Auktion: 529 / Kunst nach 1945 / Contemporary Art am 10.06.2022 in München Lot 182

 

182
Serge Poliakoff
Relief, 1968.
Relief. Blattvergoldetes Metall
Schätzpreis: € 60.000 - 80.000
+
Relief. 1968.
Relief. Blattvergoldetes Metall.
Poliakoff 68-148. Rechts unten mit dem Namenzug sowie mit der schwer leserlichen Prägung "Blanchet Fondeur" sowie der Nummerierung "HC/2". Eines von 4 Künstlerexemplaren außerhalb der Auflage von 8. 65 x 81 x 4 cm (25,5 x 31,8 x 1,5 in).
Als Vorlage für die Komposition dieses Reliefs diente vermutlich das Ölgemälde "Composition" (1968, 89 x 116 cm), vgl. S. Poliakoff, Ausst.-Kat. München 2007, Kat.-Nr. 91, Abb. S. 181.
• Eine der ausgesprochen seltenen skulpturalen Arbeiten Poliakoffs
• Neben diesem Relief wurde bisher kein weiteres auf dem internationalen Auktionsmarkt angeboten
• Herausragende Umsetzung der räumlichen Tiefenwirkung, die auch Poliakoffs berühmte, malerische Farbfomationen staffelt
.

Mit einer Fotoexpertise von Alexis Poliakoff, Archives Serge Poliakoff, Paris, vom 1. Oktober 2008.

PROVENIENZ: Galerie Française, München.
Privatsammlung Süddeutschland (vom Vorgenannten erworben).

AUSSTELLUNG: (jeweils eines der Exemplare)
11 Pièces Uniques, L'Enseigne du Cerceau, Paris, November 1973 - Januar 1974.
Serge Poliakoff, Association Campredon Art et Culture, L'Isle-sur-la-Sorgue, 4.7.-12.10.1986 (verso mit dem Ausstellungs- und Speditionsetikett).
Museum Würth, Künzelsau, 23.10.-15.2.1997, m. Abb. S. 221.
Serge Poliakoff, Künstlerhaus Wien, 8.3.-24.4.1998, Ausst.-Kat. S. 221.
Serge Poliakoff. Retrospektive, Ausst.-Kat. hrsg. v. Christiane Lange und Nils Ohlsen, Kunsthalle Emden, 3.2.-15.4.2007; Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung, München, 27.4.-8.6.2007, Kat.-Nr. 90, m. Abb. 180 (das vorliegende Exemplar).

LITERATUR: Rétrospective Serge Poliakoff, Ausst.-Kat. Mons/Belgien, Beaux-Arts Mons, 25.10.2008-8.2.2009, Nr. 94, m. Abb. S. 130 (wohl anderes Exemplar).
"Sei niemals zufrieden mit deinem letzten Bild. Strebe weiter und nach mehr Tiefe."
Serge Poliakoff, zit. nach: Künstler. Kritisches Lexikon der Gegenwartskunst, H. 21, 1995, S. 14.

Aufrufzeit: 10.06.2022 - ca. 14.42 h +/- 20 Min.

Poliakoffs berühmte Gemälde, mit ihren charakteristischen, sich virtuos verzahnenden Farbformationen, zeichnen sich neben der Balance der einzelnen Farbwerte auch immer durch deren räumliche Tiefenwirkung aus. Serge Poliakoff, der neben Pierre Soulages und Jean Fautrier zu den Hauptvertretern der "Nouvelle École de Paris" gehört, baut jeden Farbwert in seinen Gemälden aus verschiedenen Farbschichten auf und verleiht diesen somit stets eine differenzierte räumliche Tiefenstaffelung. Unser in einem warmen Goldton leuchtendes Relief, das gänzlich auf das kompositorische Mittel des Farbkontrastes verzichtet, lebt ganz aus der Tiefenwirkung der Form: Nicht nur die sich dreidimensional dem Betrachter entgegenschiebenden Volumina, die Poliakoffs Farbflächen der Gemälde eindrucksvoll in das Medium der Skulptur überführen, sondern ebenso die wolkig-flirrende Tiefenwirkung der Blattvergoldung setzen plastisch das um, was dem Künstler auch in seinem malerischen Œuvre von zentraler Bedeutung war. Unser ein Jahr vor Poliakoffs Tod entstandenes Relief muss somit zugleich als visueller Kommentar, progressive Weiterentwicklung und fulminanter Schlusspunkt seines malerischen Œuvres gelesen werden. [JS]



 

Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Serge Poliakoff "Relief"
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Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
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Auf die Summe von Zuschlag und Aufgeld wird die gesetzliche Umsatzsteuer, derzeit 19 %, erhoben. Als Ausnahme hiervon wird bei gedruckten Büchern der ermäßigte Umsatzsteuersatz von derzeit 7 % hinzugerechnet.

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Berechnung der Folgerechtsvergütung:
Für Werke von Künstlern die vor weniger als 70 Jahren verstorben sind, fällt gemäß § 26 UrhG eine Folgerechtsvergütung in folgender Höhe an:
4% des Zuschlags ab 400,00 Euro bis zu 50.000 Euro,
weitere 3 % Prozent für den Teil des Zuschlags von 50.000,01 bis 200.000 Euro,
weitere 1 % für den Teil des Zuschlags von 200.000,01 bis 350.000 Euro,
weitere 0,5 Prozent für den Teil des Zuschlags von 350.000,01 bis 500.000 Euro und
weitere 0,25 Prozent für den Teil Zuschlags über 500.000 Euro.
Der Gesamtbetrag der Folgerechtsvergütung aus einer Weiterveräußerung beträgt höchstens 12.500 Euro.

Die Folgerechtsvergütung ist umsatzsteuerfrei.