Auktion: 528 / Klassische Moderne am 11.06.2022 in München Lot 420

 

420
Emil Nolde
Blühende Sträucher, Um 1913/14.
Aquarell
Nachverkaufspreis: € 55.000
+
Blühende Sträucher. Um 1913/14.
Aquarell.
Rechts unten signiert. Auf bräunlichem Zeichenpapier, auf Papier aufgezogen. 35,7 x 48,3 cm (14 x 19 in), blattgroß.

• Entsteht während der Südseereise der Noldes
• Ausdrucksstarke Dschungellandschaft, die Noldes Leidenschaft für Exotik und die Blumenwelt verbindet
• Durch starke Linien eingefasste Formen, gebettet auf einem Farbenmeer
.

Mit einer Fotoexpertise von Prof. Dr. Martin Urban, Ada und Emil Nolde Stiftung, Seebüll, vom 22. November 1975.

PROVENIENZ: Privatbesitz Süddeutschland.

Die große Südseereise, die Emil Nolde dank der Fürsprache des Augen- und Tropenarztes Professor Alfred Leber auf Einladung des Reichskolonialamtes als ethnografischer Zeichner zusammen mit seiner Frau Ada 1913/14 unternimmt, löst entscheidende künstlerische Impulse für das spätere Schaffen des Malers aus. Die Reise kommt unverhofft, ohne dass er sich darum bemüht hat. Mit der Volkskunst seiner Heimat und mit der Kunst der Naturvölker hat er sich bereits zuvor beschäftigt. Seine Kunst war schon immer ein Suchen nach dem Ursprünglichen und den Urkräften gewesen. Die eigentliche Aufgabe der Expedition ist sachlich-nüchtern, um so erstaunlicher ist, was Nolde daraus gewonnen hat. Bedingt durch die äußeren Umstände sind es vor allem Zeichnungen und Aquarelle, die Nolde von dieser Reise als spontane Notizen zurückbringt. Gerade die Beschränkung auf das mitgeführte Material und die zeitlichen Begrenzungen, die sich im Zusammenhang mit der Reise ergeben, spornen Nolde zu Höchstleistungen an. Die Konzentration auf wenige, aber wesentliche Merkmale der Komposition zeichnen diese Blätter aus. Die Eindrücke der Reise sind reich und vielgestaltig, die Landschaften, das Licht und die Farben sind von exotischer Einzigartigkeit. Die dort entstandenen Blätter erzählen von der überbordenden Fülle der Erlebnisse und Eindrücke des tropischen Landes. Sein künstlerisches Hauptinteresse gilt der indigenen Bevölkerung, deren Haartrachten, Schmuck und deren Leben. Doch auch die üppig grüne Flora mit ihren intensiven Farben und eigenartigen Formen fasziniert den Künstler. Die spontane Aquarellierung und die Frische der Zeichnung könnten authentischer nicht sein. Das vorliegende Aquarell zeigt seine intensive Beschäftigung mit dem Kolorit, die Blüten bilden einen starken Kontrast zu den sattgrünen Blättern, umfangen von Tuschekonturen, die das Blattwerk definieren. Seine Begeisterung für das farbenreiche Spiel der Blüten und Blumen sollte ihn fortan zu immer neuen Kompositionen führen. [SM]



 

Aufgeld und Steuern zu Emil Nolde "Blühende Sträucher"
Dieses Objekt wird regel- oder differenzbesteuert angeboten.

Berechnung bei Differenzbesteuerung:
Zuschlagspreis bis 500.000 Euro: hieraus Aufgeld 32 %.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 27 % berechnet und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Das Aufgeld enthält die Umsatzsteuer, diese wird jedoch nicht ausgewiesen.

Berechnung bei Regelbesteuerung:
Zuschlagspreis bis 500.000 Euro: hieraus Aufgeld 25 %.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 20 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf die Summe von Zuschlag und Aufgeld wird die gesetzliche Umsatzsteuer, derzeit 19 %, erhoben. Als Ausnahme hiervon wird bei gedruckten Büchern der ermäßigte Umsatzsteuersatz von derzeit 7 % hinzugerechnet.

Wir bitten um schriftliche Mitteilung vor Rechnungsstellung, sollten Sie Regelbesteuerung wünschen.