Auktion: 533 / Modern Art Day Sale und Sammlung Hermann Gerlinger am 10.12.2022 in München Lot 508

 

508
Alexander Kanoldt
Straßenbild I, 1913.
Öl auf Hartfaserplatte
Schätzpreis: € 50.000 - 70.000
+
Straßenbild I. 1913.
Öl auf Hartfaserplatte.
Koch 13.2. 73 x 51,3 cm (28,7 x 20,1 in).
Aus dem Jahr 1913 existiert ein zweites, sehr ähnliches Straßenbild (Koch 13.3). Ob das hier vorliegende Gemälde oder die zweite Straßenansicht im Jahr 1914 in der Ausstellung bei Fritz Gurlitt gezeigt wurde, ist bislang nicht eindeutig belegt. [AR].
• Straßenzug in der Nähe des Münchner Nikolaiplatzes in Schwabing im so typischen Farb- und Formengestus des Künstlers.
• Stadt- und Architekturansichten zählen zu Alexander Kanoldts zentralen Motiven.
• Im Entstehungsjahr ist er neben Karl Caspar, Alexej von Jawlensky und Paul Klee Mitglied der "Münchener Neuen Secession".
• Erstmals auf dem internationalen Auktionsmarkt angeboten (Quelle: artprice.com)
.

Wir danken Herrn Dr. Michael Koch für die freundliche Auskunft.

PROVENIENZ: Privatsammlung Norddeutschland (wohl in den 1920ern erworben).
Seither in Familienbesitz.

AUSSTELLUNG: Kollektionen Schmidt-Rottluff, Alexander Kanoldt, F. A. Weinzheimer, L. L. Wulff, Kunst-Salon Fritz Gurlitt, Berlin, 16.4.-10.5.1914, wohl Kat.-Nr. 18.
Herbstausstellung, Vereinigung für Neue Kunst, Frankfurt a. Main, 1917, wohl Kat.-Nr. 41.
XII. Sonderausstellung: Neue Münchener Kunst, Kestner Gesellschaft, Hannover, 1.12.1917-4.1.1918, Kat.-Nr. 53.
IV. Ausstellung, Neue Secession, München, Sommer 1918, Kat.-Nr. 57.


„Die Hauptbedingung zur Arbeit wird aber immer das ,Geistige‘ – die ,Geistige Vision‘ bleiben. Es muß das Original des Kunstwerks sein, nicht die optisch wahrnehmbare Natur.“

Alexander Kanoldt, 1912, zit. nach: Museum für Neue Kunst (Hrsg.), Alexander Kanoldt, Freiburg i. Br. 1987, S. 198.

Aufrufzeit: 10.12.2022 - ca. 18.54 h +/- 20 Min.

Alexander Kanoldt, 1881 in Karlsruhe geboren, kommt 1908 nach München, wo er ein Jahr später unter anderem mit Alexej von Jawlensky, Wassily Kandinsky und Gabriele Münter die „Neue Künstlervereinigung München“ gründet, eine Vorläufervereinigung zum „Blauen Reiter“. Um 1910 entstehen in der Umgebung des Nikolaiplatzes in Schwabing Kanoldts erste Münchner Stadtansichten, darunter auch unsere Arbeit aus dem Jahr 1913. Nur wenige dieser Werke sind bis heute auffindbar und oftmals nur von Schwarz-Weiß-Abbildungen bekannt. Auch die vorliegende Arbeit "Straßenbild I" wird hier zum ersten Mal in Farbe abgebildet. Sie zeigt einen Straßenabschnitt von einem erhöhten Blickpunkt aus mit einem Kiosk, kleinen spazierenden Figuren und dunkelgrünen Bäumen. Um welche Straße es sich genau handelt oder ob der Künstler die Straßenszene vielmehr aus einzelnen Elementen frei zusammenfügt, ist nicht bekannt. Allerdings, so beschreibt es Michael Koch, ging es dem Künstler bei seinen Straßenbildern dieser Zeit auch nicht "um ein authentisches Abbild der örtlichen Situation, sondern um die Wiedergabe eines allein vom künstlerischen Ausdrucksbedürfnis geleiteten Vorstellungsbildes" (zit. nach: Michael Koch, Alexander Kanoldt. Werkverzeichnis der Gemälde, München 2018, S. 22). In der Reduzierung auf Flächen und Formen, unter Wahrung einer bewusst zurückgenommenen Farbigkeit, erreicht er hier eine Synthese aus den Erfahrungen, die ihm durch die Auseinandersetzung mit dem Kubismus zugeflossen waren, und lässt ebenso seine Beschäftigung mit den konstruktiven Ansätzen Paul Cézannes erkennen. Kanoldts künstlerische Laufbahn in München wird wenig später durch den Kriegsausbruch jäh unterbrochen. In den Jahren 1914–1918 leistet er als Offizier Kriegsdienst. Während eines längeren Italien-Aufenthaltes entstehen dann 1924 seine ersten multiperspektivischen Architekturlandschaften und kühle Raumdarstellungen. Sie stellen einen Neubeginn in Kanoldts Schaffen dar, die ihn schließlich zu einem der wichtigsten Vertreter der Neuen Sachlichkeit werden lassen. [AR]



 

Aufgeld und Steuern zu Alexander Kanoldt "Straßenbild I"
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Zuschlagspreis bis 500.000 Euro: hieraus Aufgeld 32 %.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 27 % berechnet und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Das Aufgeld enthält die Umsatzsteuer, diese wird jedoch nicht ausgewiesen.

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Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 20 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf die Summe von Zuschlag und Aufgeld wird die gesetzliche Umsatzsteuer, derzeit 19 %, erhoben. Als Ausnahme hiervon wird bei gedruckten Büchern der ermäßigte Umsatzsteuersatz von derzeit 7 % hinzugerechnet.

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