemalt. [..] Bin entzückt von meiner bunten Persönlichkeit, von meiner Urschrecklichkeit, von meiner Gefährlichkeit, aber meine goldene Stirn, meine goldenen Lider, die mein blaues Dichten überwachen. Mein Mund ist rot wie eine Dickichtbeere, in meiner Wange schmückt sich der Himmel zum blauen Tanz, aber meine Nase weht nach Osten, eine Kriegsfahne, und mein Kinn ist ein Speer, ein vergifteter Speer. So singe ich mein hohes Lied.“
Else Lasker-Schüler, Briefe nach Norwegen, in: Der Sturm. Monatsschrift für Kultur und die Künste, Nr. 94, Januar 1912, S. 752.

Aufrufzeit: 09.12.2022 - ca. 17.06 h +/- 20 Min.

Die „Lesende“ – Ausdruck eines neuen Lebensgefühls
Im Herbst 1911 zogen die Mitglieder der Künstlervereinigung "Brücke" von Dresden in die Metropole Berlin um. Dort stürmten zahlreiche neue Eindrücke auf die Künstler ein, von avantgardistischen Ausstellungen über neue Kontakte zu Künstler- und Literaturkreisen bis hin zum pulsierenden Lebensgefühl der modernen Großstadt. Auch für Karl Schmidt-Rottluff, Mitbegründer der "Brücke", war dieser Wechsel des Lebensmittelpunktes eine große Bereicherung, der sich in einem innovativen Schub seiner künstlerischen Entwicklung äußerte. Das Gemälde "Lesende" von 1912 zeigt Schmidt-Rottluffs Bildsprache aus diesem Jahr des Eintauchens in eine faszinierende neue Welt. Er fasste Inspirationen des Futurismus, Kubismus und des "Blauen Reiter" zusammen und gestaltete seine persönliche Interpretation, wie die wenigen Ölgemälde dieses Jahres zeigen (Abb.). Schon im Folgejahr erweiterte er seinen individuellen Stil in Auseinandersetzung mit außereuropäischer Kunst, so dass die Werke von 1912 eine einzigartige Etappe von Schmidt-Rottluffs künstlerischem Weg markieren. Die "Lesende" sitzt in einem hölzernen Lehnstuhl, den Kopf leicht geneigt in Richtung des Buches in ihrer Hand, dabei konzentriert in die Lektüre vertieft. Doch welche vitale Energie wohnt diesem eigentlich stillen, introvertierten Motiv des Lesens inne! Das innere Erleben der Lesenden, die Agilität ihrer Gedanken werden visuell erfahrbar ausgedrückt. Die Dynamik entsteht durch die facettenhafte Gliederung der Bildfläche und die Linien, die wie dynamische Kraftspuren den Raum durchpulsen. Die kristallinen Splitter der Formen vermitteln einen eigenen Rhythmus. Volumen und Modellierung, Raum und Perspektive, Licht und Schatten sind vom gesehenen Bild der Realität gelöst, so dass die Darstellung verschiedenste emotionale wie geistige Wahrnehmungsebenen im Erlebnis der Wirklichkeit sichtbar macht.

Kubismus und Futurismus hinterlassen Eindruck
Die Verarbeitung des Eindrucks des Kubismus wird in den Werken Schmidt-Rottluffs von 1912 deutlich. Erste Beispiele von Pablo Picasso und Georges Braque sah er bereits 1910 in Düsseldorf, umfassend studierte er die beiden Franzosen im Herbst 1912 auf der Sonderbundausstellung. Der Vergleich mit motivähnlichen Arbeiten Picassos mit sitzendem Modell (Abb.) macht jedoch auch die fundamentalen Unterschiede deutlich: Picasso konzentrierte sich auf die Plastizität und das Zusammenspiel der Volumina im Raum und reduzierte dafür die Farbgebung auf erdige, zurückhaltende Töne. Schmidt-Rottluff hingegen nutzte kraftvolle, leuchtende Primärfarben und steigerte die Kontraste durch kräftige schwarze Linien. Hinzu kam die extreme Dynamisierung des Bildraums. In dieser energetischen Aufladung manifestiert sich der Eindruck des italienischen Futurismus, dem Schmidt-Rottluff im Frühjahr April-Mai 1912 in Herwarth Waldens Galerie "Der Sturm" in Berlin begegnete, wo er seit Oktober 1911 lebte. Walden publizierte zudem in seiner gleichnamigen Zeitschrift deren Manifeste in deutscher Sprache. Das erklärte futuristische Ziel einer absoluten Modernität äußerte sich in Schlagworten wie "universeller Dynamismus", "allgemeine Vibration" und "Gleichzeitigkeit der Seelenzustände" (erschienen in: Der Sturm. Wochenzeitschrift für Kultur und die Künste, Jg. 3, Nr. 103, April 1912, S. 822-824, und Nr. 105, April 1912, S. 3ff.) Die Ausstellung war das Kunstereignis schlechthin für die Kunst-Avantgarde in Deutschland, die begleitenden Manifeste waren eine weitere Antithese zum traditionellen Diktat der offiziellen Kunst im kaiserlichen Deutschland und wurden heiß diskutiert.

Inspiration „Avantgarde“
Diese Diskussionen beschäftigten natürlich die Künstler der "Brücke", mit denen sich Schmidt-Rottluff austauschte und die ebenfalls auf verschiedene Weise auf die neue Inspiration reagierten. Auch neue freundschaftliche Begegnungen, wie mit Franz Marc oder Lyonel Feininger, boten Schmidt-Rottluff den fruchtbaren Boden der intensiven Auseinandersetzung. Neben der Nähe zu Waldens "Sturm" knüpfte Schmidt-Rottluff außerdem Kontakte zu den expressionistischen literarischen Kreisen, darunter Richard Dehmel, Gottfried Benn, Carl Sternheim, Franz Pfemfert und Else Lasker-Schüler. Letztere war mit Herwarth Walden verheiratet und soll auch Namensgeberin der Galerie und der Zeitschrift gewesen sein – sie ist zudem in Schmidt-Rottluffs "Lesende" dargestellt.

Else Lasker-Schüler mit ikonenhafter Wirkung
Schmidt-Rottluff verwies in seinen Bildern von Menschen und selbst bei offensichtlichen Porträts in seltensten Fällen im Titel auf den Namen der Dargestellten. Dass die "Lesende" die expressionistische Dichterin darstellt, ist inzwischen durch Korrespondenzen zwischen Schmidt-Rottluff und Lasker-Schüler belegt: "Prinz von Theben," – so das märchenhafte Alter ego der Dichterin – "schrieb mir der Maler Schmidt-Rottluff: Ich will Sie malen" (Else Lasker-Schüler, Briefe nach Norwegen, in: Der Sturm. Wochenzeitschrift für Kultur und die Künste, Jg. 3, Nr. 93, Januar 1912, S. 743-744, hier S. 744.), berichtet sie Ende 1911 an Walden, wie den in "Der Sturm" veröffentlichten Briefen zu entnehmen ist. Ab Mitte Januar 1912 erreichen den Maler schließlich in Briefen und Postkarten ihre enthusiastischen Worte über das Bildnis. Zuvor wurde eine Darstellung der Hamburger Kunsthistorikerin Rosa Schapire vermutet, die als Freundin und Fürsprecherin schon früh eine bedeutende Rolle für Schmidt-Rottluffs Karriere gespielt hatte. Lasker-Schüler jedoch bezog sich in einem Brief auf ihr Porträt und beschrieb begeistert den symbolhaft empfundenen Farbklang: "Mein Mund ist rot wie eine Dickichtbeere, in meiner Wange schmückt sich der Himmel zum blauen Tanz." (Hermann Gerlinger, Schmidt-Rottluff und "Der Prinz von Theben", in: Kat. Schmidt-Rottluff. Retrospektive. Bremen/München 1989, S. 49-52)

Ein facettenreiches Bildnis
Im Bildnis der "Lesenden" offenbart sich also die intensive Verquickung der verschiedensten künstlerischen Einflüsse wie auch menschlicher Begegnungen, die Schmidt-Rottluff 1912 in Berlin erlebte. Es zeigt sich die künstlerische Persönlichkeit Schmidt-Rottluff, die schon sein "Brücke"-Kollege Erich Heckel bewunderte, charakterisiert nämlich durch "die große Kraft und die Entschlossenheit, sich seine Welt durch Monumentalität, Verdichtung und sehr persönliche Anschauung zu schaffen" (Max Kaus, Mit Erich Heckel im Ersten Weltkrieg, in: Leopold Reidemeister (Hrsg.), Erich zum Dank und Gedenken, Brücke-Archiv Nr. 4, Berlin 1970, S. 5-14, S. 13).

Janina Dahlsmann



 

Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung zu Karl Schmidt-Rottluff "Lesende (Else Lasker-Schüler)"
Dieses Objekt wird regel- oder differenzbesteuert angeboten, Folgerechtsvergütung fällt an.

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Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 27 % berechnet und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Das Aufgeld enthält die Umsatzsteuer, diese wird jedoch nicht ausgewiesen.

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Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 20 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf die Summe von Zuschlag und Aufgeld wird die gesetzliche Umsatzsteuer, derzeit 19 %, erhoben. Als Ausnahme hiervon wird bei gedruckten Büchern der ermäßigte Umsatzsteuersatz von derzeit 7 % hinzugerechnet.

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weitere 3 % Prozent für den Teil des Zuschlags von 50.000,01 bis 200.000 Euro,
weitere 1 % für den Teil des Zuschlags von 200.000,01 bis 350.000 Euro,
weitere 0,5 Prozent für den Teil des Zuschlags von 350.000,01 bis 500.000 Euro und
weitere 0,25 Prozent für den Teil Zuschlags über 500.000 Euro.
Der Gesamtbetrag der Folgerechtsvergütung aus einer Weiterveräußerung beträgt höchstens 12.500 Euro.

Die Folgerechtsvergütung ist umsatzsteuerfrei.