Auktion: 533 / Modern Art Day Sale und Sammlung Hermann Gerlinger am 10.12.2022 in München Lot 489

 

489
Emil Nolde
Südsee-Mädchen, 1913/14.
Aquarell und Tusche
Schätzpreis: € 30.000 - 40.000
+
Südsee-Mädchen. 1913/14.
Aquarell und Tusche.
Rechts unten signiert. Auf Japanbütten. 48,1 x 35,2 cm (18,9 x 13,8 in), Blattgröße.

• Entstanden während Emil Noldes Südseereise, die der Künstler im Oktober 1913 antritt.
• Farbfrisch erhaltenes Aquarell von großer Ausdruckskraft.
• Charaktervolle Darstellung von besonderer Leichte und Direktheit
.

Mit einer Expertise von Prof. Dr. Martin Urban, Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde, vom 2. Mai 2001 (in Kopie).

PROVENIENZ: Privatsammlung New York.
Privatsammlung Großbritannien (seit 2001, Ketterer Kunst, München).
Privatsammlung Europa.

LITERATUR: Kunsthaus Lempertz, Köln, Kunst des XX. Jahrhunderts Gemälde, Plastik, Aquarelle, Handzeichnungen, Graphik, Versteigerung 1.-2. Dezember 1961 (A 467), Los 484.
Ketterer Kunst, München, Auktion Kunst des XX. Jahrhunderts, 19.5.2001, Los 34.

Aufrufzeit: 10.12.2022 - ca. 18.28 h +/- 20 Min.

Am 3. Oktober 1913 treten Emil Nolde und seine Ehefrau Ada ihre Südseereise in Zusammenhang mit der „Medizinisch-demographischen Deutsch-Guniea Expedition“ an, zu der Nolde als Zeichner verpflichtet ist. Sie führt sie zunächst nach Moskau und in Weiterfahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn bis in die Mandschurdei. Über Gebiete auf der koraenischen Halbinsel, in Japan und China führt sie die Expedition nach Neuguinea. Längere Aufenthalte in Bahnhöfen nutzt Nolde dabei für graphische Studien. Wegen der äußeren Umstände sind es vor allem Zeichnungen und Aquarelle, die der Künstler von dieser Reise als spontane Notizen zurückbringt. Sie zählen in ihrer Aussage - bedingt durch den Zeitdruck, unter dem sie entstehen - zu den bedeutendsten Arbeiten des Künstlers in diesen Techniken. Die Porträts der Bewohner:innen der besuchten Gebiete besitzen in diesem Zusammenhang eine besondere, von einer einmaligen Unmittelbarkeit geprägte Ausdruckskraft. Mit der reduzierten Farbigkeit, die Nolde dem hier angebotenen Aquarell zugrunde legt, weiß er diese Eigenschaft noch weiter zu steigern. Die Dargestellte, die der Künstler in kräftigen Konturlinien schildert, blickt uns direkt an, den Kopf leicht schief gelegt. Die schlichte, aber dennoch auffällige Kopfbedeckung charakterisiert Nolde mit nur wenigen Strichen.
Die Eindrücke dieser Reise, die im August 1914 endet, wirken sich nachhaltig auf das künstlerische Schaffen des Malers aus - nicht nur durch das reiche Studienmaterial, das Nolde mitbringt und welches er in zahlreichen Werken noch bis 1915 verarbeitet. Besonders in Bezug auf die einzigartige Bildauffassung des Malers zeugen zahlreiche spätere Arbeiten von diesen intensiven Erfahrungen, denn in ihnen zeigt sich mit großer Wirksamkeit Noldes Fähigkeit, Gesehenes in authentisch-spontaner Manier in eine Darstellung zu überführen und gleichzeitig mit größter Expressivität zu vermitteln. [AM]



 

Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung zu Emil Nolde "Südsee-Mädchen"
Dieses Objekt wird differenzbesteuert, zuzüglich einer Einfuhrumsatzabgabe in Höhe von 7 % (Ersparnis von etwa 5 % im Vergleich zur Regelbesteuerung) oder regelbesteuert angeboten, Folgerechtsvergütung fällt an.

Berechnung bei Differenzbesteuerung:
Zuschlagspreis bis 500.000 Euro: hieraus Aufgeld 32 %.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 27 % berechnet und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Das Aufgeld enthält die Umsatzsteuer, diese wird jedoch nicht ausgewiesen.

Berechnung bei Regelbesteuerung:
Zuschlagspreis bis 500.000 Euro: hieraus Aufgeld 25 %.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 20 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf die Summe von Zuschlag und Aufgeld wird die gesetzliche Umsatzsteuer, derzeit 19 %, erhoben. Als Ausnahme hiervon wird bei gedruckten Büchern der ermäßigte Umsatzsteuersatz von derzeit 7 % hinzugerechnet.

Wir bitten um schriftliche Mitteilung vor Rechnungsstellung, sollten Sie Regelbesteuerung wünschen.

Berechnung der Folgerechtsvergütung:
Für Werke lebender Künstler oder von Künstlern, die vor weniger als 70 Jahren verstorben sind, fällt gemäß § 26 UrhG eine Folgerechtsvergütung in folgender Höhe an:
4% des Zuschlags ab 400,00 Euro bis zu 50.000 Euro,
weitere 3 % Prozent für den Teil des Zuschlags von 50.000,01 bis 200.000 Euro,
weitere 1 % für den Teil des Zuschlags von 200.000,01 bis 350.000 Euro,
weitere 0,5 Prozent für den Teil des Zuschlags von 350.000,01 bis 500.000 Euro und
weitere 0,25 Prozent für den Teil Zuschlags über 500.000 Euro.
Der Gesamtbetrag der Folgerechtsvergütung aus einer Weiterveräußerung beträgt höchstens 12.500 Euro.

Die Folgerechtsvergütung ist umsatzsteuerfrei.