Auktion: 527 / Kunst des 19. Jahrhunderts am 11.06.2022 in München Lot 327

 

327
Friedrich Nerly
Pilgerkreuz bei Palermo mit Blick auf den Monte Pellegrino, Um 1835.
Öl auf Leinwand, kaschiert auf Malkarton
Nachverkaufspreis: € 14.000
+
Pilgerkreuz bei Palermo mit Blick auf den Monte Pellegrino. Um 1835.
Öl auf Leinwand, kaschiert auf Malkarton.
Rechts unten signiert. 34,5 x 43 cm (13,5 x 16,9 in).

PROVENIENZ: Privatsammlung Thüringen.

Der Aufbruch zur Italienreise mit Carl Friedrich von Rumohr gibt dem Werk von Friedrich Nerly den entscheidenden Anstoß. In Hamburg geboren und aufgewachsen, nimmt ihn der Kunsthistoriker, Schriftsteller und Mäzen unter seine Fittiche und fördert den jungen Künstler, der ihn anschließend 1827 nach Italien begleitet. 1828 reist Nerly allein nach Rom weiter und findet dort schnell Anschluss an die dortige lebensfreudige Künstlergemeinschaft. In dem Ponte-Molle-Zusammenschluss der Künstler kommt ihm schließlich die wichtige Organisation des alljährlichen Cervaro-Festes im Frühling zu, bei dem die ganze Gesellschaft einen karnevalistischen Umzug in die römische Campagna veranstaltet. Wesentlichen künstlerischen Eindruck hinterlassen bei Nerly die Landschaften Johann Christian Reinharts. Bis 1835 dauert seine Zeit in Rom. Dann entschließt er sich, neue Wege einzuschlagen und weiter nach Süditalien und Sizilien zu reisen, bis er sich im Oktober endgültig in Venedig niederlassen wird. In Sizilien nimmt er mit dem Monte Pellegrino eines der prägnantesten Motive in den Blick, von dessen beeindruckender Schönheit und Lage bereits Goethe in seiner "Italienischen Reise" schwärmt. Der an der nördlichen Küste über Palermo, wo die Reisenden vom Festland ankommen, gelegene Berg hat darüber hinaus seit dem 17. Jahrhundert große Bedeutung als Wallfahrtsort. In einer Höhle wurde der unverweste Leichnam der heiligen Rosalia gefunden, woraufhin eine in Palermo wütende Pestepidemie ihr Ende fand. Die Heilige wurde daraufhin zur Schutzpatronin der Stadt erklärt. Den Pilgerberg lässt Nerly in zartem Blau im Hintergrund erscheinen und arrangiert die Szenerie ganz den klassischen Traditionen der Landschaftsmalerei entsprechend. Eine größere Rolle kommt jedoch der Figurenstaffage zu, die sich durch ihre Natürlichkeit und die genaue Beobachtung des Lokalkolorits auszeichnet. Im Vordergrund rastet eine Frauengruppe in typisch süditalienischer Tracht, in Verzückung gerät eine Gruppe Priester, während sich andere Pilger mit den großen Pilgerhüten bereits auf der Rückkehr befinden. Große Agaven und elegante Bäume rahmen die Szenerie. Nerlys besonderes Vermögen, in der Landschaft Natürlichkeit, realistische Anklänge und idealisierende künstlerische Eingriffe zu vereinen, lässt sich in dieser Ansicht hervorragend erkennen. [KT]



327
Friedrich Nerly
Pilgerkreuz bei Palermo mit Blick auf den Monte Pellegrino, Um 1835.
Öl auf Leinwand, kaschiert auf Malkarton
Nachverkaufspreis: € 14.000
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Aufgeld und Steuern zu Friedrich Nerly "Pilgerkreuz bei Palermo mit Blick auf den Monte Pellegrino"
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