Auktion: 530 / Evening Sale / Sammlung Hermann Gerlinger am 10.06.2022 in München Lot 85

 

85
Imi Knoebel
Ich Nicht XI, 2006.
Acryl auf Aluminium und Acryl auf Papier
Nachverkaufspreis: € 180.000
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Ich Nicht XI. 2006.
Acryl auf Aluminium und Acryl auf Papier.
Verso signiert und datiert. Insgesamt 317,5 x 373 x 8,5 cm (125 x 146,8 x 3,3 in).

• "Ich Nicht" ist Knoebels Antwort auf Barnett Newmans Gemäldeserie "Who's Afraid of Red, Yellow and Blue".
• Ein weiteres Werk der Serie "Ich Nicht" war Teil der großen Knoebel-Ausstellung "Werke 1966-2014" im Kunstmuseum Wolfsburg.
• Arbeiten Imi Knoebels befinden sich in bedeutenden internationalen Sammlungen, darunter das Museum of Modern Art, New York, der Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart, Berlin, die Pinakothek der Moderne, München, und die Albertina in Wien
.

PROVENIENZ:
Galeria Filomena Soares, Lissabon.
Privatsammlung.

AUSSTELLUNG:
Imi Knoebel, Galeria Filomena Soares, Lissabon, 9.11.-31.12.2006.

Der Titel "Ich Nicht" ist Knoebels kryptische Antwort auf eine Frage, die Barnett Newman in den 1960er Jahren mit seiner Gemäldeserie "Who's Afraid of Red, Yellow and Blue" stellt. Newmans monochromatische Farbfelder lösten damals heftige Reaktionen aus. Auch als Dieter Honisch 1982 "Who's Afraid of Red, Yellow and Blue IV" mit Unterstützung des Vereins der Freunde der Nationalgalerie aus dem Nachlass des Künstlers erwerben will, gibt es massive Proteste aus der Öffentlichkeit, die Boulevardpresse diffamiert Newmans Malerei als Werk „eines Anstreicherlehrlings“. Auch vor Morddrohungen gegenüber Dieter Honisch schreckt man nicht zurück. Gemälde, die sich von Gegenständen und der Natur entfernt haben, gelten da oft immer noch als weitaus fragwürdiger als figurative Kunst. Doch Imi Knoebel fordert den Betrachter auf, sich unvoreingenommen auf Farbe, Fläche und Form einzulassen. In dem engen Radius der minimalistischen Malerei hat sich der Künstler immer wieder neu erfunden. Knoebels radikal abstrakte Schöpfungen, seien sie zwei- oder dreidimensional, haben immer das Quadrat als Ausgangspunkt, an dem Knoebel mit seiner künstlerischen Begeisterung für die schier unendliche Variationsbreite abstrakter Formationen ansetzt. Der Beuys-Schüler Knoebel hat auf diese Weise immer wieder radikal Neues geschaffen, das stets vom Eigenwert der Farbe getragen ist. Das Quadrat ist bei Knoebel deutlicher Verweis auf seine eigenen künstlerischen Anfänge und seine prägende Begeisterung für das "Schwarze Quadrat" auf weißem Grund des russischen Suprematisten Kasimir Malewitsch von 1915, das heute als Ikone der abstrakten Malerei gilt. Angesprochen auf den eigenwilligen Gegensatz zwischen den wilden künstlerischen Aktionen der Anfangsjahre und der enormen Strenge des gefundenen künstlerischen Ausdrucks, hat Knoebel einmal festgehalten: "Ein wichtiger Part dabei waren die Russen, die russische Bewegung um Malewitsch [..] damals kam gerade dieses Buch raus 'Die gegenstandslose Welt' [..] Fasziniert waren wir von dem Schwarzen Quadrat. Das war für uns das Phänomen, das uns völlig eingenommen hatte" (zit. nach: Imi Knoebel. Retrospektive 1968-1996, Ausst.-Kat. Haus der Kunst, München, 1996, S. 279). In der Werkserie "Ich Nicht" verwendet Imi Knoebel ausschließlich die drei Primärfarben Rot, Gelb und Blau, variiert wird die Gewichtung und Verteilung der Farben, die in malerischem Pinselduktus aus verschieden großen, rechteckigen Flächen zusammengefügt sind. Formal entscheidet er sich für ein fragmentiertes Querformat, dessen Teile nicht nur farblich voneinander abgesetzt, sondern auch durch Fugen akzentuiert werden, um den Eigenwert der einzelnen Farbfelder zu steigern. Zugleich setzt Knoebel den Pinselstrich sichtbar ein und erschließt sich so bei genauer Betrachtung die formale Strukturierung der Fläche. Pinsel und Farbe geben der glatten Aluminiumplatte somit gleichsam ein Inkarnat als strukturierte Oberfläche. So ist dieses Werk durch und durch von der Arbeitsweise Imi Knoebels durchdrungen. Für ihn steht von Anbeginn die Auseinandersetzung mit Farbe, Farbfläche und Raum im Mittelpunkt des künstlerischen Arbeitens. [SM]



 

Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung zu Imi Knoebel "Ich Nicht XI"
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Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 27 % berechnet und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Das Aufgeld enthält die Umsatzsteuer, diese wird jedoch nicht ausgewiesen.

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Auf die Summe von Zuschlag und Aufgeld wird die gesetzliche Umsatzsteuer, derzeit 19 %, erhoben. Als Ausnahme hiervon wird bei gedruckten Büchern der ermäßigte Umsatzsteuersatz von derzeit 7 % hinzugerechnet.

Wir bitten um schriftliche Mitteilung vor Rechnungsstellung, sollten Sie Regelbesteuerung wünschen.

Berechnung der Folgerechtsvergütung:
Für Werke lebender Künstler oder von Künstlern, die vor weniger als 70 Jahren verstorben sind, fällt gemäß § 26 UrhG eine Folgerechtsvergütung in folgender Höhe an:
4% des Zuschlags ab 400,00 Euro bis zu 50.000 Euro,
weitere 3 % Prozent für den Teil des Zuschlags von 50.000,01 bis 200.000 Euro,
weitere 1 % für den Teil des Zuschlags von 200.000,01 bis 350.000 Euro,
weitere 0,5 Prozent für den Teil des Zuschlags von 350.000,01 bis 500.000 Euro und
weitere 0,25 Prozent für den Teil Zuschlags über 500.000 Euro.
Der Gesamtbetrag der Folgerechtsvergütung aus einer Weiterveräußerung beträgt höchstens 12.500 Euro.

Die Folgerechtsvergütung ist umsatzsteuerfrei.