Auktion: 532 / 19th Century Art am 10.12.2022 in München Lot 352

 

352
Albert Haueisen
Bei der Kartoffelernte, 1900–190.
Öl auf Malpappe
Nachverkaufspreis: € 3.800
+
Bei der Kartoffelernte. 1900–1909.
Öl auf Malpappe.
Habermehl S. 175. Links unten signiert. 76 x 96 cm (29,9 x 37,7 in).

PROVENIENZ: Privatsammlung Rheinland-Pfalz.

LITERATUR: Arno Winterberg, Heidelberg, 23. Auktion, 1981, Nr. 3443 (m. Abb.).
Eva Habermehl, Albert Haueisen. Ein süddeutscher Maler und Grafiker, Studien zum Werk und Werkverzeichnis der Gemälde, Heidelberg 1998, S. 175.

Mit „Bei der Kartoffelernte“ malt Albert Haueisen ein ungewöhnliches Milieubild, das durch die rastende Frau im Bild – die als einzige mit erkennbaren Gesichtszügen dargestellt ist – auch Anklänge einer persönlichen, privaten Atmosphäre zeigt. Sowohl solch ähnliche Motive des Landlebens als auch zwischen Milieubild und Porträt changierende Kunstwerke finden sich vorbildlich bei Leopold von Kalckreuth umgesetzt, bei dem Haueisen wie auch bei Hans Thoma als Meisterschüler zwischen 1896 und 1900 an der Karlsruher Akademie studiert. Wie schon von Kalckreuth, der, von der Plenair-Malerei kommend, Impressionist und durch seine Porträts, Charakterdarstellungen und Milieustudien eher Realist ist, finden sich beide Ansatzpunkte auch in der hier angebotenen Ernteszene wieder.
Ähnlich wie schon Jean François Millet in dem Gemälde „Die Kartoffelernte“ (1855) oder mit seinen berühmten „Ährenleserinnen“ (1857) zeigt Haueisen uns hier in ihre Arbeit vertiefte, nach unten auf den Acker, ihre Werkzeuge und die geernteten Kartoffeln blickende, gekrümmte, hart schuftende und erschöpfte Feldarbeiter:innen in einer flachen Ackerlandschaft. Ab 1900 bildet der Ort Jockgrim, in unmittelbarer Nähe zu Karlsruhe gelegen und die Heimat seiner Mutter, mit wenigen Ausnahmen den ständigen Wohnsitz des Künstlers. Vermutlich entsteht hier dieses Gemälde.
In der malerischen Umsetzung erinnert die aus groben Pinselstrichen, den Spektralfarben und lockeren braunen sowie grünen Farbflecken zusammengesetzte Darstellung an die französischen Impressionisten und auch an seine eigenen Lehrer Kalckreuth und Hans Thoma. 1904 reist Albert Haueisen selbst nach Paris und begegnet hier den Impressionisten. Die farbig komplementäre Malerei der Impressionisten sowie die etwa für Camille Pissarro typischen Farbpunkte bzw. Farbflecken (vgl. „Die Kartoffelernte“, 1974) finden sich in Haueisens Darstellung der Kartoffelernte in gedeckterer Farbpalette und zum Teil gröberem Farbauftrag umgesetzt und erinnern darin an die Maltechnik seines Lehrers und Freundes Hans Thoma. Die Malweise und der Inhalt treten hier so in ein spannungsreiches Verhältnis, wobei der Aspekt der harten, rauen Arbeit, die die dargestellten Menschen leisten müssen, unterstrichen wird. 1905 erhält Albert Haueisen, wie zuvor seine beiden Lehrer, eine Professur an der Karlsruher Akademie. [IC]



 

Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung zu Albert Haueisen "Bei der Kartoffelernte"
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